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Video-Marketing: Bewegtbild sagt mehr als tausend Worte

04 Sep
Foto: Brian Jackson - Fotolia.com

(04.09.2014) Videos liegen voll im Trend. Ob Erklär- oder Produktvideos, Video-Stellenanzeigen oder Unternehmensvideos - so ziemlich alles lässt sich in Bewegtbildbotschaften verpacken. Webvideos erleben gerade einen Boom. Die Online-Videonutzung lag im Jahr 2013 bereits um 30 Prozent höher als im Vorjahr (Adobe Digital Video Benchmark Report 2013). Aber wie erklärt sich dieser Siegeszug?

Eine wichtige Voraussetzung für das Konsumieren von Video Content stellt die technologische Entwicklung dar. Schnelleres Internet sowie die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte sorgen dafür, dass Webvideos immer beliebter werden. So nutzen 85 Prozent der Deutschen Laptop, Smartphone oder Tablet Computer für den Internetzugang (Bitkom, Stand 05/2014). 21 Prozent aller im ersten Quartal 2014 abgespielten Online-Videos wurden auf mobilen Endgeräten abgerufen. Im Vergleich: Im selben Zeitraum des Jahres 2013 lag dieser Anteil noch bei rund 9 Prozent und in 2012 gerade einmal bei 3,4 Prozent (Global Video Index).

Kurze Videos werden dabei am Häufigsten geklickt. 81 Prozent aller Klicks entfielen auf Videos, die kürzer als 10 Minuten waren (Global Video Index). Und hier wären wir auch schon beim zweiten Erfolgsfaktor: Convenience. Webvideos lassen sich bequem konsumieren, Inhalte dank Bild und Ton schnell erfassen, und auch Emotionen können sie besser transportieren. Präsentiert sich beispielsweise der zukünftige Chef in  einer Video-Stellenanzeige, bekommt man ein Gefühl dafür, was den potentiellen Arbeitgeber ausmacht. Im Idealfall schafft solch ein Video Vertrauen. Oder nehmen wir eine Aufbauanleitung per Video für ein Möbelstück, ein sogenanntes Erklärvideo (oder auch How-to-Filme). Der Kunde muss keine langen und komplizierten Aufbauanleitungen studieren, gelangt schneller zum Ziel und ist am Ende zufriedener mit dem gekauften Produkt.

Weiterer Pluspunkt von Webvideos: der virale Aspekt. Videobeiträge werden im Netz besonders gern geteilt. So kann ein außergewöhnliches Video schnell auf mehrere Millionen Klicks kommen. Bestes Beispiel ist das YouTube Video "First Kiss", welches innerhalb von nur zwei Tagen 27 Millionen Klicks verzeichnete. Vielleicht könnte man es auch auf die Formel bringen: Je höher der Unterhaltungswert oder Mehrwert, den ein Video bietet, desto erfolgreicher ist es im Netz. Webvideos können somit zur Steigerung des Bekanntheitsgrades von Unternehmen beitragen.

Auch soziale Netzwerke haben den Boom der Webvideos erkannt und bieten  - zwar vorerst nur für ausgewählte Werbekunden - Videowerbung an. Bei Facebook haben die "Premium-Video-Anzeigen" eine Länge von maximal 15 Sekunden. Sie laufen automatisch ohne Sound im Newsfeed. Sobald der Nutzer auf das Video klickt, erscheint es im Vollbildmodus, und der Sound kommt hinzu. Die Werbevideos bei Twitter werden hingegen nicht automatisch abgespielt, sondern laufen erst, wenn der Nutzer darauf klickt. Die Video-Anzeige wird wie ein ganz normaler Tweet behandelt , den die Nutzer dann auch genauso kommentieren, retweeten oder favorisieren können.  

Auch die Restaurant- und Shop-Bewertungsplattform Yelp setzt seit Kurzem auf Bewertungen per Video. Die drei bis zwölf Sekunden langen Videos sollen zusätzlich zu den Bewertungen in Textform einen lebhafteren, ungeschminkten Eindruck von Restaurants oder Ladengeschäften vermitteln.

Einfach, kurz und unterhaltsam sollten sie also sein, die Webvideos. Mit der zunehmenden Verbreitung  von Tablets und Smartphones sowie schnellerem und kostengünstigerem  Internet wird sich der Boom der Webvideos weiter fortsetzen. Wichtigste Plattform ist dabei YouTube, das Videoportal des US-amerikanischen Unternehmens Google Inc. Der Medienberater und Publizist Michael Praetorius beschreibt den Stellenwert von YouTube wie folgt: "Seit das englische Königshaus seinen eigenen YouTube-Kanal eröffnet hat, war für mich klar, dass YouTube kein Videoportal mehr, sondern eine Standardplattform ist. Google hat die Plattform fest in eine Vielzahl von Geräten eingebaut. Sie können heute auf jedem modernen Fernseher, Smartphone, Tablet oder einer Spielekonsole YouTube schauen. YouTube ist in seiner Reichweite, technischen Verbreitung und Skalierbarkeit unerreicht. Es gibt sicherlich Nischenangebote wie Vimeo oder livestream.com, die noch andere Zielgruppen erreichen oder andere technische Möglichkeiten bieten. Wer Bewegtbild erschließen will, sollte aber erst mal mit YouTube beginnen und aus den faszinierenden Analysen der eigenen Videos lernen."

Beispiele für Einsatzmöglichkeiten für Web-Videos:

Unternehmensphilosophie des Modeschmuckanbieters Pippa & Jean

Die Handwerkskammer  präsentiert Berufsbilder

Video-Stellenanzeige der Verkehrsbetriebe Zürich

Unternehmenswerbung von Mustafa's Gemüsekebap

Erklärvideo Onlineshop Emmas Enkel

Social Media Day am 17. September in der IHK Frankfurt

Erfahren Sie mehr zum Thema YouTube Marketing auf unserem Social Media Day am 17. September 2014 in der IHK Frankfurt am Main. Der Medienberater und Publizist Michael Praetorius von der NOEO GmbH spricht in seinem Vortrag "Den Boom der Webvideos nutzen - mehr Reichweite mit YouTube Marketing" zum Thema. Melden Sie sich an!

Autor

Uta Nübl
Referentin

Uta Nübl ist seit 2013 als Referentin beim BIEG Hessen tätig und berät Unternehmen insbesondere in den Bereichen Website-Konzeption und Social-Media-Marketing. Zuvor war die gelernte Diplom-Betriebswirtin mehrere Jahre im Tourismusmarketing tätig.

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