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Wenn Kritik toxisch ausfällt: Drei Impulse, um zu vermeiden, sich davon vergiften zu lassen

16 Feb

Nehmen wir an, ein Shitstorm erwischt Sie eiskalt. Vielleicht ist es auch ‚nur’ eine als Verbalattacke formulierte Kritik, die Sie ‚trifft’. Was nun?

1. Einfach mal abschalten?

Wie wäre es, den Computer oder das Smartphone abzuschalten? Sie hätten Ruhe.

Aber was tun, wenn das für Sie keine Option ist? Findet ein Shitstorm meist im Internet statt, sieht das bei Verbalattacken oder der Kritik verärgerter Käufer, Auftraggeber, vom Chef, Kollegen oder Mitarbeitern schon anders aus. Unterscheiden wir aber in jedem der Fälle Inhalt und Verpackung der Kritik voneinander. Mitunter fällt es schwer, den Inhalt herauszufiltern. Aber es lohnt sich. Schließlich könnte es sein, dass Sie - Ihnen bisher verborgenes - Optimierungspotenzial erkennen, dass anderen bereits aufgefallen ist. Bewusst wahrzunehmen, was perspektivisch noch verbessert werden kann, ist ein wertvolles Geschenk. Wollen Sie es ablehnen, ausschließlich deshalb, weil es mies verpackt ist?

Äußert jedoch jemand Kritik an Ihnen – unabhängig von Ihrer Leistung oder macht ‚aus einer Mücke einen Elefanten’ – dies nur, um den eigenen Frust, um Verbitterung abzureagieren, dann hören Sie auf, dem noch länger Aufmerksamkeit zu schenken. Legen Sie bei Bedarf die Fakten dar, um Irritationen Dritter vorzubeugen.

2. Zu Fehlern stehen?

Es gab eine Panne. Ihnen unterlief fahrlässig ein Fehler. Stehen Sie dazu. Geben Sie Ihr Bestes, den Schaden zu begrenzen und die Angelegenheit zügig in Ordnung zu bringen. Jedem von uns unterlaufen Fehler. Beobachten Sie aufmerksam, wie die Rückmeldung erfolgt, mit der Ihr Auftraggeber, Käufer, Geschäftspartner oder auch Kollege, Chef oder Mitarbeiter diesen Vorgang mit Ihnen ‚auswertet’. Unterscheiden Sie zwei Optionen: Diese Person kann Sie entweder mit einem Etikett versehen, wie zum Beispiel ‚Saftladen’, ‚Schrottbude’, ‚Pfuscher’, ‚Ausschuss’, ‚schlampig’ und so weiter. Anders ausgedrückt: Die Meinung des oder der Kritisierenden zu Ihnen steht – wie in Stein gemeißelt – fest. Wird hier auf Augenhöhe miteinander umgegangen? Ist dies Ausdruck von Loyalität? Ist in diesem Fall das Fundament Ihrer Geschäftsbeziehung noch tragfähig? Dienen Sie lediglich als ‚Blitzableiter’? Ich komme in Punkt 3 darauf zurück.

Oder: Die Person sieht in Ihnen eine Möglichkeit, eine Option für die Zukunft. Ihr Gegenüber vertraut darauf, dass Sie über alles verfügen, was notwendig ist, um es die nächsten Male besser zu machen. Und: Ihr Gegenüber steht zur Verfügung, Ihnen – bei Bedarf – dafür notwendige Unterstützung zu gewähren. Dann haben Sie es mit einem ehrbaren Kaufmann, einem wertvollen Begleiter zu tun, der sich als Turbo oder Katalysator im Geschäft erweisen kann. Seien Sie dankbar dafür. Mögen Haltungen wie diese aktuell noch vom Lärm der „Aufmerksamkeits-Gier“ übertönt werden, sie setzen sich immer stärker durch.

3. Keiner ist perfekt.

Was immer Ihr Gegenüber Ihnen ‚an den Kopf wirft’, wie immer er Sie ‚etikettiert’: Das sind niemals SIE! Es handelt sich hier ausschließlich um ein Gedankenkonstrukt dieser Person, das viel über deren inneren Gemütszustand offenbart. Dieses Gedankenkonstrukt hat nichts, gar nichts mit der Realität zu tun. Gleiches gilt für übertriebene Hochglanz-Marketing-Versprechen, die im Praxistest zur Makulatur werden. Es ist Zeit, damit aufzuhören, unsere Authentizität hinter Masken und aufpolierten Fassaden zu verstecken. Das zu verinnerlichen, setzt voraus, dass Sie selbst zu sich stehen, dass Sie sich annehmen und mögen mit all ihren Stärken und Schwächen. Perfekte Menschen gibt es an jeder Ecke, sprach Gott, und erschuf die Erde als Kugel.

Gastautor

Dr. Martina Dressel

Dr.-Ing. Martina Dressel ist Unternehmerin, mehrfache Buchautorin, Rednerin und Mentorin. Ihre Leidenschaft: Menschen auf ein Leistungsniveau führen, zu einer Vitalität, Lebensqualität und -freude, die bisher jenseits ihrer Vorstellungskraft lagen. Ihr Antrieb: Wir verfügen über alle Ressourcen, Fähigkeiten und Technologien, um sämtlichen Herausforderungen unseres Alltags gewachsen zu sein. Was uns fehlt, ist das Bewusstsein dafür, welche Rolle wir selbst dabei spielen.

http://www.martina-dressel.de

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