Sie sind hier:

Werbung im Wandel: 3 Fragen an den Werbeprofi Harald Kratel

02 Nov

(02.11.2015) Harald Kratel war schon bei renommierten Hausnummern wie der Bertelsmann AG, Premiere und AOL Europa für die Werbung zuständig. Seit 2010 ist er Geschäftsführer der Hamburger Werbeagentur mlv. Heute hat der Social-Media-Day-Speaker für uns drei Fragen rund um das Thema Social Media Marketing beantwortet.

BIEG: Sie sind erfahrener Werbeprofi. Wie beurteilen Sie die Entwicklungen in der Werbebranche während Ihrer fast 30-jährigen Laufbahn?

Harald Kratel: Die wesentlichen Veränderungen spielen sich im Mediennutzungsverhalten der Konsumenten ab! Wir sind heute alle mobil online unterwegs. Wir können uns kaum noch auf eine Sache alleine konzentrieren und nutzen immer mehrere Geräte gleichzeitig. Wir können keine Werbebotschaften mehr hören, sondern wollen Geschichten erzählt bekommen! Daraus folgt, dass die Werbung heute viel weniger Aufmerksamkeit bekommt und daher muss Werbung heute ganz neue Wege gehen: Sie muss laut sein, zielgerichtet auf den Kunden ausgesteuert werden und interessant für den Konsumenten gestaltet sein. Da ist das Thema Online / Social Media mehr eine Hilfe als ein Hindernis, um den Kunden zu erreichen.

BIEG: Ähnlich zu Google können sich Unternehmen inzwischen auch in den sozialen Netzwerken eine gewisse Sichtbarkeit mit Werbung erkaufen. Welche Erfahrungen haben Ihre Kunden mit Facebook-Werbung gemacht? Und was sollten Unternehmen beachten? 

Harald Kratel: Da eine ganz normale Nachricht auf einer Marken-Fanseite im Stream (auch Newsfeed) der Freunde dieser Marke so gut wie nicht mehr sichtbar ist (weil 95% der Freunde einer Fanpage die Nachricht gar nicht mehr in den Stream bekommen), muss man Werbung auf Facebook schalten um die eigenen Fans zu erreichen. Das lässt sich dort dann aber auch super aussteuern. Darüber hinaus kann man wunderbar die Freunde seiner Fans auch noch bespielen. Und auch das funktioniert ganz prima. Natürlich sind die Klickraten sehr, sehr niedrig. Was nicht verwunderlich ist, denn wir dringen ja in die Privatsphäre der Nutzer ein und da entscheiden die, was sie sehen wollen.

BIEG: Social Media hin oder her, welche weiteren Marketingmaßnahmen sollten Unternehmen auf gar keinem Fall vernachlässigen? 

Harald Kratel: BRANDING!! Wer glaubt, nur über verdrießliche Kommunikation verkaufen zu können, wird ganz schnell ernüchtert. Selbst ein Riesenkanal wie Google wird ganz schnell unprofitabel, wenn die Marke nicht parallel gepusht wird. Selbst Zalando wäre ohne die massive TV-Werbung viel weniger erfolgreich. Ob man Print, OOH (Out of Home), TV oder Online sein Branding macht, hängt von der Zielgruppe ab. Auf jeden Fall muss man aber auf vielen Kanälen / Touchpoints gleichzeitig spielen, sonst dringt man nicht mehr zum Kunden durch (siehe Frage 1). Und da fängt eigentlich die Kunst erst an. Das orchestrieren der EINEN Werbebotschaft über alle Kanäle ist eine hohe Kunst.

Social Media Day 2015 in der IHK Frankfurt am Main

Harald Kratel verrät am 2. Dezember auf dem Social Media Day 2015, wie Sie mit Facebook-Werbung mehr Umsatz erzielen können. Noch nicht angemeldet? Dann wird es aber langsam Zeit! Hier geht es zur Anmeldung.

Autor

Uta Nübl
Referentin

Uta Nübl ist seit 2013 als Referentin beim BIEG Hessen tätig und berät Unternehmen insbesondere in den Bereichen Website-Konzeption und Social-Media-Marketing. Zuvor war die gelernte Diplom-Betriebswirtin mehrere Jahre im Tourismusmarketing tätig.

Archiv

Der BIEG Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit unserem monatlichen Newsletter. Wir informieren Sie über aktuelle Veranstaltungen und unsere neuesten Leitfäden!