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Couch Commerce: Tipps für die Shopoptimierung

14 Jan
Illustration Couch Commerce
© dashadima - Fotolia.com

(14.01.2015) Die zwanzigjährige Stefanie kommt abends nach der Arbeit nachhause, schält sich aus ihren High Heels, stöpselt das Handy in die Landestation und lässt sich auf die Couch fallen. Fünf Minuten später steht ein Glas Wein auf dem Wohnzimmertisch, und im Fernsehen duddelt eine Kochsendung. Stefanies Aufmerksamkeit schweift ab. Sie erinnert sich an die neue Handtasche, die sie sich eigentlich zu Weihnachten schenken wollte. Vor zwei Jahren hätte sie jetzt noch aufstehen, den Fernseher abschalten und sich an den Desktoprechner im anderen Raum setzen müssen - eine Menge Arbeit nach einem langen Tag. Heute greift sie zu ihrem Tablet oder iPad, das noch vom Vortag auf dem Wohnzimmertisch liegt. Dieses Phänomen nennt sich Couch Commerce. Die Chancen, dass Stefanie die Handtasche in einem Onlineshop kaufen wird, der speziell für den Couch Commerce optimiert ist, sind sehr hoch.

Wie geht Shopoptimierung für den Couch Commerce? Grundvoraussetzung ist, dass der Onlineshop mithilfe eines Tablet-Rechners aufgerufen werden kann und dann auch technisch einwandfrei funktioniert - sei es mithilfe von Responsive Webdesign, einer speziellen Tablet-Version der Website oder sogar einer (für  kleine und mittlere Unternehmen in der Regel nicht rentablen) App. Andererseits können Sie den Onlineshop auch speziell für die Nutzungssituation optimieren - also für die in der Regel abendliche, heimische Nutzung auf der Couch durch entspannte Nutzer, die sich gerne zum Kauf überreden lassen. Je nach Branche handelt es sich dabei um durchschnittlich 20% der potentiellen Shopbesucher. (Studie)

1. Weiterleitung auf die richtige Endgeräteversion

Stefanie wird wahrscheinlich nur dann in Ihrem Onlineshop einkaufen, wenn sie sich beim Aufrufen der URL auf der Tablet-Version des Shops wiederfindet. Denn es ist fraglich, ob sie aus eigenem Antrieb nach dem kleinen Link "auf die mobile Version wechseln" suchen würde, von dem sie gar nicht sicher weiß, ob es ihn überhaupt gibt. Die beste Lösung stellt eine automatische Weiterleitung dar. "Betritt" ein Nutzer Ihren Onlineshop, liest der Shop das verwendete Endgerät aus und leitet direkt auf die entsprechende Version weiter. Stefanie gelangt so direkt auf den für das Couch Commerce-Erlebnis optimierten Tablet-Shop.

2. Navigation und Design für Touch optimieren

Standard-Onlineshopsysteme sind in der Mehrzahl aller Fälle für die Nutzung am Desktop optimiert, an dem in der Regel kein Touch Screen zum Einsatz kommt, stattdessen mit Maus und Tastatur navigiert wird. Deshalb reicht nicht, dass der Shop im Tablet-Browser technisch sauber dargestellt wird. Alle Buttons und Links müssen groß genug sein, um mit dem Finger bedient werden zu können. Schlanke Navigation und im Design reduzierte Shopversionen verringern auch die Anzahl der notwendigen Klicks. Gestensteuerung wie Wischen oder Zoomen muss unterstützt werden. Da langes Scrollen via Touch unbequem ist, sollten kürzere Produktseiten zum Einsatz kommen; Fließtext sollte vermieden und so häufig wie möglich durch Bildsprache ersetzt werden.

3. Digitaler Einkaufsbummel

Couch-Commerce-Nutzer wie Stefanie kaufen auch dann schneller als Desktopnutzer, wenn sie den Shop ohne konkrete Kaufabsicht aufgerufen haben. Obendrein geben sie dabei mehr Geld aus. Sie sind im Gegensatz zu Nutzern, die vom Smartphone oder vom Arbeitsplatz aus unterwegs sind, eher bereit, sich von einem Produkt überzeugen zu lassen: Couch Commerce ist das digitale Gegenstück des Einkaufsbummels über die Frankfurter Zeil. Arbeiten Sie mit großformatigen Bildern und Storytelling. Ziehen Sie den Einsatz von Videos in Betracht. Emotionalisieren Sie nicht nur die einzelnen Produktpräsentationen, sondern die Reise durch den Shop insgesamt: Der Einkauf im Onlineshop von der Couch aus ist ein Wohlfühlerlebnis. Desto besser sich der Kunde unterhalten fühlt und desto mehr ihn der Content Ihres Onlineshops fesselt, umso länger wird er auf der Website verweilen, sich in die Produktwelt hineinversetzen und schließlich mit gefülltem Warenkorb zur Kasse gehen.

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Autor

Angelika Niere
Referentin

Nach einem Studium der Literaturwissenschaft wurde ich 2009 Referentin des BIEG Hessen. Dort betreue ich unsere Leitfäden und unseren Blog. Meine Schwerpunkte sind Content-Marketing und Storytelling.

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