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Social Media für Goldfische: Tipps vom Social Media Day

12 Dez

Ein Goldfisch hat eine Aufmerksamkeitsspanne von 3,7 Sekunden. Wenig? Ein durchschnittlicher Internetnutzer hat etwa nur 1,7 Sekunden! Die Frage ist: Wie können Unternehmen in dieser kurzen Zeit überzeugen? 

Bild: Müller / IHK Frankfurt

Instagram – der neue Star am Social-Media-Himmel?

Die gute Nachricht: Mit 15 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland ist Instagram ein chancenreicher Kanal für Unternehmen, um neue Kunden und Interessenten anzusprechen. Die Plattform lebt von ästhetischen Bildern und gut in Szene gesetzten Produkten oder Menschen. Helge Ruff, Geschäftsführer der Münchner Social-Media-Agentur OneTwoSocial dazu am Social Media Day: „Text ist bei Instagram fast ein wenig Wurst. Im Vordergrund stehen Inszenierung und Kreativität“. Da liegt auch der Hund begraben. Unternehmen sollten das visuelle Handwerk beherrschen. No-Gos seien eingekaufte Stockbilder oder schlechte Fotos. Der Unternehmer ist Produzent; im Fokus stehen Authentizität und eine eigene, professionelle Bildsprache. Ruffs Erfolgsfaktoren: „Das Geniale ist immer das Einfache! Ein Bild braucht einen klaren Fokus.“ Dazu eine simple Botschaft, ein schnell erfassbarer Text und nicht vergessen: ein Mediabudget. Denn Social Media ist zu 100% Paid Media! Content und Mediabudget gehören zusammen. Alles andere ist Illusion.

 

 

Bild: Müller / IHK Frankfurt

Bewegtbild als wichtiger Trend

Weltweit lag im Jahr 2017 die durchschnittliche Nutzungsdauer von Online-Videos pro Tag bei 56 Minuten.  Ein Grund für Unternehmer, sich diesem Trend genauer zu widmen. Die Schwierigkeit bei der Sache ist allerdings, im Wust von YouTube-Videos, Facebook und Instagram-Storys sichtbar zu werden. Fakt ist: „Das Anschauen von Videos im Internet ist freiwillig!“ So die erste Lektion von Patrick Benner, Geschäftsführer der Frankfurter Digital-Agentur ARTUS interactive. Unternehmen, die es schaffen relevante Informationen in ein kurzes Video zu packen, haben die Chance, nicht nur ihre Interaktionsrate zu steigern, sondern potenzielle Käufer von sich zu überzeugen. Das Stichwort lautet hier „kurz“. Denken Sie nochmal an den Goldfisch. Wie schaffen es Unternehmen beim User Relevanz zu erzeugen, wenn sie nur wenige Sekunden Zeit haben? Wichtig sei es, in den Anfangssekunden zu vermitteln, welcher Nutzen den Zuschauer erwartet und wer der Absender ist. Was nutzt es, wenn Ihre Botschaft gut ankommt, aber am Ende unklar bleibt, wer dahinter steckt. 


Überlegen Sie, was wichtige Fragen Ihrer potenziellen Kunden sind. Basis sind oft typische Kundenanfragen, beispielsweise die Funktionsweise Ihres Produktes, wie das Wechseln der Druckerpatronen. Benners Tipp: „Es muss nicht gleich perfekt sein.“ Wichtig sei vor allem, dass Ton und Ausleuchtung stimmen. Aufgrund der mobilen Nutzung verändere sich auch das gewohnte Videoformat. Hochkant sei das neue Querformat.

Pinterest ist eine Suchmaschine

In einem Zug genannt mit Facebook, Instagram, und Co. funktioniert Pinterest dennoch anders als die „üblichen“ sozialen Kanäle. „Pinterest ist viel eher eine Suchmaschine“, sagt Katja Raasch, Social-Media-Beraterin und Speakerin auf dem Social Media Day 2018. Unternehmen können sich ein Profil und diverse Pinboards anzulegen. Früher riss man Ideen für Geburtstagsgeschenke oder Wohnaccessoires aus Zeitungen und hängte sie an seiner Pinnwand auf. Heute macht man dies virtuell auf Pinboards. Da User hier gezielt nach Themen wie Einrichtung oder Tipps für die nächste Steuererklärung suchen, haben Pins auf Pinterest eine sehr lange Lebenszeit. Inhalte auf Instagram oder Facebook verschwinden dank des Algorithmus schnell von der Timeline des Nutzers. Bei Pinterest hingegen sind die meisten Pins sogenannte Repins. Das heißt, Inhalte, die ein Unternehmen pinnt, werden von anderen Usern auf deren eigenen Pinnwänden wieder gepinnt. Über diese Art von „Empfehlung“ gelangen ganz neue Interessenten auf Ihre Unternehmenswebsite. Deshalb sollte hinter jedem Ihrer Pins ein Link zu einem Ihrer Produkte oder Dienstleistungen stehen. Ziel ist es, den Interessenten zum Kunden zu machen.
 

