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To Be Found or Not to Be Found: Google und seine Alternativen

15 Mär

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Die neue Generation an Entscheidern bewegt sich schneller und geschmeidiger durchs Web als die „alten Hasen“, die glücklich sind, endlich bei Facebook mit dabei zu sein. Ich spreche von jungen Menschen, die ihre Zeit vor allem im Internet verbringen (was heute normal ist!). Erledigt werden alltägliche Dinge via Smartphone und Tablet: Gelernt wird auf YouTube, eingekauft mit Amazon und kommuniziert via Snapchat und Instagram. Google gehört „als Klassiker“ mit dazu, wenn es um grundlegende Suchen geht.

Insofern findet auch das erste Mal im Internet statt. Zumindest in den meisten Fällen. Gemeint ist natürlich (!) der Erstkontakt mit einem Produkt oder einer Marke. Wie entscheidend der für die Wahrnehmung beim Kunden ist, muss ich Ihnen ja nicht sagen.


Schon damals, als das Internet in den Kinderschuhen steckte – in der Zeit vor Google so um 1996 herum - meinte mein Professor Wolfgang König (Goethe-Universität) im ersten Semester Wirtschaftsinformatik: „Wer im Internet keine Webseite hat, existiert für mich nicht“. Dass eine Website für den Unternehmenserfolg wichtig ist, hat sich herumgesprochen: In unserer Website-Beratung müssen wir seit gefühlten 10 Jahren nicht mehr dafür sensibilisieren. Vielmehr sprechen wir über die richtige Nutzung und Optimierung von Webseiten. Über Prozesse und Funktionen.

Eine Website erfüllt ihren Zweck nur, wenn sie gefunden wird. Das ist sozusagen das vorgelagerte Thema und in meiner Einschätzung die zentrale Herausforderung in den Digitalstrategien vieler Unternehmen: Sichtbarkeit! Nur wer seine Duftmarken geschickt und nachhaltig setzt, kann mit einem regelmäßigen Flow an qualifiziertem Traffic rechnen und seine Marke entsprechende positionieren.


Alles Google oder was?

Nach wie vor ist Google für den Großteil des Traffics auf Webseiten verantwortlich. Mit Google ist nicht nur der Suchschlitz gemeint, vielmehr das Ökosystem an Diensten, das dahinter steht. Die üblichen Verdächtigen kennen Sie ja: Werbeanzeigen (AdWords), Bildersuche, Maps, Shopping und YouTube. All diese Dienste sind miteinander verbunden und teilen sich ihre Daten. Unternehmen sind gut beraten, sich in dieses Ökosystem einzuklinken. Großartige Alternativen gibt es nicht. Je mehr Informationen in die Dienste von Google gepumpt werden, desto besser lernt Sie Google kennen. Was kein Fehler sein kann. Denn um Sie und Ihr Unternehmen überhaupt in einer Trefferliste präsentieren zu können, muss Google Sie gut kennen. Wer sind Sie überhaupt? Welche Probleme lösen Sie? Haben Sie Antworten auf die Fragen XYZ? Kann der Kunde Ihnen trauen?


Alternativen?

Doch die Zeiten von Google als alleiniger Gatekeeper des Internets sind vorbei. Einstiegstore gibt’s mittlerweile viele: Amazon zur Produktsuche, Instagram zur Inspiration, Facebook und XING zur Kontaktsuche, Jameda für Ärzte. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Klar wird: Die Suche hat sich granularisiert und verfeinert. Immer mehr Spezialsuchen bieten sich als Alternativen zu Google an. Die Arbeitsteilung können Sie sich auch so vorstellen: Für generische bzw. allgemeine Suchen ist Google nach wie vor erste Wahl. Wird es spezieller, werden die Alternativen interessanter.


Gut für Unternehmen?

Ist das jetzt gut oder schlecht für die Sichtbarkeit von Unternehmen? Sowohl als auch. Anm. d. Verf.: Ich persönlich tendiere eher zum „gut“. Zum einen müssen Duftmarken breiter gestreut werden, um die eigene Zielgruppe abzufangen. Mehr Dienste auf denen sich die potenziellen Kunden tummeln – mehr Duftmarken. Der Aufwand steigt also. Zum anderen senken Sie so die Abhängigkeiten zu Google. Letztendlich sind Sie der Suchmaschine und ihrem Algorithmus ausgeliefert. Nicht selten passiert es, dass Unternehmen stöhnen und ächzen, weil sie plötzlich Positionen in der Trefferliste verloren haben. Meist geschieht dies, wenn Google an seiner Suchlogik rumschraubt. Was permanent passiert – größere Updates gibt es seltener.

Ich hatte mal einen besonders tragischen Fall in der Beratung: Ein Händler von medizinischem Spezialgerät generierte den Großteil seines Traffics über Google Adwords – die Werbeanzeigen. Doch irgendwann war die Suchmaschine der Meinung, die Werbung verstoße gegen Richtlinien im medizinischen Bereich und der Händler wurde aussortiert. Umsatzeinbruch über Nacht! Und damals ließ Google gar nicht mit sich reden.


Empfehlung

Je breiter Sie Ihre Infos streuen, desto niedriger das Risiko, dass Sie Ihre Sichtbarkeit von heute auf morgen verlieren. Alternativen zur „Suchmaschinenoptimierung für Google“ gibt es nicht. Aber eine Reihe weiterer Plattformen und Spezialsuchen, um von Kunden gefunden zu werden. Auf der Kehrseite der Medaille steht der Aufwand, mit dem die Plattformen kontinuierlich betreut und gepflegt werden müssen. Prüfen Sie auf jeden Fall weitere Suchdienste und Plattformen. Sie stehen vor keinem Entweder-Oder, sondern vor ergänzenden Online-Marketing-Maßnahmen. Um Abhängigkeiten zu senken und weitere Duftmarken für Ihre Kunden zu setzen.


Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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