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"Einfach mal machen!" – Das war der Social Media Day 2016

15 Dez
Selfie vom Social Media Day 2016
Foto: Jochen Müller

(15.12.2016) „Social Media kann man brauchen“ – so das Statement von IHK-Vizepräsident Thomas Reichert, der danach standesgemäß erst einmal ein Selfie mit dem Publikum machte.

Der Social Media Day forderte zum dritten Mal die volle Aufmerksamkeit und Beteiligung der über 440 Besucher. Vier Vorträge, die den Bogen von YouTube über Instagram und Snapchat bis zu Facebook-Werbemöglichkeiten und Recht spannten, versorgten die Teilnehmer mit spannenden Infos, wichtigen Facts und Inspirationen rund ums Thema Social Media.


Online-Videos: Einfach mal machen!

Mehr als Katzen-Content – das war das Versprechen unserer Veranstaltung und schon bei der Keynote von YouTube-Pionier Oguz Yilmaz über Online-Videos war klar, welches Potenzial sich beispielsweise in YouTube verbirgt. Das ehemalige Mitglied von Deutschlands erfolgreichstem YouTube Kanal Y-Titty mit über 1 Mrd. Views und 3 Mio. YouTube-Abonnenten) erklärte, dass jede Minute etwa 400 Stunden Video-Content auf YouTube hochgeladen werden. Warum? Weil YouTube als zweitgrößte Suchmaschine weltweit für jede Art von Suchbedürfnis genutzt wird. Ob Aufbauanleitung für den neuen Schrank oder Erklärvideos, die zeigen, wie das neue Smartphone funktioniert – auf YouTube findet man die Antwort.

Aber mit dem reinen Upload von Videos ist es nicht getan. Zu Recht stellt sich oft die Frage, welche Inhalte Sie für Ihre Videos überhaupt verwenden sollten. Ein Tipp von Oguz Yilmaz: Wenn Sie den Inhalt nicht selbst interessant finden, wird es dem Nutzer nicht anders ergehen. Egal ob Sie YouTube, Instagram Stories oder eine andere Plattform nutzen: Achten Sie auf den Mehrwert des Online-Videos! Dieser kann beispielsweise darin bestehen, dass Ihr Video sehr unterhaltsam ist oder aber eine konkrete Problemlösung vorstellt. Plakative Verkaufsvideos oder langweilige Imagefilme locken hingegen niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.

Generell stellt das Thema Online-Video-Content KMU vor interne Herausforderungen. Oft ist Schnelligkeit und Flexibilität gefragt, wenn es darum geht, auf aktuelle Trends und Themen zu reagieren. Schwerfällige Prozesse oder unklare Verantwortlichkeiten stehen da im Weg. Und natürlich stellt sich die Frage, wieviel Budget man in die Hand nehmen sollte. Yilmaz rät für die Anfangszeit, zuerst internes Know-how zu nutzen bzw. aufzubauen. Und dann gilt: „Content mit so wenig Budget wie möglich und so viel wie nötig zu produzieren“. Tipp: Halten Sie die Inhalte kurz und knackig. Nach zwei Minuten Videozeit schaltet der durchschnittliche Zuschauer auf Durchzug.

Scheuen Sie sich vor allem nicht davor, die Ihnen zur Verfügung stehende Technik zu nutzen. Aktuelle Smartphones bieten oft schon eine gute Alternative zu professionellem Equipment und sind schnell einsetzbar. Der Nutzer bemerke oft keinen Unterschied zwischen Profi-Ausrüstung und Smartphone-Videos, da Online-Videos ohnehin sowieso zum größten Teil auf kleinen Handy- oder Tablet-Displays angesehen werden. Hier gilt die Devise: „Einfach mal machen!“ Zuschauer kommen übrigens nicht von allein – vergessen Sie nicht, Ihre Videos zu streuen, und nutzen Sie dazu Ihre Website, den Blog oder Ihre anderen Social-Media-Auftritte.

Noch mehr Tipps? Schauen Sie sich unser Videointerview mit Oguz Yilmaz an:

Instagram und Snapchat – der schnelle Schnappschuss für zwischendurch

Bild von Speaker Jan Bechler beim Social Media Day 2016
Foto: Jochen Müller

Auch KMU können die neuen Plattformen – Instagram, Snapchat oder sogar WhatsApp – für sich nutzen, so Jan Bechler, Experte für Digitale Transformation, im zweiten Vortrag. Doch bevor Sie wild alle Kanäle bespielen, gilt es zu überlegen, wo Sie Ihre Zielgruppe am Ehesten antreffen und was zu Ihrem Unternehmen passt. Kundenservice über WhatsApp? Gute Idee, aber bedenken Sie vorher einige grundsätzliche Fragen. Wie sind Sie dort zu erreichen? 24/7 oder nur Montag-Freitag von 9-17 Uhr? Wer reagiert auf Fragen und wer ist verantwortlich? Ein Beispiel für Kundenservice via WhatsApp ist eine Hamburger Apotheke. Sie informiert den Kunden mit einer Nachricht, wann seine Medikamente zur Abholung bereitliegen. Dies spart dem Kunden Zeit und unnötigen Frust. Zusatzkosten für die Apotheke: keine.

