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Contentbrocken der Woche: Facebook-Unternehmensseite - ja oder nein?

18 Jun
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(18.06.2014) Haben Sie mitunter auch das Gefühl, dass es inzwischen kaum noch jemanden gibt, der nicht auf Facebook unterwegs ist? Das ist nicht nur eine subjektive Wahrnehmung, sondern kann auch mit Zahlen belegt werden. 56 Prozent der Internetnutzer in Deutschland sind aktive Mitglieder bei Facebook. In der Gruppe der unter 30-Jährigen sind es sogar 83 Prozent (Quelle: Bitkom, 2013). Diese hohe Reichweite verleitet viele Unternehmen zu der Annahme, dass Facebook ein "Muss" ist, an dem kein Weg vorbeiführt, ohne Rücksicht auf Zielgruppe, Produkt oder personelle Ressourcen. Eine weitere, sehr weit verbreitete Annahme ist außerdem, dass ein Engagement auf Facebook automatisch zu hohen Umsatzsteigerungen führt - und das bei null Kosten, eine Wunderwaffe sozusagen. Fehlanzeige!

Der Gang in Facebook sollte gut geplant sein. Diese vier Fragen können für Ihre Entscheidungsfindung hilfreich sein:

  • Ist meine Zielgruppe auf Facebook vertreten?
  • Warum sollte mir jemand auf Facebook folgen?
  • Welche Ziele verfolge ich auf Facebook?
  • Verfüge ich über die notwendigen personellen Ressourcen?

Ist meine Zielgruppe auf Facebook vertreten?

Ihre personellen und finanziellen Ressourcen sind knapp bemessen und deshalb sollten Sie sich auf die Maßnahmen konzentrieren, die genau auf Ihre Zielgruppe abgestimmt sind. Schauen wir uns einmal die Nutzerschaft von Facebook an: Bei den 14- bis 29-Jährigen - auch Digital Natives genannt - sind 83 Prozent auf  Facebook aktiv, in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen sind es 51 Prozent und bei den über 50-Jährigen nutzen 40 Prozent Facebook aktiv. Die größten Zuwachsraten verzeichnet die Gruppe der über 65-jährigen Internetnutzer. „Die digitale Kluft zwischen den Generationen nimmt in Sozialen Netzwerken deutlich ab“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Der Anteil aktiver Facebook-Nutzer fällt mit 59 Prozent unter Frauen gegenüber 55 Prozent unter Männern etwas höher aus (Quelle: Bitkom, 2013).  

Warum sollte mir jemand auf Facebook folgen?

Hierzu sollten Sie wissen, dass mit Ausnahme von XING und LinkedIn soziale Netzwerke vorwiegend privat genutzt werden. Laut einer Bitkom-Studie sind 73 Prozent der Mitglieder ausschließlich privat auf Facebook unterwegs, weitere 21 Prozent überwiegend privat und lediglich 5 Prozent privat und beruflich gleichermaßen. Nach BITKOM-Daten verwenden Internetnutzer in Deutschland soziale Netzwerke vor allem, um sich mit Freunden und Verwandten auszutauschen (Quelle, Bitkom 2013). Man könnte auch sagen, Sie erreichen den Nutzer quasi in seinem Wohnzimmer. Daraus ergeben sich für Unternehmen folgende Fragen: Welches persönliche Interesse könnte jemand haben, mir zu folgen? Welchen Mehrwert kann ich meinen Facebook-Fans bieten? Hier haben Produkte und Dienstleistungen, die sich gut visualisieren lassen und mit denen sich Kunden privat gern umgeben, einen Vorteil. Das trifft besonders auf große Marken zu, die über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügen und häufig Ausdruck eines bestimmten Lebensstils sind. Erfolgreiche Postings auf Facebook bestehen meist aus einem kurzen Text und einem aufmerksamkeitsstarkem Foto oder Video.  Themen wie Mode, Wohnen oder Reisen eignen sich daher besonders gut. Aber auch das Stichwort Mehrwert spielt eine entscheidende Rolle. Hier einige Beispiele, warum Nutzer Unternehmen folgen: Kochrezepte von Maggi, Tipps zu Finanzen von Banken, Informationen über aktuelle Ausstellungen bei Museen oder die neuesten Kollektionen von Modeunternehmen und natürlich bestimmte Verkaufsaktionen. Auch die Community und damit der Austausch mit Gleichgesinnten spielt eine Rolle.

Welche Ziele verfolge ich auf Facebook?

Verwechseln Sie Facebook auf gar keinen Fall mit einer Vertriebsplattform. In erster Linie stehen langfristige Ziele wie Kundenbindung, Steigerung des Bekanntheitsgrades, Produktentwicklung oder auch Employer Branding, d.h. die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber und die Rekrutierung neuer Mitarbeiter, im Vordergrund.

Verfüge ich über die notwendigen personellen Ressourcen?

Nichts ist schlimmer als eine Facebook-Unternehmensseite, auf der nichts passiert. Hier könnte beim Besucher schnell der Eindruck entstehen, dass Sie als Unternehmen nichts zu sagen haben oder sogar unzuverlässig sind. Regelmäßige Posts - hierzu zählt das Erstellen von Grafiken, Bearbeiten von Bildmaterial, Schreiben von Blogposts, auf die ich dann aus Facebook heraus verlinken kann etc., sowie die Pflege der Community und das Beantworten von Kundenfragen sind zeitaufwändig und erfordern ein kontinuierliches Engagement. Wer beobachtet die Kommunikation auf Facebook nach Feierabend oder an Wochenenden, wenn die Nutzer besonders aktiv sind? Denken Sie auch an die Gefahr eines sog. "Shitstorms". Haben Sie im Unternehmen Mitarbeiter, die erfahren in der Kommunikation in sozialen Netzwerken sind? Und steht diesen Personen ausreichend Zeit zur Verfügung? Am laufenden Band spannende Inhalte erzeugen, die mit "Likes" und "Shares" belohnt werden, macht keiner mal ebenso nebenher. Wichtig ist eine authentische Kommunikation, die am ehesten durch Mitarbeiter sichergestellt wird, die sich mit dem Unternehmen identifizieren. Aber auch die Zuhilfenahme einer Agentur kann insbesondere in der Anfangsphase eine gute Möglichkeit für einen gelungenen Einstieg in Facebook bzw. Social Media allgemein darstellen.

 

 

Erfahren Sie mehr zum Thema bei unserem Social Media Day, am 17. September in der IHK Frankfurt am Main. In fünf spannenden Fachvorträgen werden einen Nachmittag lang die wichtigsten Trends im Bereich Social Media speziell für kleine und mittlere Unternehmen präsentiert. Die Teilnahme kostet 49 Euro. Infos und Anmeldung online unter Social Media Day.

Autor

Uta Nübl
Referentin

Uta Nübl ist seit 2013 als Referentin beim BIEG Hessen tätig und berät Unternehmen insbesondere in den Bereichen Website-Konzeption und Social-Media-Marketing. Zuvor war die gelernte Diplom-Betriebswirtin mehrere Jahre im Tourismusmarketing tätig.

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