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17 Online-Marketing-Tipps

17 Dez

Schon im Sommer haben wir für Sie die wichtigsten Tipps aus den ersten dreißig Vorträgen des Jahres zusammengetragen. Aber da hatten ein paar unserer besten Seminare noch gar nicht stattgefunden: zum Beispiel der E-Mail-Marketing Day (ausgebucht), der E-Commerce-Day (ausgebucht), der Social Media Day und die Preisverleihung des Hessischen Website Awards (ausgebucht, ausgebucht… wow!). Die insgesamt siebzehn ausstehenden Vorträge wollen wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Hier die Highlights: 

E-Mail-Marketing

E-Mail-Marketing zählt schon seit den frühen Tagen des Internets zu den effektivsten Online-Marketing-Methoden, beschränkt sich aber schon lange nicht mehr auf den schlichten Unternehmensnewsletter, der einmal im Monat über Sonderangebote informiert. Der Versand moderner, hochindividualisierter E-Mail-Kampagnen erfordert die Verknüpfung von Kundendaten und Inhalten, die Einbeziehung der Infrastrukturen des Unternehmens ins Marketing. In den Worten Sebrus Berchtenbreiters (promio.net GmbH): „Es gilt, die richtige Botschaft zur richtigen Zeit an den richtigen Empfänger zu schicken.“ Darüber waren sich alle Speaker des E-Mail-Marketing Days in der IHK Offenbach einig.

  • Nikolaus von Graeve (rabbit eMarketing GmbH): „Wir rennen der Technik so schnell hinterher, dass wir manchmal vergessen, worum es wirklich geht. Kaum ein kleines Unternehmen kann da mithalten – immer wieder neue digitale Kanäle, neue Technologien. Wir müssen aufhören uns auf die Technik zu konzentrieren und stattdessen wieder den Mensch in den Mittelpunkt stellen. Was will der Kunde? Das müssen wir wissen und daraus ergibt sich die praktische Umsetzung.“

  • Sebrus Berchtenbreiter: „Auch kleine Unternehmen haben dutzende Einsatzmöglichkeiten für Versandautomatisierung. Unterscheiden Sie zwischen Trigger- und Lifecycle-Mailings. Trigger-E-Mails werden zu fixen Anlässen versendet, wie zu Neujahr, an einem Jahrestag oder zu Beginn einer Saison. Lifecycle-Mailings beziehen sich auf das Verhalten der Abonnenten: drei Wochen nach Buchung, Auslaufen der Garantie und so weiter.“

  • Marc Bohnes (Episerver GmbH): „Nutzen Sie die Automatisierung von E-Mail-Marketing, um Ihre E-Mails an die individuellen Bedürfnisse Ihrer Kunden anzupassen. Wer Hundenahrung kauft, sollte auch Hundebilder bekommen, nicht Katzenbilder. Analysieren Sie Klickprofile und betreiben Sie Nachprofilisierung   – holen Sie auch nach der Anmeldung zum Newsletter noch zusätzliche Informationen über den Abonnenten ein  –, um noch individuellere E-Mails versenden zu können. Das steigert nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern Sie sparen auch Zeit und Geld.“

  • Dr. Thomas Lapp (IT-Fachanwalt): „Double-Opt-In ist nach wie vor die sicherste Methode, um online Einwilligungen zum Newsletterversand einzuholen. Aber für völlige Absicherung fragen Sie nur nach Einwilligungen, wenn Sie sie tatsächlich brauchen, und erheben Sie sie immer gesondert und deutlich erkennbar, keinesfalls integriert in die AGB oder mit einem bereits gesetzten Häkchen. Denken Sie auch daran, dass die Opt-In-E-Mails, also die Anmeldebestätigungen knochentrocken sein müssen, denn noch haben Sie für den Versand von Werbung keine Erlaubnis.“

 

 

Begleitend zur Veranstaltung haben wir den Leitfaden Lead-Generierung herausgegeben, der unter anderem dabei hilft, Abonnenten für den Newsletter zu generieren. Fast genauso interessant: Im Blog haben wir das Konzept von (E-Mail-)Automatisation noch mal ganz genau von Expertin Olga Süß erklären lassen und Marc Bohnes nach den E-Mail-Marketing-Trends des Jahres gefragt.
 