Gerade Snapchat ist für viele Unternehmen immer noch ein Sonderling. Wie Sie Snapchat clever nutzen können, zeigt das Autohaus Spindler aus Würzburg. Hier stellten Azubis via Snapchat die Ausbildungsberufe des Autohauses vor. Der Ton ist teilweise unterirdisch, die Bildqualität wackelig und der Look nicht unbedingt seriös. Doch genau das macht Snapchat aus. Der Content ist ungeschönt und deshalb authentisch. Auf Snapchat sind Inhalte maximal 24 Stunden verfügbar; hier geht es laut Bechler um den „schnellen Schnappschuss für Zwischendurch“. Warum Snapchat für das Autohaus Spindler trotzdem oder gerade deshalb die richtige Wahl war? Weil sich hier potenzielle Azubis aufhalten! Personaler aufgepasst: Vielleicht ist Snapchat die neue Alternative zur klassischen Stellenanzeige?

Instagram ist ebenfalls sehr visuell, allerdings wesentlich wertiger. Hier schaffen Marken Erlebniswelten, stellen Produkte dar, ohne plakativ zu verkaufen. Alles ist mit viel Design und Ästhetik verbunden. Oft wird mit sogenannten Influencern zusammen gearbeitet. Influencer sind für das jeweilige Thema wichtige Meinungsführer und bringen oft ihre eigene Reichweite (teils mehrere Tausend Follower) mit. Testen Sie statt einer klassischen Printanzeige doch einfach einmal die Zusammenarbeit mit einem (lokalen) Influencer. Wichtig: Er muss zu Ihrem Unternehmen und Ihren Werten passen!

Das Internet ist eine Urheberrechtsverletzungsmaschine

Die Nutzung von (Stock-)Bildern, das Teilen von Videos, die Verwendung von Links – im digitalen Zeitalter veröffentlichen wir Inhalte, die oft nicht unsere eigenen sind. Das wirft natürlich jede Menge juristischen Fragen auf und viele Unternehmen sind verunsichert. Dr. Ulbricht stellte dem Publikum kurzerhand sechs Themen zur Auswahl, von denen er drei nach Abstimmung behandelte. Tipp vom Experten: Das Reposten (Teilen) eines fremden Beitrags innerhalb desselben Netzwerks ist unbedenklich. Wechseln Sie jedoch die Plattform, lohnt sich ein Blick in die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Netzwerks. Vom Upload fremder Inhalte ist generell abzuraten. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie beim Teilen auf das Vorschaubild verzichten und nur Inhalte von Webseiten mit Share-Button posten. Wenn Sie Bilder mit Personen verwenden, müssen Sie das Recht am eigenen Bild beachten. Die sicherste Variante besteht darin, die jeweilige Person um Erlaubnis zu bitten, das Bild verwenden zu dürfen.

Mehr Tipps gibt Dr. Carsten Ulbricht auf seinem Blog http://www.rechtzweinull.de/ oder in unserem Bloginterview.

Facebook Werbung – Spielen kostet erstmal nix

Fast keine Plattform kennt uns so gut wie Facebook. Das können Unternehmen sich mit Facebook-Werbeanzeigen zunutze machen. „Personas gehen nicht weg“, sagt Nicole Simon, Autorin und Spezialistin für Social Media. Machen Sie sich deshalb die Mühe und überlegen sie zuerst, wie Ihre tatsächlichen Kunden aussehen. Welches Alter, welche Interessen und Vorlieben zeichnen sie aus? Diese Eigenschaften verwenden Sie zur Definition Ihrer Zielgruppe auf Facebook.

Haben Sie diesen Schritt bewältigt, können Sie sich auf www.fb.com/ads ein Bild über die unendlichen Möglichkeiten des Facebook-Targetings machen. Völlig kostenlos.

Bevor Sie anschließend den letzten Schritt gehen und Ihre erste Werbeanzeige schalten, sollten Sie vorher das Ziel Ihrer Anzeige und den Prozess nach dem Klick auf die Anzeige genau durchdenken. Ihr Ziel ist es beispielsweise, durch Werbeanzeigen neue Kundenanfragen zu generieren? Was passiert, nachdem der Kunde durch das Klicken auf Ihre Anzeige auf Ihrer Website landet? Definieren Sie diesen Prozess so genau wie möglich, denn ohne diesen ist Ihr Werbebudget nicht mehr wert, als heiße Luft!

Oft stolpern Unternehmen über die Budgetfrage. Hier rät Nicole Simon einfach zum Mut zum Testen. Das Minimum, das Sie auf Facebook pro Tag für Ihre Werbeanzeige ausgeben müssen, ist 1 €. Achten Sie beim Erstellen darauf, die Gesamtlaufzeit einzustellen – so vermeiden Sie unnötige Ausgaben. Testen Sie doch einfach einige Wochen, was Facebook für Sie tun kann!

Livedebatte – heißes Finale

Im letzten Vortrag ließen es unsere Experten noch einmal richtig krachen! Via Twitter, unter #smd2016, und mit Mikrofon im Saal konnten noch unzählige Fragen live geklärt und ausdiskutiert werden.

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Autor

Corina Heinz
Referentin

Ich befasse mich seit 2011 mit Online-Marketing, E-Commerce und E-Mail-Marketing. Während meiner Tätigkeit als Social-Media-Account-Managerin betreute ich über 100 Projekte mit dem Schwerpunkt Facebook-Marketing und Content-Erstellung. Als Beraterin im BIEG bündele ich das Praxiswissen aus Social Media, Webdesign und zahlreichen anderen Internet-Marketing-Themen.

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