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Die Social-Media-Marketing-Trends 2019

21 Nov

Das neue Jahr rückt unaufhaltsam näher, und die meisten von uns überlegen gerade hin und her, was 2019 in Sachen Marketing passieren soll. Wer dabei die sozialen Netzwerke einbeziehen will – hoffentlich die meisten von Ihnen! –, sollte wissen, welche Entwicklungen die Experten kommen sehen. Natürlich scheiden sich die Geister – doch über die folgenden vier großen Trends sind sich eigentlich alle einig. 

1. Visueller Content

Das Internet wird schon seit Jahren immer visueller. Das lässt sich nicht nur am Erfolg von bildorientierten Social-Plattformen wie Pinterest und Instagram ablesen. Oder daran, dass der Nachwuchs aus der „Generation Z“ dabei beobachtet werden kann, wie er mit schwindelerregender Geschwindigkeit die Posts auf seiner Tumblr-Timeline abscannt. Auch die YouTube-Suche steht in Sachen Suchvolumen auf Platz 2 hinter Google. Und seit einer Weile wimmelt es in der Social Media nur so vor Kurzvideos. Vines (Sechs-Sekunden-Videos) wurden so schnell populär, wie sie wieder verschwanden und von Facebook-Videos bzw. Instagram-Storys (Fünfzehn-Sekunden-Videos) abgelöst wurden.

Kein Wunder, dass die Marketingforscher prophezeien: Der Trend hin zum visuellen Content bleibt auch 2019 ungebrochen. Online-Marketing-Experte Marcus Sheridan sagt voraus, dass es sich schon bald bei 80% des konsumierten Onlinecontents um Video-Content handeln wird. Social-Guru Neal Schaffer schreibt: „Brands müssen aufhören Text den Vorzug zu geben und sich bei der Kommunikation stattdessen eine Visual-First-Mentalität aneignen. So wie jedes Unternehmen mit dem Aufkommen von Social Media zu einem Medienunternehmen werden musste, müssen sie sich jetzt in Onlinemagazine, wenn nicht Fernsehsender verwandeln, um von ihrer Zielgruppe gehört zu werden.“ (Quelle) Unternehmen sollten einerseits in traditionelle Kanäle wie Foto und Video, andererseits in die neueren visuellen Contentformate – so wie Storys und Live-Streaming – investieren. 

2. Live-Content

Apropos Live-Streaming! Das bringt uns zu unserem zweiten Großtrend: Live-Content. Auch Live-Video ist eigentlich nichts Neues mehr – insbesondere auf YouTube –, doch im Laufe des vergangenen Jahrs wurde es auch auf Facebook und Instagram popularisiert. Der Live-Video-Boom steht also kurz bevor. Doch Live-Content beschränkt sich nicht aufs Video: Auch Chatbots und Messenger von Facebook über Skype bis Whatsapp sind mittlerweile gang und gäbe und stehen auch den kleinen Unternehmen zur Verfügung. Live-Chats sind insbesondere in der kommenden Generation sehr beliebt.

Die digitale Kommunikation mit den Kunden nähert sich also immer mehr dem Vor-Ort-Gespräch in der Offlinewelt an. Das ist nicht nur bequem, sondern erlaubt es auch, die stärksten Beziehungen zu schaffen. So verwandelt sich der Modus Operandi vom Dialog zwischen Mensch und Unternehmen zurück in den von Mensch zu Mensch. Das ist gerade für jene älteren Unternehmen eine gute Nachricht, die sich nach wie vor mit der digitalen Kommunikation schwertun, denn jetzt haben sie die Möglichkeit, wieder auf ihre alten Stärken im zwischenmenschlichen Kontakt zurückzugreifen. Aber für alle Unternehmen gilt: nach Wegen zurück zum Direktkontakt ausschauhalten! 

