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Digitale Sichtbarkeit – Mehr Besucher für Ihre Website

22 Mai
Foto des gefüllten Plenarsaals geschmückt mit BIEG-Logo.
Das war unser SEO-Day: Digitale Sichtbarkeit (Foto: Jochen Müller)

26. April 2018, 13:45 Uhr: Die letzten Teilnehmer nehmen Platz. In 15 Minuten geht’s los. Über 300 Interessierte besuchen unseren Event „Digitale Sichtbarkeit“, den wir im größten Saal der IHK Frankfurt – dem Plenarsaal – ausrichten. Als Veranstalter sind wir etwas nervös: „Hoffentlich klappt alles!“, freuen uns aber auf eine großartige Veranstaltung. Immerhin haben wir keine Kosten und Mühen gescheut, um ein ordentliches Line-Up bekannter Experten zusammenzustellen, wie beispielsweise Karl Kratz, Autor vieler Fachbücher (z.B. „Haifischbecken Internet Marketing“) oder Claudia Misselwitz, ehem. SEO-Profi von Gelbe Seiten. Moderiert wird der Event von einem „alten“ Bekannten: Frank Puscher. Der Journalist und Online-Marketing-Fachmann aus Hamburg hat bereits eine ganze Reihe unserer Veranstaltungen begleitet und besticht durch kritischen Fragen mit einer Prise Charme und Humor.

Foto von Speaker Karl Kratz
Karl Kratz: auch diesmal wieder gut in Form. (Foto: Jochen Müller)

In fünf Jahren läuft alles über Sprache

Dann kann es also losgehen! Nach einem kurzen Intro tritt Karl Kratz – der erste Referent – auf die Bühne, um den Teilnehmern zu erklären, wie sich Suchmaschinenoptimierung durch Sprachsteuerung verändert. Zunächst einmal sei erwähnt, dass Sprachsteuerung unser intuitivstes und natürlichstes Interface ist. Sprachsteuerung geht schneller als Tippen und kann auch von Menschen genutzt werden, die nicht schreiben können. Insofern steht außer Frage, dass sich diese Technik durchsetzen wird. Probleme bereitet die Technologie vor allem noch bei Marken und Produkten, die wir nicht so gut aussprechen können. Kratz geht davon aus, dass dieser Umstand erst in 4-5 Jahren behoben ist. Spannend ist die Frage, welche Subsysteme optimiert werden müssen, damit wir via Sprachsteuerung gefunden werden. Karl zählt auf: Alexa – die KI von Amazon – nutzt als Datenbasis unter anderem Yelp und Bing, die Suchmaschine von Microsoft. Wenn Sie diese Dienste vernachlässigen, werden Sie bei Alexa nicht gefunden. Für Suchen innerhalb des Amazon-Angebots sieht es bescheiden aus: „Entweder Sie sind auf dem ersten Platz, im Amazon Choice-Programm, oder Sie sind raus“, erklärt Kratz. Denn niemand lasse sich von Alexa mehr als einen Produkt-Treffer vorlesen. Siri – das kennen Sie vom iPhone – nutzt die Bing-Bildersuche und bezieht weitere Daten von Google, wofür die Suchmaschine 3 Milliarden US-Dollar an Apple zahlt.

Themen anstatt Keywords platzieren

Auch der zweite Referent des Tages, Dr. Christian Röck, Geschäftsführer der Online-Marketing-Akademie 121 Watt, geht davon aus, dass Sprachsteuerung in 5 Jahren so selbstverständlich sein wird, wie es bisher Tastatur und Maus waren. Thema seines Vortrags: „Tools und Taktiken für ein besseres Zielgruppenverständnis“. Laut Dr. Röck sind Tools der ersten Generation zur Analyse von Suchanfragen zwar immer noch elementar; er nennt den Google Keyword-Planer und Google Trends. Doch habe sich mit dem Hummingbird-Update von Google einiges verändert. Röck spricht von einem Paradigmenwechsel. Google versuche nun, Suchanfragen zu interpretieren. Es gebe 3 unterschiedliche Klassen von Suchintentionen: (1) Navigationssuchen („Restaurants in München“(, (2) Informationssuchen („Anzeichen von Schwangerschaft“) und (3) transaktionale Suchen („Türschilder online kaufen“). Google versuche neben der Suchintention auch den Kontext der Suche zu erkennen, um erfolgreich zu antworten. Dazu nutzt Google sein eigenes Ökosystem an Diensten, bestehend aus gmail, Maps, nest & Co. Doch was bedeutet das für die Keywordrecherche 2018? Antwort Röck: „Keywords, Wettbewerb und Suchvolumina sind weiterhin wichtig, aber nicht mehr alleinentscheidend. Interpretation, Kontext, Themenabdeckung und Task Completion – wie gut wurde eine Suchanfrage befriedigt? – kommen hinzu.“

Foto von glücklichen Teilnehmern in der Kaffeepause
Kaffee, Kuchen, Networking (Foto: Jochen Müller)

Zur Not geht auch Cat-Content!