E-Commerce

Unser diesjähriger E-Commerce Day (im vollgepackten Saal der IHK Hanau) stand ganz im Zeichen der Online-Marktplätze. Das bedeutet in erster Linie: Amazon (50% Marktanteil). Kein Händler kommt darum herum, den Marktplatzriesen in seiner Gesamtstrategie zu berücksichtigen. Doch meine zuständigen Kollegen stellten sicher, dass es auch über die zahlreichen Nischenplattformen etwas zu erfahren gab.

  • Peter Höschl (shopanbieter.de): „Alle Onlinehändler müssen – neben Amazon – diese drei wichtigen Punkte im Auge behalten: Sichtbarkeit – denn erst einmal müssen Sie gefunden werden. Nutzerbedürfnisse – denken Sie daran, dass jeder zweite Onlineshopbesucher mit dem Handy surft. Und die rasenden Veränderungen in der Handelsbranche in Sachen Mobilität, Automatisierung, Logistik.“

  • Michael Atug (mymaw.de): „Marktplatzverkäufer müssen ihr Risikomanagement sehr ernst nehmen und immer wieder durchkalkulieren, ob sich die Plattformen auch hinsichtlich des Ausfallrisikos rentieren. Viele Marktplätze – Amazon und Ebay zum Beispiel – sind dafür bekannt, auch mal schnell einem Händler den Hahn abzudrehen, wenn Konditionen nicht eingehalten werden.“

  • Tobias Looschelders (Digital Insights): „Vertrauensbildung ist ein Teil der Websiteoptimierung bzw. der Selbst- und Produktdarstellung. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Besucher die Nachweise über Ihre Qualität und Zuverlässigkeit so früh wie möglich zu sehen bekommen. Erwiesenermaßen steigern Trust-Logos (z.B. Trusted Shop) im Header die Konversionsrate – und dabei ist es fast völlig egal, welche. Im Gegenteil – die Masse macht’s.“

  • Yara Molthan (Etribes): „Ob Sie nur auf Amazon verkaufen oder auf mehreren Marktplätzen, der Stellenwert all Ihrer Plattformen muss klar in einer digitalen Gesamtstrategie definiert werden. Stellen Sie von Anfang an sicher, dass die logistischen Abläufe stimmen, dass Analysen vorgesehen werden, angebotene Services funktionieren, die richtigen Softwares zur Verfügung stehen. Sonst entstehen in der Abwicklung Konflikte. Deshalb ist es besser, mit einigen wenigen Artikeln einzusteigen, aber dafür Ihre volle Energie zu investieren.“

  • Olaf Kolbrück (etailment.de): „Das Erfolgsgeheimnis im Onlinehandel besteht darin, die richtige Nische zu finden. Und da kommen die kleineren Marktplätze ins Spiel, die sich auf ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Region spezialisieren. Marktplätze haben den Vorteil, dass die Einstiegshürden und Investitionen niedriger sind als beim eigenen Shop. Behalten Sie trotzdem die Provisionen und den Aufwand der einzelnen Marktplätze im Auge.“

  • Andreas Laubmann (creeb.de): „Es ist nicht nur auf Amazon immer ‚Day One‘, sondern auch auf eBay. Nur weil Sie ein Produkt letzte Woche erfolgreich hier verkauft haben, muss das diese Woche nicht mehr so sein. Absolute Pflichtlektüre für eBay-Händler sind die eBay-Verkäufernews! Bleiben Sie immer auf dem Laufenden.“

Zum Nachbericht des E-Commerce Day geht es hier. Auch gut für Onlinehändler zu wissen: Seit Anfang Dezember ist die neue EU-Geoblocking-Verordnung in Kraft (Verkauf ins Inland und EU-Ausland muss zu denselben Konditionen möglich sein). Ab 2019 gilt das neue Verpackungsgesetz.

Begleitend zur Veranstaltung ist unser Leitfaden Online-Marktplätze erschienen, um Sie beim Einstieg in die Marktplatzwelt zu unterstützen.
 

Das Geheimnis erfolgreicher Websites

Was macht Websites erfolgreich? Die beste Gelegenheit für diese Frage ist die alljährliche Verleihung unseres Hessischen Website Awards. Also haben wir sie Klaus Botta gestellt, dem Geschäftsführer von Botta Design, einem Hersteller von Designeruhren aus Königstein, der mit www.botta-design.de 2016 den Hessischen Website Award in Gold errang. Hier ein kleiner Teil der großen Antwort, die er in seinem Vortrag gab:

