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Contentbrocken der Woche: Best-Practice-Beispiel BIEG-Website

25 Jun
Foto: Jochen Müller

(25.06.2014) Ein Gespräch mit Daniel Weichert, fachlicher Leiter, BIEG Hessen, über den Relaunch der Website, die Neupositionierung des Dienstleisters und die Services für kleinere und mittelständische Unternehmen.

Herr Weichert, seit Mai ist die neue Website des BIEG Hessen online. Was ist anders?

Weichert: Design, Struktur und Funktionalität der Website waren für einen modernen Dienstleister nicht mehr zeitgemäß. Deshalb haben wir nun ein sogenanntes Call-to-action-Konzept umgesetzt. Im übertragenen Sinne nehmen wir den Kunden dabei online an die Hand und sagen ihm: „Jetzt hier klicken“, „Hier anmelden“, „Hier den Leitfaden herunterladen“. Dann haben wir die Usability verbessert. Das heißt, die Bedienung wurde vereinfacht, so dass die Besucher nicht erst nachdenken müssen: „Was heißt dieses Icon?“, „Wie finde ich Infos über Suchmaschinenmarketing?“, „Wann findet der nächste Online-Marketing-Tag statt?“ Die einzelnen Schritte sind selbsterklärend. Besonders wichtig war uns, dass wir als Team nicht anonym im Hintergrund agieren, sondern mit den Kunden auf Augenhöhe kommuniziert und direkte Ansprechpartner bereitstellt.

Haben Sie das Verhalten der Besucher und deren Klickraten auf der BIEG-Website im Vorfeld des Relaunchs untersucht und diese Ergebnisse in die neue Seitenstruktur einfließen lassen?

Weichert: Ja, wir haben mittels Web Analytics genau geschaut, wo und wie auf unserer Homepage geklickt wird. Die neue Internetseite spiegelt somit das mentale Modell unserer Besucher wider. Auf der alten Homepage hatten wir einen reinen Leistungseinstieg und haben den Besucher gezwungen, ebenfalls in diesen Kategorien zu denken. Aber es gibt unterschiedliche Besuchertypen, denen wir nun vier Eingangstüren auf unserer Website öffnen – und zwar den Einstieg über Themen, Services, Blogs oder Suchbegriffe. Diese Funktionalität gibt uns künftig mehr Möglichkeiten, die Ergebnisse der Webanalyse zu erfassen und zu interpretieren. Falls wir beispielsweise für oft gesuchte Begriffe noch keine Inhalte haben, ist es unsere Aufgabe, sie zu ergänzen.

Die neue BIEG-Website ist auch auf Tablets und Smartphones gut aufgestellt. Aber ist das Thema Responsive Design inzwischen auch bei kleineren Unternehmen angekommen?

Weichert: Mobiles Design ist derzeit ein Schwerpunkt bei unserer Beratung, denn da liegt einiges im Argen. Responsive Design heißt, dass eine Website auf allen Displays, unabhängig von deren Größe, funktioniert. Prognosen gehen davon aus, dass wir schon bald mehr Traffic auf Tablets als auf dem PC-Desktop haben werden. Kunden erwarten folglich, dass eine Website sowohl auf dem klassischen Computer als auch auf mobilen Endgeräten wie Smartphone oder Tablet funktioniert. Ohne Responsive Design kann eine Website schneller als gedacht zum Showstopper für das digitale Ladengeschäft werden.

Alles neu beim BIEG Hessen: Relaunch der Website, Redesign des Logos, Rebranding des Namens. Warum hat sich das BIEG am Markt so stark neu positioniert?

Weichert: BIEG steht für Beratungs- und Informationszentrum elektronischer Geschäftsverkehr. Das ist nicht schön und nicht mehr zeitgemäß. Als wir in 1998 als Projekt des Bundeswirtschaftsministeriums starteten, steckte das Internet noch in den Kinderschuhen. Das lässt sich an diesem Bandwurm-Wort leicht erkennen. Heute spricht niemand mehr von elektronischem Geschäftsverkehr, heute sind Begriffe wie E-Business, E-Commerce, Online-Marketing gängig. Im neuen Namen des BIEG sollten unsere Kernkompetenzen - das ist Online-Marketing – und unser Alleinstellungsmerkmal – das ist die Neutralität – zum Ausdruck kommen. Die Marke BIEG Hessen - Neutrale Online-Marketing-Beratung hat vom Wording her mehr Aussagekraft.

