Sie sind hier:

Neulich beim Social-Media-Check: Welche Inhalte eignen sich für meine Social-Media-Kanäle?

16 Mär
Visualisierung von sozialen Netzwerken
Bild: niroworld - Fotolia.com

(16.03.2016) Immer wieder treffen wir bei unseren Social-Media-Checks auf Unternehmen, die auf sämtlichen Social-Media-Kanälen vertreten sind. Schauen wir uns die Profile dann genauer an, liegt mitunter der letzte Post mehrere Monate zurück oder die Interaktion der Fans und Follower in Form von Likes, Shares und Kommentaren geht gegen Null. So auch wieder bei unserem Social-Media-Check kürzlich in der IHK Frankfurt am Main mit dem Social-Media-Experten Thorsten Biedenkapp. Die Bandbreite der sechs Unternehmen reichte diesmal vom Onlineshop für Teichzubehör über eine Rechtsanwaltskanzlei bis hin zum Champagnerhändler.

Viele Unternehmen machen den Fehler, sich überstürzt in die sozialen Netzwerke zu begeben. Getrieben von der vermeintlich hohen Gratis-Reichweite werden rasch Profile eingerichtet und die entsprechenden Social Media Icons stolz auf der eigenen Website präsentiert. Spätestens, wenn der tägliche Post dem Social-Media-Verantwortlichen ein großes Fragezeichen auf die Stirn wirft, weil es ihm wieder einmal an guten Inhalten mangelt, wird die eigentliche Herausforderung von Social Media erst deutlich: Content! Soziale Netzwerke sind Kommunikationskanäle und zum Kommunizieren benötigen Unternehmen nun einmal gute Inhalte, die Fans und Followern einen Mehrwert bieten oder sie unterhalten.

Bei der Auswahl der Social-Media-Kanäle sollten Sie daher strategisch vorgehen. In unserem Blogpost Neulich beim Social-Media-Check: Ohne Strategie geht es nicht! haben wir schon einmal berichtet. Die Entscheidung hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:

  • In welchen sozialen Netzwerken ist Ihre Zielgruppe vertreten?
  • Welche Inhaltsformate stehen Ihnen zur Verfügung (Videos, Fotos, Blogartikel etc.)?
  • Mit welchen Inhalten können Sie Fans und Followern einen Mehrwert bieten bzw. sie langfristig unterhalten?

Das richtige Content-Format für mein Geschäftsmodell

Sie benötigen also Inhalte für Ihre Social-Media-Kanäle. Nun machen die diversen sozialen Netzwerke unterschiedliche Inhaltsformate erforderlich. Während YouTube eine Video-Plattform ist, werden auf Pinterest und Instagram ausschließlich Bilder gepostet. Bilder funktionieren ebenso auf Facebook häufig in Kombination mit einem kurzen Text oder es werden gern auch Blogartikel verlinkt. Die sog. Tweets auf Twitter bestehen in erster Linie aus max. 140 Zeichen, gespickt mit Hashtags und inzwischen auch Fotos. Die sozialen Netzwerke geben also die Content-Formate vor.

Nun ist die Frage: Welche dieser Formate können Sie auch bereitstellen? Haben Sie Zeit und Know-how, Videos zu produzieren, oder das Budget, sie produzieren zu lassen? Für einige Branchen gestaltet es sich beispielsweise schwierig, Content in Form von Bildmaterial zu liefern. Nehmen wir einmal einen Finanzdienstleister: Für ihn wäre Pinterest eine völlig ungeeignete Plattform, da sich seine Dienstleistung schlecht visualisieren lässt. Das sähe bei einem Reisebüro oder Friseursalon schon wieder ganz anders aus. Für manches Unternehmen ist ein Blog da viel geeigneter. Hier lässt sich mit Know-how in Form von Text punkten. Der Finanzdienstleister könnte so zum Beispiel regelmäßig Tipps zur Geldanlage geben und seine Artikel auf Facebook oder Twitter verlinken. Analysieren Sie also zuerst, in welche Content-Formate sich Ihre Produkte oder Dienstleistungen am besten verpacken lassen. Für viele Unternehmen funktionieren gleich mehrere Formate, für einige hingegen nur wenige. Und dann müssen Sie natürlich abklären, wer in Ihrem Unternehmen über Zeit und Know-how verfügt, regelmäßig Blogartikel zu verfassen oder vor die Kamera für das YouTube-Video zu treten bzw. dieses selbst zu produzieren. Finden sich im eigenen Unternehmen keine Ressourcen, kann eine Agentur gerade in der Anfangsphase hilfreich sein. Sie gewährleistet Professionalität und liefert kreative Ideen. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Content dabei nicht an Authentizität einbüßt!

