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Mit Google Ads und der richtigen Conversion-Strategie zum Ziel

24 Apr

Aus Google Adwords wird jetzt Google Ads und was Sie sonst noch wissen sollten

Bild: Müller / IHK Frankfurt

 

Wäre der Internetriese Google heute so erfolgreich, wenn er seine Funktionen nicht ständig optimieren würde? Sicher nicht, so viel ist klar. Das Rebranding kam 2018 mit neuem Look und neuen Features. In diesem Sinne verabschieden wir uns von Google Adwords und sagen „Hallo“ zu Google Ads. Ein komplettes Wissensupdate über die neuen Funktionen erhielten die Teilnehmer des Seminars am Montag, 18.04.2019 von unserer Referentin Marlen Voelkner, Online-Marketing-Managerin bei Bloofusion Germany. Wichtige Funktionserweiterungen und Anpassungen des Werbesystems wurden erläutert und die Teilnehmer erhielten nützliche Tipps von der Expertin.

Die Neuerung, die am meisten ins Auge sticht, stellt für die meisten Nutzer mit Sicherheit die neue Oberfläche dar. Das Empfehlungsdashboard rückt mit der neuen Oberfläche in den Vordergrund. Damit erhält der Nutzer einen strategischeren Überblick, um seine Leistungen zu verbessern. Google gibt in dieser Übersicht Vorschläge, die anzeigen, welche Schritte als nächstes vorgenommen werden können, um die Gesamtleistung zu verbessern. „Diese Empfehlungen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Man sollte nicht einfach irgendetwas übernehmen, was Google sagt.“, so der Hinweis der Referentin. Mit diesen Vorschlägen wird häufig auch das Budget erweitert. Das Dashboard ist trotzdem ein sehr spannendes Feature, da es helfen kann, einen strategischen Überblick zu erhalten.

 

 

Anzeigen

Neue Anzeigenformate

Bild: Müller / IHK Frankfurt

Google setzt in den neuen Anzeigenformaten jetzt auf einen dritten Anzeigentitel und auf eine zweite Beschreibung für Textanzeigen mit 90 Zeichen pro Beschreibung. Die Textanzeigen sind zudem auch größer. Dies bewirkt mehr Präsenz in der Google-Suche. Allerdings ist nicht garantiert, dass der dritte Anzeigentitel auch immer angegeben wird. Die Expertin empfiehlt deshalb in diesen Anzeigentext nicht die wichtigsten Informationen zu kommunizieren, da gewährleistet werden sollte, dass die Gesamtanzeige auch ohne den dritten Text stimmig ist. Die Anzeigenformate sind für die Praxis aktuell noch wenig relevant. Es empfiehlt sich, z. B. neue Textanzeigen damit zu testen, ohne erheblichen Aufwand zu investieren.

Responsive Suchanzeigen

Google bietet mit den Responsiven Suchanzeigen ein automatisiertes Anzeigenformat. Darin werden mehrere Bausteine hinterlegt und Google erstellt anhand dieser Informationen eine völlig normale Textanzeige. Vorteil: Es ist jetzt möglich, mehr Titel und Beschreibungstexte zu hinterlegen und Google ermittelt automatisch verschiedene passende Kombinationen. Geeignet ist diese Funktion zum Testen von Anzeigen und für den Fall, dass nicht genau ermittelt werden konnte, welche Anzeigentexte die Nutzer am meisten ansprechen.

Responsive Displayanzeigen

Was vorher mittels den Display-Anzeigen gesteuert wurde, wird aktuell mit den Responsiven Displayanzeigen bedient. Ähnlich, wie bei den Responsiven Suchanzeigen kann hier eine große Anzahl an Bildern, Logos, Titeln und Beschreibungen hinterlegt werden und Google erstellt daraus Displayanzeigen mit dem Vorteil, dass die unterschiedlichen Banner nicht erst erstellt werden müssen. Google macht es uns an dieser Stelle einfach. Es ist ausreichend, wenn die Grafiken in einem quadratischen oder rechteckigen Format eingestellt werden. Zusammen mit allen hinterlegten Informationen werden die responsiven Anzeigen erstellt, die für sämtliche Placements verfügbar sind.

Anzeigenvorschläge

Google erstellt inzwischen außerdem automatisch neue Anzeigentexte in Form von Anzeigenvorschlägen. Per E-Mail werden diese Vorschläge versendet, was nach einer tollen Funktion klingt. Der Haken besteht allerdingt darin, dass diesen generierten Texten innerhalb von 14 Tagen aktiv widersprochen werden muss, wenn die automatisierten Textanzeigen nicht gewünscht sind. Dies geschieht in der neuen Google Ads Oberfläche. Unsere Expertin empfiehlt die Einstellung so zu setzen, dass die neuen Anzeigenvorschläge nicht automatisch angewendet werden, da sie häufig nicht über die Individualität eigener Texte verfügen.

Neue Anzeigenerweiterungen

Mit der automatischen Standorterweiterung verknüpft Google automatisch die passenden My-Business-Konten. Die Standorte werden dann automatisch integriert in Google Ads und entsprechend beworben, was für lokale Händler von großen Nutzen sein kann. Für Unternehmen ohne festen Standort ist diese Funktion weniger sinnvoll. Generell gilt daher auch hier, dass die Automatik auf jeden Fall überprüft werden sollte.

Außerdem hat Google Richtlinien im Bereich der Verkäuferbewertungen angepasst. Bislang mussten 150 Bewertungen in den letzten 12 Monaten existieren, damit ein Verkäufer mit Rezensionen in Form von Sternen angezeigt wird. Seit Oktober 2018 sind 100 Bewertungen pro Land und mindestens 3,5 Sterne ausreichend.

