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Sanjay Sauldie rockt mit seiner Keynote die Preisverleihung des Hessischen Website Awards in der IHK Frankfurt am Main

29 Okt
Foto: Sanjay Sauldie spricht auf der Preisverleihung Hessischer Website Award 2015
Bild: Jochen Müller / IHK Frankfurt

(29.10.2015) Er zündete ein wahres Feuerwerk und begeisterte die Teilnehmer bei der Preisverleihung zum Hessischen Website Award 2015 am 7. Oktober in der IHK Frankfurt am Main, der Keynote Speaker und Internet-Experte Sanjay Sauldie. So unterhaltsam und mitreißend wie er sich gab, so deutlich war auch seine Botschaft: Das Internet revolutioniert sämtliche Lebensbereiche und stellt ganze Branchen auf den Kopf! Unternehmen, die sich nicht den neuesten Entwicklungen anpassen, riskieren ihre Existenz. Schwarzmalerei? Keineswegs. Heute noch erfolgreicher Marktführer, morgen bereits vom Startup überholt, weil die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erkannt wurden. So ergangen: beispielsweise Nokia, Blackberry oder Kodak. Sauldie warnte sogar: Im Jahr 2020 werden mehr als Dreiviertel aller S&P Top 500 Companies Unternehmen sein, die wir heute noch gar nicht kennen. In seiner Keynote zeigte der Internetexperte Trends auf und gab Tipps für mehr Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter. Hier eine kleine Auswahl für all diejenigen unter Ihnen, die nicht dabei sein konnten:

Häuser aus dem Drucker und die neue Generation Z

Bleiben Sie zukunftsfähig und ganz nah an den Kundenwünschen dran. Beziehen Sie Ihre Kunden in die Produkt- oder Dienstleistungsentwicklung mit ein. Holen Sie sich hierfür die Meinung Ihrer Kunden direkt auf Ihrer Website ab. Wie einfach das geht, zeigen zum Beispiel die Plattformen IdeaStorm von Dell oder Open Innovation von Bosch. Und was ist, wenn der Kunde gar nicht mehr Ihre Produkte braucht, weil er sie sich lieber selbst ganz bequem am heimischen 3D-Drucker ausdrucken möchte? Schon heute lassen sich Bekleidung, Schuhe, Autos, Häuser, Fleisch oder Sexspielzeug ausdrucken. Werden Sie darauf vorbereitet sein, die nötige Software für den „Ausdruck“ Ihrer Produkte zu liefern oder gar selbst Ihre Produktion auf das 3D-Druckverfahren umzustellen?

Aber nicht nur Produkte müssen konkurrenzfähig und zukunftsfähig sein, auch die Strukturen innerhalb von Unternehmen werden sich verändern. Sauldie propagiert hier das Modell der Veränderung von der Pyramide zur Wabe, d.h. ein Wandel in der Unternehmensstruktur von vertikalen Silos (Pyramide) hin zur horizontalen Kommunikation (Wabe). „Vergessen Sie Rollen! Gehen Sie auf Kompetenzen“, empfiehlt Sauldie. Und auch die Werte Ihrer Mitarbeiter sind einem ständigen Wandel unterworfen. Lebten frühere Generationen um zu arbeiten, so wünscht sich die Generation Y heute die Vereinbarkeit von Privatem und Beruf. Und während alle noch von der Generation Y sprechen, steht die Generation Z bereits in den Startlöchern. Noch nie gehört? Die nach 1995 Geborenen zeichnen sich dadurch aus, dass sie in erster Linie ihre Freizeit genießen möchten; Arbeit ist nur noch Mittel zum Zweck. Auch hier müssen Unternehmen Wege finden, um für Nachwuchskräfte attraktiv zu bleiben.

Sauldie verrät das Erfolgsrezept für Social Media

Foto: Sanjay Sauldie spricht auf der Preisverleihung Hessischer Website Award 2015
Bild: Jochen Müller / IHK Frankfurt am Main

