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Zu Gast beim digitalen Stammtisch: Facebook für Einsteiger

19 Jun
Bild: Burst

(19.06.2018) Sie denken, dass Sie Facebook nicht brauchen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie falsch liegen. In einer Welt, in der 46% aller Internetnutzer bei ihren Kaufentscheidungen durch Social Media beeinflusst werden und 33% der Verbraucher den Kontakt mit Unternehmen am Liebsten via Social herstellen, ist Marketing ohne Einbindung der sozialen Netzwerke einfach nicht mehr denkbar.

Facebook soll uns zwar lediglich dabei helfen, mit Bekannten aus dem echten Leben in Kontakt zu bleiben – so zumindest Facebook-Gründer und -Geschäftsführer Mark Zuckerberg. Doch mit seinen über dreißig Millionen aktiven Nutzern allein in Deutschland ist die größte Social-Media-Plattform der Welt natürlich noch viel mehr, vor allem aus Unternehmersicht. Hier läuft alles zusammen – Privatleben und Beruf, Produktwerbung und Hobby, Mensch und Unternehmen.

Aus diesem Grund kamen kürzlich rund sechzig Unternehmen in unserem Facebook-Seminar in der IHK Hanau zusammen, wo Social-Media-Strategen Katja Raasch und Gero Pflüger, Inhaber der hannoverischen Social-Agentur „pflüger : kreativ ackern“ erklärten, was gerade für kleine und mittlere Unternehmen im Dschungel der Likes und Fans alles möglich ist.

Facebook = das wirkliche Leben

Was außer einem Freundschaftsnetzwerk ist Facebook denn nun? „Das wirkliche Leben“, so Raasch, oder auch: „ein digitaler Stammtisch.“ Die Grenzen zwischen privat und professionell verschwimmen. Und Gero Pflüger fügt später hinzu, dass gerade kleine Unternehmen aus genau diesem Grund einen natürlichen Vorteil haben, denn hier können sie ihre private und persönliche Seite inszenieren, die viele größere Unternehmen gar nicht (mehr) besitzen. In den Tagen des Offline-Marketing wurden Kleinunternehmer noch ermutigt, das eigene Geschäft unpersönlich zu präsentieren, ohne einzelne Personen in den Vordergrund zu stellen – das kaschiert die vermeintliche „Schwäche“ der geringen Unternehmensgröße und erzeugte den Eindruck von Autorität. Auf Facebook gilt das genaue Gegenteil. Es bietet die perfekte Plattform, um die persönliche Bedeutung des Unternehmens für Inhaber und Mitarbeiter und ihre Leidenschaft für Dienstleistung und Produkt in Szene zu setzen. Das schafft Authentizität.

Der Facebook-Algorithmus: Was wird warum und wann angezeigt?

Gero Pflüger in Action. (Bild: Brühl-Standfest)

Nichtsdestotrotz: Wer punkten will, muss zunächst gesehen werden. Wie entscheidet Facebook, welche der zahllosen Nachrichten von Freunden und Fanseiten dem einzelnen Nutzer im persönlichen Newsfeed angezeigt werden sollten? Gero Pflüger erklärt die drei wichtigsten Faktoren:

1. Affinität: Umso enger die Beziehung zwischen Nutzer und Quelle des Posts, desto besser. Die Beziehung ergibt sich aus früheren Interaktionen zwischen Nutzer und Seite – geteilten Beiträgen, Unterhaltungen und Likes –, aber auch aus geteilten Interessen mit Freunden.

2. Gewichtung („Weight“): Doch Interaktion ist nicht gleich Interaktion. Auch die Art und Weise zählt: Kommentare signalisieren größeres Interesse als bloße Likes, gute Bewertungen übertreffen Kommentare usw.

3. Zeit: Beim Zeitfaktor (zu Englisch „decay“, also Verfallszeit) dreht sich alles um das Timing des Postings: umso neuer, desto besser. Doch auch nach ein oder zwei Tagen können Posts noch im Newsfeed erscheinen, wenn Facebook sie der anderen beiden Faktoren wegen als besonders relevant einstuft.

Facebook-Einstieg: die sinnvollste Vorgehensweise

Beide Referenten betonen: keine Aktivitäten ohne Strategie. Werden Sie erst tätig, wenn Sie wissen, was Sie auf Facebook wollen. Raasch empfiehlt: Erarbeiten Sie zunächst Ihre Strategie, Ihre Zielgruppe, Ihre Ziele (wie Sie im Einzelnen vorgehen sollten, verraten unsere Strategie-Leitfäden). Sammeln Sie dann Themen, Möglichkeiten der Selbstpräsentation und Kundenkommunikation – was macht Sie zum Experten, welche Fragen beantworten Sie häufig, was kann ich bieten? Erarbeiten Sie dann einen Redaktionsplan für regelmäßige Postings.

Und später? Die wichtigsten Tipps für die Kommunikation auf Facebook: Beantworten Sie Beiträge immer – und zwar zeitnah. Gehen Sie bei Kritik lösungsorientiert und sachlich vor. Stellen Sie sicher, dass für verwendete Fotos und Videos das (am besten schriftliche) Einverständnis der abgebildeten Kunden und Mitarbeiter vorliegt. Und betrachten Sie Ihre Social-Media-Kanäle als essentiellen  Bestandteil Ihrer PR- und Marketingmaßnahmen. Zu vermeiden rät Raasch „ungepflegt“ wirkende Seiten, das Schlechtmachen von Mitbewerbern und das Ignorieren oder emotionale Reaktionen auf Kritik. Dass Urheber-, Wettbewerbs- und Datenschutzrecht beachtet werden müssen, sollte selbstverständlich sein.

Als nächstes dran: alles rund um den Newsletter

Im BIEG ziehen wir jetzt erst einmal weiter vom Thema Social zur E-Mail. Wer sich in Sachen E-Mail-Marketing fit machen will, kann sich am 23. August beim E-Mail-Marketing Day in der IHK Offenbach am Main über die aktuellen Anforderungen und Trends informieren. Oder ist Ihr Onlineauftritt insgesamt schon ziemlich gut? Dann melden Sie sich bis Ende August für die Teilnahme am Hessischen Website Award an und ringen Sie um den Titel des Unternehmens mit der besten Website im ganzen hessischen Mittelstand! Dem Sieger winken 5000 Euro und ein Pokal. Zur Website des Awards gelangen Sie hier.

Autor

Angelika Niere
Referentin

Nach einem Studium der Literaturwissenschaft wurde ich 2009 Referentin des BIEG Hessen. Dort betreue ich unsere Leitfäden und unseren Blog. Meine Schwerpunkte sind Content-Marketing und Storytelling.

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