3. Momentaufnahmen

Die Rede ist von sogenanntem Ephemeral Content. Hinter dem schwer zu übersetzenden Anglizismus (ephemeral – flüchtig, vorübergehend) verbergen sich Inhalte, die nur für kurze Zeit – oft nur ein paar Minuten lang – zur Verfügung stehen. Der Frankfurter Fußballfan mag versucht sein, sie als Stand-jetzt-Content zu bezeichnen. Er ist das glatte Gegenteil von sorgsam vorproduzierten, suchmaschinenoptimierten Inhalten wie Blogbeiträgen und Image-Videos, die „für die Ewigkeit“ hochgeladen wurden.

Typische Stand-jetzt-Formate: die Posts der nach wie vor im Wachsen begriffenen App Snapchat. Sie erlaubt ausschließlich den Versand von Fotos und Videos, die sich nach fünf Sekunden „selbst zerstören“. Und Instagram Storys – sie werden monatlich von 200 Millionen Instagram-Usern bedient, die täglich insgesamt 400 Millionen Storys posten.

Der moderne Internetnutzer will nicht mehr passiv konsumieren, sondern – noch stärker als zuvor – mitwirken, interagieren, reagieren. Er setzt Ephemeral Content für schnelle, direkte, unkomplizierte Gesprächsbeiträge ein. Marketingpsychologen begründen die Effektivität dieser Kommunikationsform mit der Angst, etwas zu verpassen („fear of missing out“); niemand will abwesend sein, wenn etwas Wichtiges passiert. Unternehmen, die sich diese Form der Kommunikation erfolgreich zu eigen machen, können ihre Interaktionsraten erheblich verbessern, ihre Authentizität und Transparenz steigern und sitzen am stärksten Hebel für den Aufbau von Communities. Sie eignen sich auch hervorragend für die Inhalte, um die sich Großtrend Nummer 4 dreht: Content, der von den Kunden selbst produziert wird. 

4. User-Generated Content

Was zieht besser? Das Video von einem Geschäftsführer, der die Stärken seines Produkts anpreist, oder das Video eines Kunden, der von seinen Erfahrungen mit dem Produkt berichtet? Natürlich das des Kunden, vor allem, wenn den Status eines Experten genießt. Er wirkt erheblich authentischer und glaubwürdiger, teilt als „einer von uns“ die Perspektive des Kunden und besitzt selbst dann, wenn er für das Video bezahlt wird, immer noch erheblich größere Neutralität.

Die wachsende Interaktivität der sozialen Netzwerken, die Verbreitung von Storys und Snaps bedingt natürlich auch die Produktion von User-Generated Content, also Inhalten von Kunden und Interessenten. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sich irgendwo in diesem Informationsstrom zwischen den Nutzern einzuklinken.

Typische Beispiele: Produkttests. Filmrezensionen. Die Aufforderung an Follower, von sich zu erzählen. Die App Hootsuite forderte ihre Nutzer auf, unter einem bestimmten Hashtag Bilder von ihrem Arbeitsplatz zu posten, an dem sie die App nutzen; das Ergebnis waren 2,2 Millionen zusätzliche Views pro Tag dank über 2000 neuen mobilen Nutzern. Die Möglichkeiten sind also endlos. Auf unserem diesjährigen Online-Marketing-Tag wies Speaker Felix Beilharz darauf hin, wie selten Unternehmen die Zusammenarbeit mit Influencern bislang ausreizen: Über „Produkt in die Kamera halten“ und Anwenderberichte hinaus sollten sie dauerhafte Brand-Ambassador-Kooperationen und gemeinsame Produktentwicklung in Betracht ziehen. 

Next up: Internet-Trends

Wer neugierig darauf ist, was sich 2019 über die sozialen Netzwerken hinaus im gesamten Internet tun wird, kann sich für unser alljährliches Neujahrsgespräch anmelden. Am 30. Januar laden wir in die Alte Wagnerei in Mühlheim am Main, nahe Offenbach, ein. Bei leckerem Essen und Wein geben unsere Referenten Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Internet-Trends und Tipps für die Umsetzung. Melden Sie sich an!

Autor

Angelika Niere
Referentin

Nach einem Studium der Literaturwissenschaft wurde ich 2009 Referentin des BIEG Hessen. Dort betreue ich unsere Leitfäden und unseren Blog. Meine Schwerpunkte sind Content-Marketing und Storytelling.

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