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Social Media Day 2017 – von XING bis Storytelling

20 Dez
Foto: Jochen Müller/IHK Frankfurt am Main

Social Media als magische Lösung für schwächelnden Umsatz und ausbleibende Kunden? Ja! Mit Kundenfokussierung und der richtigen Strategie!

Beim unserem diesjährigen Social Media Day stand die strategische Herangehensweise im Vordergrund. Über 440 Teilnehmer waren da, um von den führenden Experten zu erfahren, wie sie durch den Einsatz sozialer Plattformen neue Kunden gewinnen und bestehende binden können oder wie das Verkaufen über Social Media funktioniert.

Storytelling – Der Unternehmer spricht selbst

Foto: Jochen Müller / IHK Frankfurt am Main

Alexander Christiani, Gründer des Instituts für Storytelling, kam in seiner Keynote zum Thema Storytelling gleich auf den Punkt: „Werden Sie nicht Preis- oder Qualitätsführer in Ihrer Branche. Richtig erfolgreich sind die Unternehmen, die Aufmerksamkeits-Marktführer sind.“ Interessenten müssen Sie erst einmal wahrnehmen und kennen lernen und das schaffe man durch gute Geschichten, authentisch präsentiert vom Unternehmer selbst. Ein gutes Beispiel dafür sei Claus Hipp, der mit seinem Namen (und Konterfei) für die Qualität seiner Produkte wirbt. „Erzählen Sie die Geschichte Ihrer Branche und Ihres Unternehmens, wie sie noch nie erzählt worden ist“, so Christiani. Dabei können Unternehmen durch Storytelling genau wählen, wie sie ihre Geschichte erzählen wollen. Aber egal ob Sie eine Marken- eine Referenz- oder eine Herkunftsgeschichte erzählen – der Kunde und seine Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt jeder guten Story.

Social Selling – durch Beziehungen verkaufen

Foto: Jochen Müller/ IHK Frankfurt am Main

„Aktivitäten, die darauf abzielen, Kundenbeziehungen aufzubauen oder zu vertiefen, um dadurch Aufmerksamkeit und Umsatz zu steigern – das ist die Definition von Social Selling“, so André Lapehn, strategischer Projektleiter bei business4brand, gleich zu Beginn. Verkaufen über soziale Kanäle funktioniere tatsächlich, aber wer denkt, mit platten Werbeargumenten weiterzukommen, der täuscht! Entscheidend sind die Kundenbeziehung und das Wissen um die tatsächlichen Kundenbedürfnisse. So können Unternehmen dem Entscheider im richtigen Moment das passende Know-how anbieten. Das führe dazu, dass Unternehmen, die erfolgreich Social Media nutzen wollen, weg müssen von der klassischen Bewerbung von Produkten/Dienstleistungen, hin zu einer kundenzentrierten Kommunikation und Interaktion auf Augenhöhe. Bieten Sie also Ihren Fans statt platter Werbung konkreten Nutzen auf Facebook, Instagram & Co. Das können Antworten zu immer wiederkehrenden Kundenfragen sein, beispielsweise: „Wie tausche ich die Tintenpatrone in diesem Druckermodell?“ Es können aber auch Infografiken sein, die komplexe Produkte oder Zusammenhänge erklären. Scheuen Sie sich auch nicht das Ganze ab und an humorvoll anzugehen. Kunden wollen auch unterhalten werden.

Binden Sie Social Media in Ihre Unternehmensstrategie mit ein

Ein Jäger legt im Hochstand auf einen Hasen an, schießt aber 50 Meter rechts daran vorbei. Auch der zweite Schuss geht daneben, allerdings 50 Meter zu weit links. Statistisch gesehen ist der Hase jetzt tot, was ihn aber in der Realität nicht davon abhält vergnügt davonzuhoppeln. Was das mit Social-Media-Strategie zu tun hat? Guido Augustin berät mittelständische Unternehmen, die klare Botschaften senden wollen, und stellt immer wieder fest, dass viele den Fehler machen, statt individueller Strategien auf allgemeingültige Formeln für den Social-Media-Erfolg zu setzen. Aber empirisch gute Lösungen müssen bei Ihrem Unternehmen nicht zwangsläufig funktionieren – siehe Hase. Augustin empfehle deshalb, immer zuerst die internen Ressourcen abzuklären und dann zu überlegen, welchen Content man an welche Zielgruppe ausspielen wolle. Erst dann stehe die Auswahl der Kanäle zur Debatte. Wichtiger Tipp: Binden Sie die Social-Media-Strategie immer in die gesamte Unternehmensstrategie ein. Nur so kann Social Media ein erfolgreicher Teil Ihrer Kommunikation werden.

