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Trendthema Messenger Marketing: Das Ende des E-Mail-Marketings?

29 Nov
Bild: Dennis Tröger - Screenshot

Wenige Dinge wurden so oft totgesagt wie die gute alte E-Mail. Seit 1984 existiert dieser Kanal – auch wenn es noch etwas dauern sollte, bis er kommerziell genutzt wurde. Ich bin sehr zurückhaltend, was die Ausstellung von Totenscheinen angeht. Doch die Technologie, die ich Ihnen heute vorstellen möchte, hat das Potential, das digitale Verhältnis zwischen Unternehmen und Kunden nachhaltig zu verändern.

In China gibt es Wochenmärkte – das sollte nicht weiter verwundern –, doch mit einem großen Unterschied: Während bei uns das Bargeld noch immer einen wichtigen Stellenwert einnimmt, wird auf chinesischen Wochenmärkten digital bezahlt. Jedoch nicht in einer besonderen App, sondern im Messenger – so wie auch WhatsApp oder der Facebook Messenger welche sind.

Inzwischen werden Messenger häufiger verwendet als jede andere App auf dem Smartphone der Benutzer. Diese Entwicklung ist in China bereits lange Realität. Facebook hat das erkannt und vermutlich auch deshalb WhatsApp für 20 Milliarden Dollar übernommen.

Auf der Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook dann letztes Jahr einen Einblick in die Zukunft gegeben: Wie Unternehmen in Zukunft über Messenger mit dem Endkunden interagieren können. Dafür wurde eine sogenannte "Messenger Plattform" geschaffen.

Einfach gesagt bedeutet das, dass es möglich ist Buttons, Galerien und Listen im Gesprächsverlauf anzuzeigen. Das zeigt sich gut auf dem Beispielbild des Messenger Bots der Innovationsberatung von Rohbau & Sonnenschein:

Messenger als Ersatz für Apps

Der Messenger wird damit zu einem Ersatz für Apps. Denn weltweit sinken die Downloadzahlen für die kleinen Helfer - anders als noch vor 5 Jahren, als sie neu und aufregend waren. Inzwischen scheint es geradezu anachronistisch, für jeden Anwendungsfall eine App installieren zu müssen.

Diesen Trend hat Facebook erkannt und die Messenger Plattform erschaffen. Noch steht diese Plattform nur für den Facebook Messenger bereit. Doch Mitte 2018 rechne ich damit, dass Facebook die Plattform für WhatsApp ebenfalls freischaltet. Zurzeit geht Facebook hierbei sehr konservativ vor - vermutlich, um die Nutzer nicht zu verschrecken. Nichtsdestotrotz sind WhatsApp Business Accounts bereits in der Beta-Phase.

Unternehmen, die sich frühzeitig richtig aufstellen, werden gegenüber der Konkurrenz einen großen Vorteil haben.

Die Anwendungsbereiche

Stellen Sie sich z.B. vor, Sie könnten Ihre nächste Pizza über den Messenger bestellen oder ein Taxi buchen. Die Anwendungsbereiche für Messenger Marketing sind vielfältig:

  • Support-Schnittstelle zum Kunden
  • Bestellsysteme wie z.B. für Pizza, Reisen, Hotels...
  • Active Sourcing, die Mitarbeiter-Gewinnung mit Messenger Marketing im Fokus
  • Informationssysteme, aktuelle Börsenkurse, Katastrophenalarme oder Wetterinfos (siehe: novi.funk.net von ARD / ZDF - super Beispiel!)
  • Integriert in Marketing-Kampagnen (wie bei der Sparkasse und Jägermeister)
  • Automatisiertes Onboarding neuer Mitarbeiter
  • Marketing-Schnittstelle

Kreative Köpfe werden in Zukunft vermutlich noch ausgefallenere Anwendungsbereiche für Messenger finden. Genau hier schließe ich auch die Klammer mit der Antwort auf die Frage, wieso E-Mail-Marketing ersetzt wird. Das Problem ist:

Der Kunde ist E-Mail-Marketing leid

Lesen Sie Ihre E-Mails oder klicken Sie nur noch auf "Als gelesen markieren"?

So geht es Ihren Kunden ebenfalls. Das führt zu Klickraten von 3 - 6% und Öffnungsraten von 20 - 40%. Im Messenger Marketing verändert sich das Verhältnis: Hier haben wir 20 – 40% Klickraten bei 60 – 90% Öffnungsraten. 

Mit Messenger Marketing ist es möglich wieder einen sehr engen Kontakt zu Ihrer Zielgruppe aufzubauen. Für diesen Kanal gibt es jedoch einige Regeln, die Sie unbedingt beachten sollten:

1. Authentisch sein: Sie erreichen Ihre Kunden hier in einem sehr persönlichen Bereich. Denken und handeln Sie hier wie ein Individuum – nicht wie ein Unternehmen.

2. Mehrwert schaffen: Sie haben genau eine Chance. Nerven Sie den Kunden, wird er Ihnen das weniger verzeihen als bei E-Mails.

3. Unterhalten: Unterhalten Sie den Nutzer! Seien Sie auch etwas verspielt oder zumindest offener. Natürlich muss die Tonalität zu Ihrer Zielgruppe passen. Wenn Sie als Finanzberatung mehr Smileys als Buchstaben verwenden, wirkt das befremdlich. Versuchen Sie jedoch nicht, mit Textwüsten und "Copy&Paste"-Mentalität Ihre E-Mails wiederzuverwenden.

4. Klare Strategie: Bitte machen Sie nicht den Fehler und "Führen halt mal Messenger Marketing ein" nur weil es en vouge ist. Planen Sie eine genaue Customer Journey und bauen Sie das Messenger Marketing in Ihre Strategie ein! 

Bild: Future-geralt-Pixabay.com

Die Zeit ist reif!

Messenger Marketing ist eine einmalige Chance vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen! Nie war es leichter Ihre Zielgruppe auf Facebook, Google und YouTube zu finden und einen automatisierten Verkaufsprozess zu starten.

In meiner Agentur sind wir so weit gegangen, dass einige Kunden nur noch über den Messenger verkaufen. Für die Unternehmen bedeutet das weniger Kosten in der Betreuung verschiedener Kanäle bei sofort messbaren Ergebnissen.

Diese Technologie wird den Markt verändern und die First-Mover werden einen immensen strategischen Vorteil erfahren.

Veranstaltungstipp: Internet Trends-2018

Weitere Trends des Messenger-Marketings erhalten Sie bei unserem Seminar „Internet Trends“ am 31. Januar in Heusenstamm unter anderem mit Dennis Tröger. Jetzt anmelden!

Gastautor

Dennis Tröger

Dennis Tröger hilft KMU und Selbstständigen, mit Online-Marketing die Neukundenakquise voranzutreiben und damit den Umsatz zu steigern. Seine Schwerpunkte sind Chatbots und Facebook Marketing. Er ist Autor des kostenfreien Leitfadens „Der Facebook Code“.

http://www.dennistroeger.com

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