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Mit dem eigenen Webshop glücklich werden: 5 Tipps zur erfolgreichen Umsetzung

08 Jun

Im September vergangenen Jahres gewann der Uhrenhersteller Botta-Design den Hessischen Website Award 2016 in Gold. "Wer könnte es besser wissen als der Webdesigner der Siegerwebsite?" haben wir uns gefragt und Simon Guggolz von der Webagentur One-Dot gebeten, uns seine Tipps für den perfekten Onlineshop zu verraten. (an)



 

Im 21. Jahrhundert ist es praktisch für jedermann möglich, einen Webshop zu betreiben. Der Traum vom eigenen Unternehmen und eventuell der Chance, ein großes erfolgreiches Business-Imperium aufzubauen und damit dann die Weltherrschaft Platzhirschen wie Zalando und Amazon streitig zu machen, ist natürlich verlockend.

Kommt es dann nach reiflicher Überlegung zur Umsetzung der eigentlichen Shop-Webseite, wird es meistens schon etwas schwieriger. Zunächst sucht man nach einer passenden Agentur oder greift zu einem Webshop-Baukasten bzw. verwendet ein bestehendes Standard-Template.

Egal, welchen Weg man hierbei wählt: Die Spielregeln und vor allem das Ziel sollten im Prinzip für alle Varianten die gleichen sein.

Wie kann ich es schaffen, die Menschen auf meinen Shop zu bekommen? Ich muss spannende Produkte auf interessante Art und Weise anpreisen und erzählen, warum die Produkte in meinem Onlineshop viel besser sind als bei den Anderen. Der Shop muss natürlich perfekt auf allen möglichen internetfähigen Geräten funktionieren und ganz am Ende muss ich dann die ganzen Produkte, die ich in meinem Lager gehortet habe, möglichst ertragsbringend über den Shop verkaufen. Ziel erreicht.

Hier sind 5 Tipps, die wir als E-Commerce Agentur bei der Umsetzung von Webshops verfolgen, damit jeder unserer Kunden einen erfolgreichen Webshop erhält:


1. Analyse: Definition - Was macht meinen Shop so besonders?

Zunächst benötige ich ein Konzept. Was soll überhaupt verkauft werden? Wer ist meine Zielgruppe? Was macht meinen Shop oder meine Produkte einzigartig? Welches Detail sollte ich hervorheben? All diese Fragen sollte ich mir als Shopbetreiber oder Agentur zunächst stellen und auch beantworten können. Habe ich einen Marktplatz, auf dem ich ein breites Produktspektrum zu günstigen Preisen anbiete, oder habe ich besonders qualitativ hochwertige Produkte, die einzeln und im Detail vorgestellt und angepriesen werden sollen? Was kann ich dem Kunden bieten und wie überzeuge ich ihn, dass mein Webshop die beste Wahl ist, das Produkt zu kaufen?

Wir nennen dies den “USP”( = Unique Selling Point). Am besten ist es, sich 2-3 Punkte zu erarbeiten, und diese dann besonders auf dem Shop hervorzuheben. Beim Beispiel des Gewinners des Hessischen Website Awards, Botta-Design waren für uns die Punkte Präzision, Raffinesse, Hochwertigkeit und Eleganz von oberster Wichtigkeit, um damit die Kernbotschaft der Marke bewusst und unterbewusst an den Kunden weiterzugeben.


2. Konzeption: Weniger ist mehr

Wenn es nun an das Layout des Webshops gehen soll, dann ist es hier absolut wichtig, dass der Kunde mit möglichst wenigen Schritten sein Produkt finden und kaufen kann. Das bedeutet, ich priorisiere zunächst, was ich an welcher Stelle anzeige. Habe ich z.B. eine Startseite vor mir, dann möchte ich die absolut relevantesten Dinge möglichst weit oben angezeigt haben. Was beispielsweise aktuell sehr gerne und häufig gemacht wird, sind große Sliderbilder, die Emotionen bei den Besuchern wecken sollen. Sicher sind diese relevant – Emotionen sind im Marketing und in der psychologischen Kaufentscheidung ein großes Thema. Allerdings führen sie nicht direkt zur Conversion (=Verkauf).