„Das Gehirn ist eine Bildverarbeitungsmaschine, keine Textverarbeitungsmaschine. Bilder sind universell und werden schneller verarbeitet – und Videos noch mal viel schneller als Bilder. Verwenden Sie großformatige, professionelle Bilder für den perfekten Eindruck. Und authentische Bilder, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Leicht erfassbare begleitende Texte tun dann ihr übriges, um den Kunden zu überzeugen.“

 

 

Die lange Antwort gibt's übrigens auf YouTube - in Form des ganzen Vortrags: 

Wer noch nicht weiß, wer den Award 2018 dieses Jahr gewonnen hat, kann sich hier informieren. Außerdem hat unser fachlicher Leiter Daniel Weichert über die Bedeutung der Website als Herzstück der Digitalstrategie geschrieben, während sich im Gastbeitrag des Monats von Webdesignexperte Martin Hahn alles um den gelungenen Website-Relaunch dreht.
 

Social-Media-Marketing

Ist Facebook tot? Ist Instagram das neue Maß aller Dinge? Ist die Aufmerksamkeit des durchschnittlichen Internetnutzers kürzer als die eines Goldfischs? Kurze Antwort: Nein. Nicht direkt. Aber hallo. Lange Antwort: Die gab’s beim Social Media Day im vollgepackten Plenarsaal der IHK Frankfurt. Wer sie verpasst hat, kann den Nachbericht lesen, aber auch die folgenden Highlights:

  • Helge Ruff (OneTwoSocial): „Nein,  Facebook ist so was von nicht tot. Aber Instagram ist auch nicht der neue Star am Himmel, der die anderen Netzwerke verdrängt. Sie müssen es sehr gezielt einsetzen, wenn Sie es effektiv nutzen wollen. Über Instagram können Sie Awareness erzeugen und den Nutzer dazu anregen, Ihr Angebot in Betracht zu ziehen. Aber verkaufen oder Kunden binden können Sie hier nicht. Am besten nutzen Sie beide Netzwerke im Tandem, denn auf Facebook können Sie all diese Schritte abarbeiten und durch Instagram werden Sie zusätzlich sichtbar.“

  • Patrick Benner (ARTUS interactive): „Der Trend zur Nutzung von mobilen Geräten ist ungebrochen und wirkt sich auch auf die Produktion von Videos aus. Auf Handys sind Hochkantvideos am besten darstellbar. Hochkant ist das neue Querformat!“
  • Katja Raasch (Social-Media-Beraterin): „Pinterest macht, was früher die Pinnwände gemacht haben. Früher riss man sich Ideen für Geburtstagsgeschenke oder Wohnaccessoires aus Zeitschriften heraus und heftete sie an die Pinnwand. Auf Pinterest legen Nutzer virtuelle Pinboards an und ‚pinnen‘ dann inspirierende Inhalte daran fest. Ein Großteil dieser Pins sind aber Repins, also Kopien von den Inhalten anderer Nutzer. Sie können hier also Ihre Bekanntschaft steigern. Hinterlegen Sie für jeden Ihrer Pins einen Link zum Produkt, damit sich der Interessent in einen Käufer verwandeln kann.“

  • Kerstin Tim (FIT Reisen): „Wer den richtigen Influencer findet, hat beim Influencer-Marketing nur sehr geringe Streuverluste. Denn der Influencer hat ja schon potentielle Kunden mit gesteigertem Interesse am Thema versammelt. Deshalb lohnt es sich auch, sich nach Mikro-Influencern umzusehen – nach Bloggern mit kleiner, aber feiner Reichweite.“

  • Svenja Teichmann (crowdmedia): „Betreiben Sie Social-Media-Monitoring nicht nur des Monitorings wegen, sondern betrachten Sie es als Frühwarnsystem, als ersten Schritt. Analysieren Sie die Ergebnisse und leiten Sie konkrete Erkenntnisse darüber ab, was Sie noch an Ihrem Angebot verbessern können.“

Neben dem bereits erwähnten Nachbericht können Sie bei Weiterbildungsbedarf auch unseren kürzlichen Beitrag über die kommenden Social-Media-Trends 2019 studieren und sich von Gastautor Stani Tellow Tipps für die Suche nach dem richtigen Netzwerk holen.

Puh, das war ja eine ganze Menge!

Das BIEG wünscht Ihnen ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr voller Marketingerfolge! 

 

Autor

Angelika Niere
Referentin

Nach einem Studium der Literaturwissenschaft wurde ich 2009 Referentin des BIEG Hessen. Dort betreue ich unsere Leitfäden und unseren Blog. Meine Schwerpunkte sind Content-Marketing und Storytelling.

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