Sie sind hier:

Den Contenschock überstehen: Online-Marketing-Tag 2017

28 Jun

(28. Juni 2017) 400 Teilnehmer kamen am 21. Juni in der IHK Frankfurt zusammen, um sich über die neusten Entwicklungen im Online-Marketing zu informieren. IHK-Vizepräsident Thomas Reichert, Inhaber der Metzgerei Haxen-Reichert, war hoch erfreut, da es bei so einem digitalen Thema „keine Selbstverständlichkeit ist, dass man sich persönlich trifft“.


Werbung hat abgedankt

Bild: Jochen Müller / IHK Frankfurt

„Menschen fliehen vor Werbung“ war die provokante These von Dr. Kerstin Hoffmann, PR-Beraterin und Inhaberin des führenden PR-Blogs „PR-Doktor“. Erfolgreich sei Werbung nur noch in Bereichen mit starker Markenbindung. Ansonsten sei sie überflüssig, wenn es gute Inhalte gebe. Gute Inhalte stiften dem Leser einen Nutzen. In Zeiten des „Contentschocks“ sind viele Inhalte nur ein Tropfen im Ozean, gibt die Expertin zu bedenken und empfiehlt, echte Beziehungen und Geschichten aufzubauen und zu streuen. Und zwar mit den Influencern, die auf Ihrer Gehaltsliste stehen – Ihren Mitarbeitern! Schließlich seien Ihre Mitarbeiter bereits dort, wo Ihre Kunden sich aufhalten – in den sozialen Netzwerken.


Beeinflusser überall

Apropos Influencer: Laut Johst Klems, Geschäftsführer der Agentur earnesto, werden wir uns zukünftig mit diesem Thema noch viel intensiver beschäftigen. Denn Menschen reden mit Menschen, nicht: Marken reden mit Menschen. Ein Influencer ist dabei so etwas wie ein guter Freund aus dem Netz. Influencer sind meist jüngere Menschen um die 25, die uns heute vormachen, was man alles mit den neuen Medien treiben kann. Klems empfiehlt Geschäftsführern und Entscheidern, selbst zu Influencern zu werden: „Auch wenn Sie schüchtern sind – gehen Sie in die Öffentlichkeit!“


Tone of Voice

„Gute Texte sind Geschmacksfrage.“ Über diese Aussage ärgert sich Dr. Doris Märtin, dritte Referentin des Online-Marketing-Tags. Richtig sei: „Gute Texte haben Methode.“ Sechs solcher Methoden stellte Frau Dr. Märtin vor: Schreiben Sie in leicht verdaulichen Portionen, in nicht zu langen Sätzen und mit so wenigen Silben wie nötig. Werden Sie konkret und bringen Sie den Nutzen zur Sprache. Gerne übersehen werde der „Tone of Voice“. Das ist der Klang des Textes, der bei Ihrer Zielgruppe punktet. Mitunter werfe dieser sogar die vorigen Tipps über den Haufen. Gutes Texten sei kein leichtes Unterfangen sei.


SEO meets Conversion

Bild: Jochen Müller / IHK Frankfurt

Was hat SEO, also Suchmaschinenoptimierung mit Conversion Optimierung zu tun? Sehr viel, findet Philipp Ronicke, Geschäftsführer von conversionboosting. Google sei auf der Suche nach nichtmanipulierbaren Rankingfaktoren. Der Nutzer und sein Verhalten sei so ein Faktor. Es gehe um Dinge wie: Click-Trough- und Bounce-Raten, Besuchsdauer und Back-to-SERP-Raten. Google könne diese Parameter sehr gut analysieren, da der hauseigene Browser Chrome mittlerweile auf der Mehrzahl der Rechner installiert sei. Zudem sei Google-Analytics auch das führende Webanalytics-Tools.


Die Reise des Kunden

Der Kaufprozess ist kein einmaliges Ereignis, erklärte Marktforscher Dirk Engel. Es sein ein Prozess mit mehreren Phasen – die sog. Customer Journey. Und es gebe ein Grundgerüst: In der Latenzphase wird das Markenimage aufgebaut. In der Explorationsphase geht es für den Kunden um Überblick. In der nachfolgenden Abwägungsphase verschafft er sich Detailinformationen. Es folgen noch die Entscheidungsphase, in der Optionen verglichen, die Kaufphase, in der Konditionen verhandelt und schließlich die After-Sales-Phase, in der Kunden gebunden werden. Engel empfiehlt den Teilnehmern, so viele Daten wie möglich zu sammeln und sich daraus ihre eigene Customer Journey zu konstruieren.

25 Prozent Kalorien fürs Hirn

Den Abschlussvortrag des Online-Marketing-Tags hielt Neuromarketing-Fachfrau Sonja Schiller. Mit ihrem Neurocheck überprüft sie Webseiten auf Hirnfreundlichkeit. Websitebetreiber müssen wissen, dass das Gehirn zwei wesentliche Motivationen hat: Zum einen will es Energie sparen. Immerhin frisst es rund 25 Prozent unserer Gesamtkalorien. Und zum anderen ist es egozentrisch. Laut Schiller sei Altruismus ein Ammenmärchen. Doch was haben diese Erkenntnisse mit Webseiten zu tun? Hier gab es konkrete Empfehlungen: Arbeiten Sie vor allem mit Bildern, um Emotionen zu wecken! Zumal Bilder 60.000 Mal schneller wahrgenommen werden als Texte. Setzten Sie in Ihrem Webdesign auf Kontraste. Zum Beispiel bei der Gestaltung Ihrer Action-Buttons. Welche Farbe es dann letztendlich werde, sei nicht kriegsentscheidend. Und sofern es Auswahloptionen auf Ihrer Webseite gibt, ergibt es Sinn, diese vorauszufüllen. Schließlich spare unser Gehirn so Energie. Doch Vorsicht: Es gibt auch rechtliche Anforderungen – z.B. beim Widerrufsrecht –, solche Kästchen freizulassen.




Mehr gefällig?

Bei uns geht es bald ganz groß mit E-Mail-Marketing weiter: Beim Online-Marketing-Day am 30. August. Melden Sie sich an!


Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Archiv

Der BIEG Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit unserem monatlichen Newsletter. Wir informieren Sie über aktuelle Veranstaltungen und unsere neuesten Leitfäden!