Die richtigen Inhalte für meine Social-Media-Kanäle

Eine Frage sollten Sie sich gleich zu Beginn Ihres Entscheidungsprozesses für oder gegen soziale Netzwerke stellen: Welches Interesse sollte jemand haben, Ihrem Unternehmen längerfristig auf Facebook, Twitter, Pinterest etc. zu folgen? Welchen Mehrwert können Sie Ihren Fans und Followern bieten? Wie können Sie sie unterhalten? Es gibt Geschäftskonzepte, die für Social Media weniger geeignet sind, weil der Kundenlebenszyklus einfach zu kurz ist. In unserem Social-Media-Check hatten wir einen solchen Fall. Eine Rechtsanwaltskanzlei postet fleißig Blogartikel zu diversen Rechtsthemen auf ihrem Facebook-Profil, die Interaktion geht trotz zahlreicher Fans gegen Null, die Beiträge wurden meist nur von den eigenen Mitarbeitern geliked. Die Frage, die sich die Kanzlei nun beantworten sollte, lautet wie folgt: Was für einen Grund sollte ein Mandant haben, der Kanzlei nach erfolgreich beigelegtem Rechtsstreit auf Facebook längerfristig zu folgen? Sind die professionellen Blogposts, die fleißig auf Facebook verlinkt werden, vielleicht doch vielmehr für Anwaltskollegen oder Google relevant als für Kunden? Wenn dem so ist, benötigt die Kanzlei dann noch ein zusätzliches Facebook-Profil oder wäre der Blog auf der Website vielleicht ausreichend? Überlegen Sie also vorab genau, welche Themen Sie auch im weitesten Sinne rund um Ihre Produkte besetzen können, die für Ihre Zielgruppen relevant sind. Klammern Sie sich dabei nicht zu fest an Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung, sondern denken Sie auch an verwandte Themen. Ein Champagnerhändler kann in sozialen Netzwerken neben der Präsentation verschiedener Champagner auch die Winzer und deren Weingüter, die Reiseregion Champagne oder kulinarische Genüsse in Kombination mit Champagner thematisieren. Tipps zur Lagerung, Trinktemperatur oder die Wahl der richtigen Gläser wären ebenso denkbar. Sind Sie regelmäßig auf der Suche nach Azubis und Fachkräften? Dann könnten Sie Ihre Social-Media-Kanäle ebenfalls dazu nutzen, sich als guter Arbeitgeber zu positionieren, indem Sie Blicke hinter die Kulissen gewähren, Azubis oder Mitarbeiter zu Wort kommen lassen o.ä.

Auf gar keinen Fall sollten Sie den Fehler begehen, Social Media als reinen Verkaufskanal zu betrachten. Auch wenn Sie natürlich gern verkaufen möchten, so sollten Sie Ihren Fans und Followern immer das Gefühl vermitteln, dass Sie ihnen etwas Gutes tun bzw. einen Mehrwert bieten möchten. Rabattaktionen und Produktvorstellungen sollten Sie daher eher subtil einsetzen.

Ein Redaktionsplan hilft Ihnen, Ihre Inhaltsideen zu strukturieren und gewährleistet, dass Sie nicht bei jedem Post auf’s Neue überlegen müssen, was Sie heute thematisieren. Vorlagen für Redaktionspläne können Sie sich kostenfrei im Internet herunterladen. Um an Ideen für Inhalte bzw. beliebte Keywords zu gelangen, nutzen Sie auch kostenfreie Tools wie

W-Fragen-Tool
Google Suggest

Google Trends

Google Keyword Planner

Auch internationale Feiertage wie beispielsweise der Weltkindertag könnten als Aufhänger für Ihre Posts dienen.  

Fazit: Ihre Zielgruppe entscheidet über Ihre Social-Media-Kanäle. Und Ihr Geschäftsmodell entscheidet über die Content-Formate und damit ebenfalls indirekt über die Social-Media-Kanäle. Neue Fans und Follower zu gewinnen wird für Unternehmen zunehmend schwieriger, weil in der Zwischenzeit viele Unternehmen in sozialen Netzwerken aktiv sind und um die Gunst von Fans und Followern buhlen. Da hatten es Unternehmen vor ein paar Jahren noch leichter. Nicht umsonst erlebt Facebook-Werbung gerade einen Boom.

Social Media Day am 30. November 2016 in der IHK Frankfurt am Main

Sie interessieren sich für das Thema Social Media? Dann könnte unser Social Media Day am 30. November 2016 von 14.00 bis 19.30 Uhr in der IHK Frankfurt am Main für Sie interessant sein.


Autor

Uta Nübl
Referentin

Uta Nübl ist seit 2013 als Referentin beim BIEG Hessen tätig und berät Unternehmen insbesondere in den Bereichen Website-Konzeption und Social-Media-Marketing. Zuvor war die gelernte Diplom-Betriebswirtin mehrere Jahre im Tourismusmarketing tätig.

Archiv

Der BIEG Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit unserem monatlichen Newsletter. Wir informieren Sie über aktuelle Veranstaltungen und unsere neuesten Leitfäden!