„Denn sie wissen nicht, was sie tun“ - so lautete nicht nur ein bekannter Filmklassiker mit James Dean aus den Fünfziger Jahren, sondern das trifft leider auch auf viele Unternehmen im Umgang mit den neuen Medien zu. Ohne echte Kenntnis werden da zum Beispiel Social-Media-Kanäle bedient, auf denen die eigene Zielgruppe gar nicht vertreten ist oder für die keine Inhalte zur Verfügung stehen, die regelmäßig gepostet werden könnten. Sauldie appellierte daher an die Teilnehmer, sich unbedingt Wissen auf diesem für viele immer noch neuen Gebiet anzueignen. „Sprechen Sie die neue Sprache!“, forderte Sauldie. So sollten Unternehmer zumindest verstehen, was sich beispielsweise hinter Begriffen wie Tumblr, Hashtag, Storytelling oder Microblogging verbirgt. Er empfiehlt Unternehmen, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, mit sogenannten Hashtags (#Unternehmensname oder #Keyword) zu arbeiten, um damit ihre Reichweite für Beiträge zu erhöhen und auch außerhalb ihres eigenen Fan- und Follower-Kreises gefunden zu werden. Ein weiterer Tipp: Die Freunde der eigenen Kunden sind potentielle Kunden. Und dann verrät Sauldie das Erfolgsrezept für Social Media: 1. Anerkennung, 2. Aufmerksamkeit, 3. Star für 30 Sekunden. Bestes Beispiel, dass genau das zum Erfolg führen kann, ist die bekannte Ice Bucket Challenge, bei der satte 90 Millionen US Dollar durch Online-Spenden eingenommen wurden. Testen Sie das Erfolgsrezept selbst!

Und noch ein Klassiker, den Sauldie bemühte: „With or without you“ von der irischen Rockband U2. Soll heißen: Es wird auch über Ihr Unternehmen gesprochen, ohne dass Sie selbst im Internet aktiv sein müssen. „Viele Menschen glauben, Social Media funktionieren wie Radiohören: Wenn man offline ist, würde nicht über einen gesprochen.“ Sicher kennen Sie Tripadvisor. Aber haben Sie schon einmal von der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu gehört? Ebenso sollten Sie wissen, was eventuell auf Yelp oder Yasni über Sie oder Ihr Unternehmen gesagt wird. Sie haben keine Zeit, den ganzen Tag im Internet zu surfen? Dann lassen Sie doch Google für sich arbeiten und nutzen Sie die „Google Alerts“, um zu erfahren, wie über Sie gesprochen wird. Sobald Ihr Unternehmensname oder der Ihrer Konkurrenz oder sonst ein von Ihnen gewählter Begriff im Internet auftaucht, erhalten Sie eine Benachrichtigung von Google.

Warum Sie drei Facebook-Profile benötigen

Und noch ein Tipp für all diejenigen, die sich nicht sicher sind, ob sie ihr privates Facebook-Profil auch geschäftlich nutzen sollen. Sauldie empfiehlt, für die ausschließlich private Nutzung von Facebook im Familien- und Freundeskreis mit einem sogenannten Avatar zu arbeiten, d.h.: Verwenden Sie für Ihr privates Profil lediglich einen Fantasienamen. Ihr privates Business-Profil hingegen erstellen Sie mit Ihrem Klarnamen. Ziel dieses Profils sollte sein, sich als Experte zu profilieren. Und natürlich empfiehlt sich zum Zwecke der eigenen Markenbildung auch eine Facebook-Unternehmensseite mit Ihrem Logo. Allerdings ergibt nicht pauschal für jedes Unternehmen eine eigene Facebook-Seite Sinn. Fragen Sie sich immer: 1. Ist meine eigene Zielgruppe auf Facebook vertreten? Und: 2. Mit welchen Inhalten kann ich meine Fans entweder unterhalten oder ihnen einen Mehrwert bieten?

Und noch ein letzter Tipp: Machen Sie sich einmal bewusst, wer Ihre drei stärksten Mitbewerber und was die drei stärksten Vorteile Ihres Unternehmens sind und kommunizieren Sie letztere nach außen. Achten Sie immer darauf: Wenn Sie neue Kunden gewinnen möchten, müssen Sie von ihnen überall optimal wahrgenommen werden.

Social Media Day 2015

Sie interessieren sich für das Thema Social Media? Dann besuchen Sie doch unseren Social Media Day am 2. Dezember 2015, von 14.00 bis 19.30 Uhr, in der IHK Frankfurt am Main. Hier geht's zum ausführlichen Programm!

Autor

Uta Nübl
Referentin

Uta Nübl ist seit 2013 als Referentin beim BIEG Hessen tätig und berät Unternehmen insbesondere in den Bereichen Website-Konzeption und Social-Media-Marketing. Zuvor war die gelernte Diplom-Betriebswirtin mehrere Jahre im Tourismusmarketing tätig.

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