Es ist auch absolut in Ordnung, hier einen gesunden Wechsel einzubringen, um damit zu testen, was bei meinen Kunden am besten ankommt, bzw. mit welchen Dingen ich die meisten Verkäufe erziele. Das bringt Leben in die Bude.

Wichtig ist außerdem noch das offensichtliche Platzieren von kaufrelevanten Aktionsflächen (auch genannt: “Call to Action” – z.B. “In den Warenkorb” – Button) damit die Kunden auch direkt diese sehen und dem Bezahlvorgang nichts mehr im Wege steht. Am besten schön groß und farblich hervorgehoben.


3. Design: Entdecke die Möglichkeiten – mit gutem Bildmaterial

Damit meine Produkte vielseitig und ordentlich dargestellt- und dem Onlineshopper schmackhaft präsentiert werden können, ist es wichtig, dass diese möglichst ein einheitliches Seitenverhältnis und Format besitzen. Am besten sind die Bilder dann sogar freigestellt, damit kann ich sie auf den unterschiedlichsten Hintergründen optimal verwenden. Sehr gut zu sehen ist dies im Shop von www.botta-design.de, da hier alle Produktfotos immer in exakt dem gleichen Winkel fotografiert worden sind. Auch auf viele winzigen kleine Details wie z.B. immer exakt die gleiche angezeigte Uhrzeit, die auf den abgebildeten Uhren eingestellt ist.

Außer den Produktbildern geben natürlich Emotionsbilder dem Shop einen einzigartigen Touch. Die vielen Nahaufnahmen auf Botta-Design.de sind hier ein ganz gutes Beispiel. Diese sollten allerdings nicht zu groß verwendet werden, um nicht den Platz für Produkte oder Kategorien wegzunehmen. Große Bilder verursachen außerdem größeren Datentraffic. Diesen Traffic versucht man beim Design weitestgehend zu vermeiden, um die Ladezeiten möglichst gering zu halten. Wir sind in Deutschland zwar was den Breitbandausbau angeht, recht gut bedient, jedoch steigt der Anteil an mobilen Besuchern mit deren Smartphones, Tablets und volumenbasierten Mobilfunktarifen rapide an.

Zeitgemäßes Design sieht nicht nur schön aus, es soll auch funktionieren und meinen Webshop beim Verkauf der Produkte unterstützen. Sprich, das Design sollte in einer Verbindung zu meinen angebotenen Artikeln stehen.Gleichzeitig muss es meine Firmenphilosophie und Tonalität zum Ausdruck bringen, da die Kunden durch das Design direkt einen Eindruck darüber bekommen, ob mein Shop seriös, hip oder altbacken ist. Dieser Eindruck überträgt sich dann in den meisten Fällen auch auf meine Produkte und trägt letztendlich ebenfalls maßgebend zur Kaufentscheidung bei.


4. Wer suchet, der findet: Suchmaschinenoptimierung ist das A und O

Ich kann einen noch so guten Shop, tolle Produkte haben oder ein super elegantes Design verwenden und dennoch keine hohen Besucherzahlen verzeichnen. Ein Großteil meiner Besucher kommt meistens über Suchmaschinen auf meine Seite. Daher ist es unbedingt notwendig, die Seite sowohl inhaltlich, als auch technisch auf die Kunden auszurichten, die im Internet nach bestimmten Suchbegriffen suchen.

Das fängt im technischen Bereich bei dem Platzieren von Content-Texten an, und setzt sich bei der Hierarchie von Überschriften, oder dem Ausklammern von bestimmten Bereichen aus dem Suchindex fort. Es soll nämlich weitestgehend versucht werden, doppelten Content zu vermeiden (eine Todsünde für Google und Co.).