Bild: Müller / IHK Frankfurt

Influencer-Marketing statt klassischer Werbung?

In den sozialen Medien gibt es unzählige Unternehmer und eine Vielfalt an Content, der miteinander konkurriert. Für Unternehmen wird es deshalb immer schwieriger sich Gehör zu verschaffen. Ist Influencer-Marketing die Lösung und was können Unternehmer eigentlich damit erreichen?

Ziele können die Erhöhung der eigenen Reichweite, die Stärkung der eigenen Marke und natürlich auch Links sein. „Das Problem bei der Zusammenarbeit mit Bloggern ist allerdings, dass man es hier mit Menschen zu tun hat“, sagte Kerstin Tim (Head of Search beim Reiseveranstalter Fit Reisen) bei Ihrem Vortrag. Das bedeutet für Sie als Unternehmer, dass Influencer-Marketing mehr ist, als reine „Produktwerbung gegen Entgelt“. Vielmehr geht es um den Aufbau einer Beziehung auf Augenhöhe. Das Schöne ist, dass der Blogger eine eigene Reichweite besitze und seine Zielgruppe idealerweise Ihre Zielgruppe ist. Im Klartext bedeutet das: keine Streuverluste! Trotzdem tun sich viele Unternehmer schwer, den richtigen Blogger zu finden. 


Klar sein sollte, dass Influencer Geld kosten, genau wie Werbung in Radio und TV. Hier birgt die Zusammenarbeit mit sogenannten Mikro-Influencern großes Potenzial für kleine und mittlere Unternehmen. Mikro-Influencer sind Blogger mit kleiner, aber sehr feiner Reichweite. Ihr Vorteil: Sie sind noch unverbraucht und wirken sehr authentisch in Ihren Produktempfehlungen. Fast, als würde der beste Freund eine Empfehlung aussprechen. Ein Beispiel: Sie sind im Anglerbedarf und wollen den Anglertyp „Fliegenfischer“ ansprechen. Ein Mikro-Blogger zu diesem Thema hat ebenjenen als treuen Leser bereits gewonnen. Sie profitieren einerseits von seiner Reichweite, andererseits vom Blogger selbst, der als authentischer Markenbotschafter seine Empfehlung für Ihr Angelgeschäft glaubhaft vermittelt.

Erst zuhören, dann senden – Social-Media-Monitoring

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Was der Volksmund weiß, wird im Internet gerne vernachlässigt. Dabei ist es hier besonders einfach, sein „Ohr am Kunden“ zu haben. „Social Media ist kein One-Way-Kanal. Reaktionen sind erwünscht. Trotzdem denken Unternehmen auch 2019 noch in einer Sendermentalität, statt aktiv zuzuhören“, so Svenja Teichmann, crowdmedia Hamburg, bei ihrem Vortrag zum Thema Monitoring im Web. Dabei ist es für ein Unternehmen essentiell zu wissen, ob und worüber diskutiert wird. Ein besseres Frühwarnsystem für die Qualität Ihrer Produkte und Dienstleistungen gibt es nicht! „Betreiben Sie aber kein Monitoring nur des Monitorings wegen“, rät Teichmann. Das Monitoring sei nur der erste Schritt. Wichtig sei es, die gewonnenen Erkenntnisse und Daten zu analysieren und konkrete To Dos abzuleiten, beispielsweise den dieskutierten Produktmangel zu beheben oder die Öffnungszeiten besser zu kommunizieren.

Begreifen Sie Social Media als wichtige Chance! Nicht nur um mehr Umsatz zu generieren, sondern um wieder näher am Kunden zu sein, seine Bedürfnisse und Wünsche zu kennen – weil Sie ihm zuhören. In dieser Hinsicht sind Off- und Online-Welt am Ende gar nicht so unterschiedlich.

Veranstalter, Referenten, Moderator, IHK-Vizepräsident - alle auf einem Fleck, um hallo zu sagen. Bild: Müller / IHK Frankfurt



Mehr zum Thema Social Media Marketing gibt es bei uns bereits wieder im Frühjahr in unserer Veranstaltungsreihe. Den Auftakt gibt das Seminar "Facebook" am 15. Mai 2019 in der IHK Fulda. Sie können sich schon anmelden!

 

 

Autor

Corina Heinz
Referentin

Ich befasse mich seit 2011 mit Online-Marketing, E-Commerce und E-Mail-Marketing. Während meiner Tätigkeit als Social-Media-Account-Managerin betreute ich über 100 Projekte mit dem Schwerpunkt Facebook-Marketing und Content-Erstellung. Als Beraterin im BIEG bündele ich das Praxiswissen aus Social Media, Webdesign und zahlreichen anderen Online-Marketing-Themen.

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