Mit welchen Fragestellungen kamen Unternehmen vor zehn Jahren zur Beratung in das BIEG, und welche Themen dominieren heute?

Weichert: Manche Unternehmen waren damals noch gar nicht im Internet präsent, andere haben es nur als Add-on gesehen – nach dem Motto „Wir machen auch Internet“. In der Anfangszeit ging es vor allem darum, in allen Branchen für das Thema online zu sensibilisieren. Diese Überzeugungsarbeit müssen wir inzwischen nicht mehr leisten. Heutzutage geht es nicht mehr um das grundsätzliche Ob, sondern um das Wie im Internet. Sowohl im Business als auch im Privatleben hat der Stellenwert des Internets rapide zugenommen, nicht zuletzt auch durch die leicht zugänglichen mobilen Endgeräte. Insofern sehen wir es als unsere Aufgabe, Unternehmen klar zu machen, wie sie Mehrwerte aus ihrer Webseite ziehen und ihre Onlinestrategie optimieren können.

Welche Rolle spielt die Website im Unternehmensmarketing?

Weichert: Die Webseite bleibt Herzstück jeder Online-Marketing-Strategie. Das reicht aber nicht aus. Es geht darum, wichtige Plattformen – wie Google – für mehr Sichtbarkeit im Internet nicht nur zu bedienen, sondern strategisch zu nutzen. Auch die Social Media dürfen nicht vernachlässigt werden. Oder anderes gesagt: Da sich Kunden nicht nur auf der Homepage umschauen, sondern an vielen Stellen im Netz tummeln, müssen Unternehmen online überall dorthin gehen, wo ihre Kunden sind. Und genau dabei unterstützen wir.

Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen tun sich schwer, wenn es um strategisches Online-Marketing geht. Wo hakt es am häufigsten?

Weichert: Die größte Herausforderung für Betriebe ist es, sich im Onlinedschungel nicht zu verirren und gut sichtbar zu sein. Sich Sichtbarkeit im Internet zu verschaffen, ist nur noch mit sehr viel Aufwand möglich. Sichtbarkeit hat sehr viel mit Content zu tun, also mit Inhalten. Google ist deshalb nicht der Konkurrent des Unternehmens, sondern dessen Unterstützer. Vorausgesetzt, das Unternehmen produziert und platziert die richtigen Inhalte. Will heißen: Auch kleine Unternehmen müssen eine Content-Strategie definieren und umsetzen, um bei Google punkten zu können. Das ist oftmals eine große Herausforderung, da die personellen und finanziellen Ressourcen begrenzt sind. Hier müssen klare Prioritäten gesetzt werden.

Das BIEG ist eine gemeinsame Einrichtung der IHKs Frankfurt, Offenbach, Fulda und Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Welche Services bieten Sie den kleinen und mittelständischen Unternehmen aus diesen IHK-Bezirken?

Weichert: Meist ist der kostenlose Websitecheck die Eintrittskarte. Bei diesem ersten Beratungsgespräch ergeben sich in aller Regel weitere Fragestellungen und Folgeberatungen zu Themen wie Onlineshops, Webdesign, Newsletter, Social Media oder IT-Sicherheit. Zudem bieten wir pro Jahr etwa 40 Veranstaltungen, die bekannteste und größte ist der Online-Marketing-Tag. Auf unserer Internetseite kann kompaktes Wissen in Form von Leitfäden heruntergeladen werden. Das Internet hat natürlich auch Schattenseiten und Risiken. Diese möchten wir den Unternehmen aufzeigen, damit nicht unnötig Geld verbrannt wird. Wir können niemanden zum Fachmann in Sachen Internet und E-Commerce machen. Aber wir möchten Inhabern, Geschäftsführern und Entscheidern so viel Wissen vermitteln, dass sie Online-Marketing-Strategien für sich definieren, Sachverhalte kundig beurteilen und Dienstleister richtig auswählen können, um das Internet im Rahmen ihrer Ressourcen optimal für den Geschäftserfolg zu nutzen.

Das Interview führte Petra Menke, Chefredakteurin, IHK WirtschaftsForum. Gepostet mit freundlicher Genehmigung.

Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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