Natürlich brauche ich eine ordentliche URL-Struktur, die es den Suchmaschinen ersichtlich macht, was unter dem indexierten Link gefunden wird. Alt-Attribute müssen für Bilder gesetzt werden, denn Suchmaschinen arbeiten in der Hinsicht recht simpel und sind zunächst primär auf Text-Inhalte ausgelegt.

Allerdings nutzt eine technisch solide Basis nichts, wenn ich inhaltlich die Seite von den Texten her nicht optimiert habe. Hier kommt es auf die richtige Länge oder die Ausrichtung auf die richtigen Keywords und deren Häufigkeit an. Da dies ein ständiger und vor allem wandelnder Prozess ist, macht es hier natürlich Sinn, sich einen Experten zu Rate zu nehmen, damit ich immer die idealen Ergebnisse und die gewünschte Sichtbarkeit erziele. Unser Kunde Botta-Design.de lässt sich beispielsweise hier von einer SEO-Agentur aus unserem Partnernetzwerk beraten und von diesen auch mit Texten versorgen. Damit bekommt man alles „aus einem Guss“, was nicht nur dem Lesefluss und der Lesefreude der Nutzer dient, sondern man erhält auch von Experten die richtige Optimierung, damit der Webshop über Suchmaschinen und Web-Portale optimal gefunden wird.

Texter Erik Gürges hat hierzu vor einiger Zeit einen sehr spannenden Beitrag geschrieben und das ganze Thema etwas ausführlicher erklärt. 


5. Technische Umsetzung: Baukasten oder nicht?

Kann ich meinen Webshop mit ein wenig Internetaffinität oder Grundkenntnissen in HTML und Webprogrammierung denn auch selbst einrichten und umsetzen? Prinzipiell ja, man kann auch mit Baukastensystemen und Pagebuildern zu akzeptablen Ergebnissen kommen. Zumindest auf den ersten Blick. Das Problem ist, dass diese zumeist mit recht unsauberem Quellcode arbeiten, der bei Problemen oder Erweiterungen die Bearbeitung und Behebung zu einem absoluten Geduldspiel mit möglicherweise unvorhersehbaren Konsequenzen werden lassen kann. Außerdem “funktionieren” die vorgegebenen Designs oft nur in bestimmten Kategorie-Konstellationen und sind nicht so flexibel wie ein komplett auf meine Produkte zugeschnittenes Layout. Besser ist es daher, auch hier professionelle Entwickler oder Webagenturen diese Arbeit machen zu lassen.

Vor allem sollten aktuelle Technologien wie „Responsive Webdesign“ oder ein ordentlicher Code nach W3C-Konformität hierbei absolute Ehrensache sein.

Ein sauberer Code, der auf unnötige Plugins oder Frameworks verzichtet, ist zudem in Sachen Geschwindigkeit absolut von Vorteil. Oft lassen sich auch hier Ladezeiten optimieren und verkürzen.

Auch die Wahl des für meine Bedürfnisse passenden Shopsystems entscheidet über den langfristigen Erfolg meines Onlineshops. Wie weit lässt sich das System hier skalieren? Nicht jedes Shopsystem eignet sich für den Start, vor allem, was die Investition angeht.


Melden Sie sich für den Hessischen Website Award 2017 an!

Neues Spiel, neues Glück: Die Anmeldephase für den diesjährigen Hessischen Website Award hat begonnen. Teilnahmeberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen (bis 250 Mitarbeiter) aller Branchen und aus dem Handwerk mit Standort in Hessen. Beweisen Sie, dass Ihre Website zu den besten gehört, und melden Sie sich an!


Gastautor

Simon Guggolz

In den frühen 200ern begleitete Simon Guggolz in einem großen Magenta-Konzern die Weiterentwicklung von Apps und Mobile-Anwendungen, darunter erfolgreiche Verzeichnisapps wie Das Telefonbuch und Gelbe Seiten. Heute ist er Sales Manager bei der E-Commerce-Agentur ONEDOT.

https://one-dot.de

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