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Wie funktioniert Social Media Marketing?

04 Mär

(04.03.2015) Sie stehen beim Thema Social Media noch ganz am Anfang? Vielleicht haben Sie bisher in andere Marketingmaßnahmen investiert oder fangen als Existenzgründer erst mit Ihrer Marketingstrategie an. Dann sollten Sie sich schleunigst einen Überblick über das Thema Social Media Marketing verschaffen, denn in den sozialen Netzwerken wird auch dann schon über Ihr Unternehmen geredet, wenn Sie noch gar nicht vor Ort sind. Social Media Marketing hilft Ihnen einerseits dabei, bei den Gesprächen über Sie immer auf dem neusten Stand zu bleiben. Andererseits können Sie die Kommunikation auf Facebook, Twitter und Co. für sich nutzen, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, mit (potentiellen) Kunden in den Dialog zu treten und Ihr Branding zu verbessern.

Was ist Social Media Marketing?

© Rawpixel - Fotolia.com

Wenn Unternehmen soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Google Plus oder auch Tumblr und Instagram nutzen, um mit der Außenwelt in Kontakt zu treten, sprechen wir von Social Media Marketing. Aber die Angelegenheit ist nicht damit erledigt, dass Sie ein Facebook-Profil anlegen oder ein paar Tweets abschicken.

Die sozialen Netzwerke haben die Unternehmenskommunikation völlig verändert. Wenn Sie in den Neunzigern schon im Geschäft waren, dann erinnern Sie sich an die Zeit, in der das Unternehmen sich nur in von langer Hand vorgeplanter und offizieller Form an die Welt der potentiellen Kunden wandte: In Form von Anschreiben, Produktbroschüren und Reklame. Heute jedoch sind all Ihre Kunden, Interessenten und all die anderen Menschen, die ebenfalls eine Meinung über Sie haben könnten, in den sozialen Netzwerken versammelt. Sie reden dort konstant mit Ihnen und miteinander - auch über Sie, auch wenn Sie gar nicht anwesend sind, um es zu lesen. Die Corporate Wall wird Stein für Stein abgebaut. Beim Social Media Marketing geht es darum, sich an diesem ständigen Dialog aktiv zu beteiligen, sich sympathisch zu präsentieren, sich mit guten hochwertigen Inhalten eine Präsenz in der sozialen Welt zu erarbeiten.

An wen will ich mich wenden?

Mit wem wollen Sie denn eigentlich kommunizieren? Am Anfang jeder Online-Marketing-Strategie - aber vor allem der Social-Media-Strategie - stehen die Frage nach der Kerngruppe, die Sie ansprechen wollen, und die Frage nach den Zielen, die Sie mit dem Social Media Marketing überhaupt verfolgen. Bei unseren Social-Media-Checks versichern uns die teilnehmenden Unternehmen häufig, dass sie grundsätzlich jeden ansprechen wollen, der sich für das Produkt oder die Dienstleistung interessiert, doch so einfach ist es nicht, denn für "jeden" haben die wenigsten Unternehmen genügend Ressourcen. In welcher Gruppe werden Sie am Wahrscheinlichsten Umsatz erzielen? Welches Geschlecht, welche Altersgruppe, Großkunden oder Endkunden? Daraus können Sie ableiten, auf welchen Plattformen Sie diese Personen antreffen werden. Und in welcher Form und mit welchem Ziel möchten Sie mit dieser Zielgruppe kommunizieren?

Hinterfragen Sie an dieser Stelle auch, wie viel Aufwand Sie für das Social Media Marketing betreiben können und wollen. Wie viele Mitarbeiter stehen zur Verfügung? Wie viele Stunden pro Woche können investiert werden? Welche Vorerfahrungen bestehen im Unternehmen mit den sozialen Netzwerken?

Wer spricht online über mein Unternehmen?

Vor einigen Jahren in den frühen Tagen des Social Webs rauschte mal der Fall eines deutschen Vermieters von Hüpfburgen durch die Presse (sogar durch die internationale!), der auf die Anfrage eines Gymnasiasten, ob man wohl eine Hüpfburg kostenfrei für einen Abistreich ausborgen könne, mit einer ausgesprochen verärgerten E-Mail reagiert hatte. Man sei ja hier, um Geschäfte zu machen, nicht um Gymnasiasten zu bespaßen, und außerdem seien Gymnasiasten bekanntermaßen keine potentiellen Kunden, die man umwerben muss, sondern zukünftige Hartz IV-Empfänger. Der Gymnasiast war aber im Gegensatz zu diesem Unternehmen auf Facebook. Ein Screenshot der E-Mail war schnell gepostet. Der Vorfall war zu gleichen Teilen amüsant und empörend. Mit rasender Geschwindigkeit verbreitete sich die Anekdote im Internet, sprang von Plattform zu Plattform, vom Deutschen ins Englische. Da der Hüpfburgen-Vermieter davon nichts wusste, handhabte er auch die Presseanfragen, die bald bei ihm aufschlagen, nicht mit dem größten diplomatischen Geschick. Nach kürzester Zeit war es unmöglich geworden, das Unternehmen im Internet zu suchen, ohne in fast jedem Google-Suchergebnis auf den Vorfall hingewiesen zu werden.

