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"E-Mail-Marketing ist einfach geil!"

14 Nov
Gefüllter Veranstaltungsraum beim Seminar E-Mail-Marketing
Bild: Weichert


(14.11.2016) Rund 120 Teilnehmer trafen sich am 2. November in der IHK Offenbach, um sich über erfolgreiches E-Mail-Marketing zu informieren. Schon der Titel der Veranstaltung – „E-Mail-Marketing kompakt“ – und die geladenen Referenten, „E-Mail-Papst“ Dr. Torsten Schwarz (absolit) und Martin Rätze von Trusted Shops, versprachen für diesen Abend geballte Informationen.

Dass E-Mail-Marketing funktioniert, zeigen uns allein schon die großen Spamwellen. Was zunächst wie ein Widerspruch klingt (E-Mail-Marketing im Zeitalter von Spam?) lässt sich leicht klären: Wäre E-Mail-Marketing nicht so erfolgreich, hätten wir nicht diese Massen an Spam. Dabei muss sich E-Mail-Marketing nicht mal vor der Suchmaschinenoptimierung (SEO) verstecken, denn der Return on Invest ist in etwa doppelt so groß wie bei SEO.

Martin Rätze beim Seminar E-Mail-Marketing des BIEG
Bild: Weichert

Dr. Schwarz findet E-Mail-Marketing „geil, weil es jeder machen kann“, unabhängig von der Größe des Unternehmens. Allerdings gebe es natürlich auch zusätzlich zu den rechtlichen Rahmenbedingungen gewisse Spielregel. So sei es nicht mehr zeitgemäß, sich mit Bordmitteln irgendwie durchzuwurschteln und die Mails selber zu versenden. Handgestricktes E-Mail-Marketing sei von gestern. Ein professionelles Tool mit CSA-Zertifizierung sei Pflicht. CSA steht für Certified Senders Alliance und bezeichnet entsprechend zertifizierte Mailserver. Eine CSA-Zertifizierung erhöht mittels Positivliste die Wahrscheinlichkeit, dass eine Massen-E-Mail auch zugestellt wird.

Eine besondere Stärke von E-Mails ist die Personalisierung. Nicht nur in der Ansprache, sondern auch in den Inhalten. Wo immer möglich, sollten Sie versuchen, Ihre Kunden zu segmentieren, z.B. in Mann/Frau oder Hunde-/Katzenbesitzer. So können Sie diese – zumindest im Hauptteil des Newsletters – gezielt ansprechen und mit passenden Inhalten versorgen. Anlässe für E-Mails gibt es genug: von Geburtstagen über Warenkorbabbrecher hin zum Weltknuddeltag. Der beste Anlass, den Sie für sich nutzen sollten, ist die Begrüßungs-E-Mail. Diese hat nachweislich die höchsten Öffnungs- und Klickraten. Klar, unmittelbar nach dem Abschluss eines Abonnements hat der Kunde Sie noch stark in der Aufmerksamkeit.

Doch ohne E-Mail-Adressen bringt Ihnen die noch so schön formulierte E-Mail relativ wenig. Und beim Sammeln dieser Adressen hat der Gesetzgeber einen engen Korridor vorgegeben, erklärt Jurist Martin Rätze. Nur Adressen mit ausdrücklicher Einwilligung dürfen für den Newsletter- oder Werbekampagnen-Versand benutzt werden. Sie müssen bei jeder E-Mail-Adresse dokumentieren können, dass sich jemand explizit für Ihren Newsletter registriert hat. Das gängige, rechtskonforme Verfahren hierzu nennt sich Double-Opt-In: Wenn sich ein neuer Abonnent über Ihr Webformular für Ihren Newsletter registriert, erhält er zunächst einen Authentifizierungslink – die Opt-In-Mail. Diese darf im Übrigen nicht werblich gestaltet werden. Am besten verschicken Sie eine reine Textmail. Erst, wenn der Link in dieser Mail geklickt wurde, wird der Abonnent in den Adressverteiler aufgenommen und bekommt eine Bestätigungs-E-Mail.

Achten Sie bei der Erhebung der E-Mail-Adresse darauf, dass Sie nur ein einziges Feld als Pflichtfeld markieren: die Mailadresse. Alle anderen Daten wie Name, Geburtsdatum oder Schuhgröße sind optional. So entstehen dem Abonnenten die geringsten „Kosten“ und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass er das Formular ausfüllt. In der Begrüßungsmail können Sie dann ja höflich fragen „Ich würde Sie zukünftig gerne persönlich ansprechen, wie lautet Ihr Name?“ und versuchen, die zusätzlichen Daten zu erheben.

Auch wenn die Versuchung groß ist: Bestehende Kundenkontakte dürfen Sie nicht ansprechen mit der Bitte „Abonnieren Sie unseren Newsletter“, da dies bereits unerlaubte Werbung darstellt. Und sollte sich – Gott bewahre ;-) – jemand mal aus dem Verteiler abmelden wollen, sollten Sie ihn nicht erst nach vier Wochen löschen, sondern unmittelbar. Sonst drohen hohe Strafen. Der Abmeldelink muss übrigens in jeder E-Mail zu finden sein, ebenso wie ein Impressum. Und die Abmeldung darf nicht mit einer weiteren Mail bestätigt werden, da auch dies nach Auffassung einiger Juristen bereits eine unerlaubte E-Mail wäre.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sollen Ihnen nicht den Spaß am E-Mail-Marketing verderben. Denn die E-Mail ist ein toller, nach wie vor intensiv genutzter Kanal. Neben Suchmaschinen die zweitgenutzte Anwendung des Webs! Aber wenn Sie es nicht rechtssicher betreiben, kann es eben schnell teuer werden.

Social Media Day 2016 am 30. November in der IHK Frankfurt am Main

Kundenbindungsinstrument Nummer 2: Social Media. Damit geht es am 30. November auf unserem großen Social Media Day weiter, zu dem wir über 400 Teilnehmer erwarten. Auch was für Sie?

 

 

Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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