 

 

 

Targeting

Mit den Targeting-Funktionen besteht die Möglichkeit, die Werbung so exakt wie möglich auf die Zielgruppe auszurichten. Dieser Bereich wird von vielen Anwendern allerdings häufig vernachlässigt, obwohl hier vielfältige Möglichkeiten bestehen, um die Werbemaßnahmen effizienter zu machen. Mit dem Wechsel zur neuen Google Ads-Oberfläche sind in diesem Bereich drei interessante Funktionen hinzugekommen.

 

Keyword-Option

Die Keyword-Option, die bisher für Suchanfragen eine genaue Passgenauigkeit vorausgesetzt hat, wird aufgeweicht. Im Laufe dieses Jahres wird sich diese Option verändern und die Suchintention wird im Vordergrund stehen. Dabei können zukünftig andere Wörter eingegeben werden und der Alorithmus entscheidet, welchen Keywords diese Suchanfragen zugeordnet werden. Es ist davon auszugehen, dass diese Änderung in den meisten Fällen wahrscheinlich von Vorteil ist. Viele Unternehmen haben die Keywords nicht so exakt gesetzt, wie Nutzer sie suchen. Allerdings erfordert die Umstellung mehr Zeit, um die ausschließende Keywords zu hinterlegen und zu beaufsichtigen. Aktuell befindet sich Google in der Umstellungsphase. Wir sind gespannt auf die Entwicklung dieser essentiellen Eigenschaft in 2019!

Bild: Müller / IHK Frankfurt

Demographische Merkmale

Mit der nächsten Funktion können Zielgruppen klarer definiert werden. Mit der neuen Benutzeroberfläche wird den Google Ads-Nutzern die Möglichkeit gegeben, detaillierte demografische Merkmale zu hinterlegen, die in Suchkampagnen angewendet werden. Die Merkmale, die hinterlegt werden können sind sehr vielfältig und man muss seine Zielgruppe schon erheblich gut kennen, um alle Dimensionen vollständig einzutragen zu können. Insgesamt bietet Google mit der Funktion einen besonderen Mehrwert, denn die genaue Ausrichtung auf spezifische Zielgruppen hat sich im Offline-Marketing schon vielfältig bewährt.

Shopping

Öffnung der Suchergebnisse für andere Preisvergleiche

Die nächsten Neuerungen führt Google im Bereich Shopping ein. Bei den Shopping-Anzeigen fungierte Google bisher wie ein eigenes Preisportal, da keine anderen Werbeanzeigen in diesem Bereich platziert wurden. Aufgrund einer Strafe der EU-Kommission ist Google jetzt glücklicherweise gezwungen, die Suchergebnisse für andere Preisvergleiche zu öffnen. Andere Preisvergleiche können jetzt auch Ihre Anzeigen in den Shopping-Anzeigen im Namen von Online-Händlern schalten – und das zu 20% günstigeren Preisen.

Preis-Benchmarks

Die Funktion Preis-Benchmarks stellt Kennzahlen für eCommerce-Händler für Einzelprodukte zur Verfügung. Dies geschieht über Produkt-IDs. Online-Händler haben die Möglichkeit im Google Ads-Konto die Preise des Wettbewerbs permanent einzusehen. Da Google in dieser Funktion noch keine Mengenrabatte berücksichtigt, sind die Preis-Benchmarks bisher nur für Online-Händler geeignet, die ohne Mengenrabatte arbeiten. Google ermöglicht mit diesem Tool eine größere Transparenz in Bezug auf Preise der Wettbewerber, schafft aber auch einen erheblichen Preisdruck unter den Online-Händlern

Showcase Ads

Google ermöglicht mit der neuen Oberfläche durch emotionale Bilder potentielle Käufer anzusprechen, die allgemeine Suchanfragen wie beispielsweise Mäntel gestellt haben. Mit den sogenannten Showcase Ads können inspirative Lifestyle-Bilder anzeigen und auf diese Weise den potentiellen Kunden auf das eigene Produkt aufmerksam machen. Per Klick wird diese Anzeige maximiert und relevante Produkte dargestellt. Die Showcase Ads-Funktion bietet Unternehmen die Möglichkeit potentielle Kunden jetzt bereits in einer sehr frühen Kaufphase zu erreichen und kann somit einen erheblichen Vorteil für Online-Händler gegenüber der Konkurrenz darstellen.

 

 

 

Bild: Müller / IHK Frankfurt

Ausblick

Auch in Laufe dieses Jahres dürfen wir uns auf zahlreiche Änderungen bei Google Ads gefasst machen. Ein Thema sind die Shoppable Images. Mit dieser Funktion können Werbende Produktbilder mit ausgewählten Bildern auf Seiten verknüpfen. Die Relevanz von Bildcontent steigt somit weiter.  

Google Ads bietet ein umfassendes und immer steigendes Angebot, um potentielle Kunden zu generieren. Wir bleiben neugierig.

Im nächsten Beitrag berichten wir über den zweiten Teil unseres Seminars Google Ads. Unser Referent Tim Kaufmann von der Internet-Agentur Taquiri hat gezeigt, wie es gelingt die Landingpage zu optimieren und aus Interessenten Käufer zu machen.

Autor

Lisa Bier

Die Welt der kleinen und mittleren Unternehmen lernte ich bereits im Studium der Betriebswirtschaft kennen, bevor ich praktische Erfahrung im Marketing von KMU gesammelt habe. Im Masterstudium der Sozial- und Kommunikationswissenschaften habe ich mich im Anschluss intensiv mit Unternehmenskommunikation beschäftigt.

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