Die Kunst der Vermeidung solcher Vorfälle bezeichnet man als Online Reputation Management. Mit diesem Thema sollten Sie sich ganz am Anfang befassen.

Wie können Sie also im Auge behalten, wer online über Sie spricht? Mit Social Media Monitoring. Social Media Monitoring fängt klein an. Suchen Sie auf Google und mithilfe der Suchfunktionen der gängigen sozialen Netzwerke nach Ihrem Unternehmen. Behalten Sie im Auge, wer Sie verlinkt. Social Media Monitoring Tools helfen Ihnen bei der Aufgabe. Wird der Aufwand noch größer, können auch externe Berater hinzugezogen werden.

Welche Plattformen brauche ich?

Sie haben sich jetzt also einen Überblick darüber verschafft, ob im Internet bereits über Sie geredet wird. Vielleicht haben Sie ja rege Unterhaltungen auf Google Plus oder Facebook entdeckt; das gibt Ihnen dann schon einen Hinweis darauf, dass sich Ihre Zielgruppe auf dieser Plattform aufhält und sich Aktivität in diesem sozialen Netzwerk für Sie lohnen könnte. Welche sozialen Plattformen werden von Ihrer Zielgruppe genutzt? Endkunden finden Sie in der Tendenz eher auf Facebook, B2B-Kunden eher auf XING oder dem internationalen Gegenstück LinkedIn, Tumblr eignet sich momentan für ein internationales junges Publikum, und Google Plus müssen Sie eher als Maßnahme für die Steigerung Ihrer Sichtbarkeit im Internet ansehen,  nicht so sehr als Interaktionsplattform.

Die Auswahl der richtigen sozialen Netzwerke ist ein so umfangreiches Thema, dass das BIEG dazu einen "Leitfaden mit Überlänge" herausgegeben hat. Er verschafft einen Überblick und führt Sie Schritt für Schritt durch den Auswahlprozess: Social Media Marketing - Diese Plattformen brauchen Sie.

Erfolgsfaktoren des Social Media Marketings

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren des Social Media Marketings für den Einstieg sind meines Erachtens

  • ein souveräner, freundlicher und respektvoller Umgang mit den Followern und Fans (vgl. unseren Leitfaden Die fünf Erfolgsfaktoren des Social Media Marketing)
  • die Bereitstellung gut aufbereiteter Inhalte mit Mehrwert, für die sich die Menschen da draußen interessieren (browsen Sie das Content-Marketing-Tag auf unserem Blog)
  • Budgetierung: Kalkulieren Sie realistisch insbesondere den Zeitaufwand, bevor Sie auf einer Plattform einsteigen.
  • Webanalyse: Legen Sie messbare Ziele fest, die Sie mit Ihren Social-Media-Aktivitäten verfolgen, und setzen Sie die Analysetools der Plattformen und Ihrer Website ein, um ständige Erfolgskontrolle zu betreiben
  • konstante Optimierung: Arbeiten Sie immer weiter daran, Ihren Umgang mit den sozialen Netzwerken und Ihre Angebote und Inhalte zu verbessern
  • Nachhaltigkeit: Erfolg im Social Web stellt sich nicht über Nacht ein. Denken Sie langfristig. Geben Sie nicht auf.

Social-Media-Check des BIEG Hessen

Bei unserem Social-Media-Check können Sie sich Unterstützung bei Ihren Social-Aktivitäten und ihrer Social-Strategie holen. Dabei handelt es sich um individuelle Einzelgespräche; sind die Check-Sprechtage ausgebucht, können Sie auch gerne einen Beratungstermin zu einem anderen Zeitpunkt vereinbaren. Dieses Angebot ist kostenfrei und richtet sich ausschließlich an Unternehmen aus unseren IHK-Bezirken Frankfurt am Main, Fulda, Offenbach am Main und Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern.

Autor

Angelika Niere
Referentin

Nach einem Studium der Literaturwissenschaft wurde ich 2009 Referentin des BIEG Hessen. Dort betreue ich unsere Leitfäden und unseren Blog. Meine Schwerpunkte sind Content-Marketing und Storytelling.

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