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Neulich beim Social-Media-Check: Ohne Strategie geht es nicht!

11 Nov

(11.11.2015) Sie begegnen uns immer wieder in unserer Beratung: Unternehmen, die nach dem Gießkannenprinzip vorgehen und denselben Content auf sämtlichen Social-Media-Kanälen streuen. Hinzu kommt, dass mitunter der letzte Post dann auch schon mal mehrere Monate zurückliegt. Wie man das Thema Social Media sinnvoll angeht, erfahren Unternehmen regelmäßig bei unseren Social-Media-Checks oder in unseren individuellen Beratungsterminen. So auch am vergangenen Mittwoch beim Social-Media-Check mit Ulrike Katz von der Agentur justZARGES aus Frankfurt. Die Bandbreite der sechs Unternehmen reichte diesmal vom Sonnenstudio über einen Elektrofachhandel bis hin zur Konzerntochter. Gemeinsam haben wir die bisherigen Aktivitäten analysiert und Strategien für eine optimierte Herangehensweise erarbeitet.

Häufigster Fehler: Die Social-Media-Kanäle passen nicht

Bild: Rawpixel - Fotolia.com

Der Gedanke „Je mehr Social-Media-Kanäle ich bespiele, desto höher meine Reichweite“ ist nachvollziehbar, aber viel hilft eben nicht immer auch viel. Soll heißen: Definieren Sie zuerst möglichst genau Ihre Zielgruppe, und schauen Sie, auf welchen Kanälen sich diese tummelt. Auf XING und LinkedIn können Sie sich mit Ihren Geschäftspartnern vernetzen. Wissen sollten Sie, dass das internationale Business-Netzwerk LinkedIn inzwischen auch in Deutschland auf dem Vormarsch ist. Auf Facebook erreichen Sie Ihre Kunden im Wohnzimmer. Und für Instagram und Pinterest benötigen Sie ausschließlich Bildmaterial. Letzteres ist beispielsweise für einen Finanzdienstleister eher schwierig, für ein Reisebüro hingegen optimal. Punkt 2: In sozialen Netzwerken wollen Leute unterhalten werden bzw. suchen sie einen Mehrwert. Überlegen Sie also genau, bevor Sie den Schritt in ein Netzwerk wagen, mit welchen Inhalten Sie dies erreichen können. Wichtig ist zudem, dass Sie regelmäßig posten. Auf die Frage „Wie oft?“ gibt es keine pauschale Antwort. Das verhält sich ähnlich wie beim Newsletterversand: So lange Sie dem Kunden einen Mehrwert bieten, können Sie auch mehrmals am Tag posten. Sie sollten aber darauf achten, dass Sie nicht ausschließlich verkäuferisch agieren. Nehmen wir einmal das Beispiel Solarium: Neben dem Posten von Aktionsangeboten bieten sich außerdem Tipps zur Hautpflege an, z.B. wie Ihre Kunden die Urlaubs- oder Solariumbräune besonders lange behalten. Erstellen Sie einen Redaktionsplan und überlegen Sie sich, welche Themen rund um Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung für Ihre Zielgruppe interessant sind. Geben Sie Ihren Fans und Followern das Gefühl, dass Sie ihnen Gutes tun möchten und treten Sie in einen Dialog! Häufig ist auch der eigene Unternehmensblog das Herzstück der Content-Strategie. Arbeiten Sie in Ihren Posts mit Links zu Ihrer Website oder Ihren Produkten im Onlineshop. Vermeiden Sie es, denselben Post automatisiert in alle Kanäle zu streuen. So geschehen bei der Konzerntochter, die gleich drei Social-Media-Kanäle zu pflegen hatte und den Facebook Post aus Gründen der Zeitersparnis 1:1 auf Twitter stellte, sodass er mitten im Text abgeschnitten dargestellt wurde. Jeder Social-Media-Kanal funktioniert anders und erfordert daher eine individuelle Bespielung.

Reichweite, Reichweite, Reichweite!

Scheinbar ist alles ganz einfach: Die sozialen Netzwerke sind kostenfrei und die paar Posts lassen sich ganz nebenbei auch vom Praktikanten absetzen. Das mag in einigen Fällen funktionieren, in den meisten aber nicht. Fans und Follower fallen nicht vom Himmel. Der Erfolg von Social Media hat sich herumgesprochen, sodass immer mehr Unternehmen in die sozialen Netzwerke drängen und um die Gunst der Fans und Follower buhlen. Weiterer Nachteil für Unternehmen: Facebook ist in erster Linie ein Freunde-Netzwerk. Aus diesem Grund werden nicht alle Neuigkeiten von Unternehmen im Newsfeed der Fans angezeigt, denn der Platz ist begrenzt. Facebook und auch Twitter lassen sich Sichtbarkeit und Reichweite durch Werbung bezahlen. Unternehmen haben aber die Chance, mit vergleichsweise geringem Budget eine genaue Zielgruppenauswahl vorzunehmen. Natürlich können Sie auch selbst einiges für Ihre Reichweite tun: Bewerben Sie Ihre Social-Media-Kanäle auf Ihrer Website und auf sämtlichen Print-Publikationen. Schaffen Sie Anreize für Ihre Besucher mithilfe von Social Media Share Buttons, einzelne Beiträge oder Produkte auf Ihrer Website zu teilen. Nutzen Sie bei Posts sogenannte Hashtags (z.B. #Unternehmensname oder #Keyword), sodass Ihre Beiträge auch außerhalb Ihres Netzwerkes gefunden werden. Dies ist insbesondere bei Instagram oder Twitter ratsam. Vernetzen Sie sich mit Ihren Kooperationspartnern aus der Offline-Welt auch in den sozialen Netzwerken und liken oder teilen Sie Ihre Beiträge gegenseitig. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Social-Media-Profile immer aktuell wirken und ein Wiedererkennungswert durch die Einhaltung Ihres Corporate Designs sichergestellt ist. Wer möchte schon einem Unternehmen folgen, bei dem der letzte Post fünf Monate zurückliegt. Das reflektiert negativ auf Ihr Unternehmen. Lassen Sie sich nicht von einer geringen Fan- oder Follower-Zahl entmutigen. Es verhält sich nämlich genau wie bei einem erfolgreichen Newsletterverteiler: Klasse statt Masse. Eine Teilnehmerin bemängelte, dass die nur 60 Fans nicht zur Größe und Wertigkeit Ihres Unternehmens passten. Dass der letzte Post allerdings ein halbes Jahr zurücklag, hat sicher auch dazu beigetragen. Der Aufbau einer Community benötigt Zeit und viel Engagement. Und auch bei nur drei Likes kann ein Fan mit 1000 Freunden dabei sein und Ihr Beitrag wird dann plötzlich 300 Leuten statt nur Ihren 50 eigenen Fans angezeigt.

 

Sie interessieren sich für das Thema Social Media? Dann könnte unser Social Media Day am 2. Dezember 2015, von 14.00 bis 19.30 Uhr, in der IHK Frankfurt am Main, für Sie interessant sein. Hier geht's zum ausführlichen Programm!

Autor

Uta Nübl
Referentin

Uta Nübl ist seit 2013 als Referentin beim BIEG Hessen tätig und berät Unternehmen insbesondere in den Bereichen Website-Konzeption und Social-Media-Marketing. Zuvor war die gelernte Diplom-Betriebswirtin mehrere Jahre im Tourismusmarketing tätig.

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