B2B-Marketing mit XING

Deutschlands XING-Experte Nr. 1 Joachim Rumohr zeigte im 4. Vortrag eindrucksvoll, dass XING mehr als eine Visitenkartensammlung sei. Wieselflink sprang er durch die 440 Teilnehmer und sammelte und verteilte zeitgleich Visitenkarten. Wieder auf der Bühne erläutere Rumohr den Sinn der Aktion. „Nur weil ich jetzt Ihre Visitenkarte habe und Sie meine, ist noch keine Beziehung zwischen uns entstanden.“ Das wiederum ist aber die Basis für das erfolgreiche Networking auf XING. „Was ich nicht ausstehen kann, sind Kontaktanfragen ohne Nachricht. Das sind meist Menschen, die wahllos Kontakte sammeln, ohne wirkliches Interesse an der Person oder dem Nutzer einer Vernetzung zu haben“, so Rumohr. Tipps zur Nutzung von XING folgen prompt. Pflegen Sie Ihr Profil, inkl. Bild und Ihre Angaben zu „Ich suche“ und „Ich biete“, ohne hier eine biblische Liste Ihrer Fähigkeiten abzubilden. Diese Stichworte sind vor allem dann wichtig, wenn jemand gezielt nach Qualifikationen sucht. Im „Portfolio-Bereich“ haben Sie zudem die Möglichkeit durch Bilder, Links und PDF-Anhänge Ihre Expertise zu belegen bzw. sich als Unternehmen mit einer Art „kleinen Website“ auf XING zu präsentieren. Und das Vernetzen? Das ist natürlich wichtig, gerade für Unternehmen im B2B-Bereich. Stellen Sie aber lieber gezielte Kontaktanfragen anstatt massenhaft Menschen zu kontaktieren. Eine gute Kontaktanfrage enthält üblicherweise eine Nachricht, die erklärt, worum es geht, den Nutzen einer Kontaktbestätigung hervorhebt und eine Handlungsaufforderung enthält, beispielsweise Sie anzurufen. Erst dann wird aus einer anonymen Visitenkartensammlung eine Liste mit Menschen, zu denen Sie eine Beziehung haben.

Recht im Social Media

Das Recht nicht langweilig sein muss, bewies Dr. Carsten Ulbrich, Rechtsanwalt und Datenschutzexperte, Stuttgart,  im letzten Vortrag. Aus fünf Themen konnten sich die Teilnehmer zwei Themen aussuchen. Die Entscheidung fiel auf die Themen Urheberrecht und Datenschutzgrundverordnung. Tipps vom Experten: Unternehmen müssen beim Einsatz von Bildmaterial aufpassen, dass Sie sowohl Urheber- als auch Persönlichkeitsreche beachten. Das Reposten (Teilen) eines fremden Beitrags innerhalb desselben Netzwerks ist unbedenklich. Wechseln Sie jedoch die Plattform, lohnt sich ein Blick in die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Netzwerks. Vom Upload fremder Inhalte ist generell abzuraten. Bei der Datenschutzgrundverordnung läuft nun der Countdown. Ab 25. Mai 2018 tritt sie in Kraft – Unternehmen sollten aber jetzt schon interne Prozesse rechtssicher umgestalten.

Hier lohnt es sich, die Internetrecht-Veranstaltung des BIEG Hessen im Februar in der IHK Frankfurt zu besuchen! Ziel der Veranstaltung ist es, kleinen und mittleren Unternehmen zu zeigen, was sie durch die Neuerungen der Datenschutzgrundverordnung im Online-Marketing beachten müssen und wie sich Unternehmer optimal darauf vorbereiten können. Denn wie der IHK-Vizepräsident Thomas Reichert bei der Begrüßung sagte: „(Industrie- und Handels-)Kammer kamma‘ brauchen.“

Das Resümee des vierten Social Media Days? Vertrauen Sie auf eine individuelle Strategie, statt jedem Trend – sei er noch so magisch – hinterherzurennen. Und nicht vergessen: Der Kunde steht immer im Fokus all Ihrer Bemühungen.

Sie wollen mehr zum Thema Internetrecht erfahren?

Unsere Veranstaltung Internetrecht findet am 21.02.2018 in der IHK Frankfurt statt. Melden Sie sich jetzt an.

Autor

Corina Heinz
Referentin

Ich befasse mich seit 2011 mit Online-Marketing, E-Commerce und E-Mail-Marketing. Während meiner Tätigkeit als Social-Media-Account-Managerin betreute ich über 100 Projekte mit dem Schwerpunkt Facebook-Marketing und Content-Erstellung. Als Beraterin im BIEG bündele ich das Praxiswissen aus Social Media, Webdesign und zahlreichen anderen Internet-Marketing-Themen.

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