Weiter ging‘s mit Claudia Misselwitz, derzeit SEO-Verantwortliche für Polster Aktuell mit den Themen Linkbuilding und Content Marketing. Nach einer Zeitreise von der SEO-Steinzeit (Sie erinnern sich: weißer Text auf weißem Hintergrund?) bis in die KI-Gegenwart ging es ans Eingemachte: „Qualität ist wichtig, Schummeln ist nicht mehr“, erklärte Misselwitz. Im Fokus steht Content-Marketing – das Produzieren und Platzieren von Inhalten im Web. Damit ließen sich gleich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen bekomme eine Website damit ein inhaltliches Gewicht, was Voraussetzung für gute Rankings sei. Zum anderen entstünden so automatisch natürliche Backlinks. Content sollte am besten witzig, erstaunlich, überraschend oder emotional sein. Auf jeden Fall sollte er weiterhelfen. Wenn nichts mehr geht, kann auch Katzen-Content her.

Foto von Moderator Frank Puscher
Auch diesmal dabei: Moderator Frank Puscher (Foto: Jochen Müller)

Die 10 Social-Media-Gebote

Dass SEO aka Suchmaschinenoptimierung nicht die einzige Möglichkeit für mehr digitale Sichtbarkeit ist, demonstrierte Sven-Olaf Peeck den Teilnehmern. Er hielt ein Plädoyer für aktive Ansprache in Social Media. „Wo ist eigentlich meiner Zielgruppe?“, müsse jeder Unternehmer für sich beantworten. Den einen Kanalmix gäbe es nicht. Auch nicht die eine Zielsetzung. Unternehmen sollten sich überlegen, was Sie wollen: Markenaufbau und Reichweite? Kundenbindung? Service? Abverkauf? Davon hänge das weitere Vorgehen ab. Zum Schluss gab es vom Social-Media-Experten noch 10 Gebote:

1. Du bist NICHT das Internet / die Zielgruppe.

2. Unterschätze den Aufwand nicht: Plane Zeit & Geld ein.

3. Mach lieber wenige Sachen gut, anstatt viele mittel-mies.

4. Mach dir einen Plan, setz dir Ziele und leg dann erst los.

5. Hab keine Angst vor Shitstorms.

6. Sorg dich eher darüber, dass keiner klatscht.

7. Niemand wartet auf deinen Beitrag zum Internet.

8. Aber: Jedes Thema hat Menschen mit leuchtenden Augen.

9. Inhalte doppelt übersetzen > nutzen- & kanalorientert.

10. Sei mutig, teste neue Dinge.

Werbung + Social Media?

Wie sich Reichweite mit Hilfe von Werbung in den unendlichen Weiten der der sozialen Netzwerke generieren lässt, verriet uns Jan Heidenreich von esome advertising, der zu den Pionieren im Bereich Social-Media-Kampagnen zählt. Die Möglichkeiten von Facebook-Werbung decken laut Heidenreich den gesamten Sales Funnel ab (Achtung, jetzt wird’s englisch): Mit Link- oder Domain-Ads lässt sich Aufmerksamkeit erzeugen. Video- und Photo-Ads seinen geeignet, um Engagement zu fördern. Interaktion werde durch Offer- und Carousel-Ads ausgelöst und eine Transaktion durch App Instal- oder Dynamic-Ads. Auch auf Instagram gäbe es mittlerweile zahlreiche Anzeigeformate (Photo, Video, Carousel, App Instal…). Die zahlreichen Twitter-Formate reichten von einfachen Promoted Tweets über Tagesfestplatzierungen wie Promoted Trends. Innerhalb Snapchats könnten Unternehmen eigene Inhalte platzieren oder sich im User-Generated Content einbetten.

Pflicht und Kür bei Adwords

Als letzter Redner (last but not least!) trat Martin Röttgerding auf die Bühne. Sein Thema: „Adwords für KMU – von der Pflicht zur Kür“. Bei der Auswahl der Keywords müssen die wichtigsten Begriffe ausgewählt werden (= Pflicht). Richtig gut sei eine ausführliche Keyword-Recherche mit dem Keyword-Planer von Google (=Kür). Die Regeln, wann eine Anzeige geschaltet werden darf, stehen in den Keyword-Optionen. Am Einfachsten sei es, einfach vor jedem Keyword eine Plus-Zeichen zu setzen (= Pflicht). Besser ist es, sich mit den Keyword-Optionen genauer zu beschäftigen und eine eigene Strategie zu entwickeln (= Kür). Die Anzeigenerweiterungen wie Sitelinks, Standort und Zusatzinformationen sollten unbedingt genutzt werden (= Kür) – am besten so viele wie möglich hinterlegen (= Kür). Zu guter Letzt riet Röttgerding davon ab, seine Anzeigen von Adwords Express automatisiert erstellen zu lassen. Auch hier gelte: Setzen Sie lieber auf Qualität und stricken Sie eigene Kampagnen, anstatt sie automatisiert mit dem Adwords-Service am Fließband produzieren zu lassen.

Am Ende der Veranstaltung gab es einen satten Applaus vom lieben Publikum. Wir Veranstalter haben uns sehr über die tollen Vorträge der Speaker und interessanten Fragen des Publikums gefreut.

Foto von Team BIEG und den Speakern. Alle schneiden Grimassen.
Team Digitale Sichtbarkeit: unsere Speaker und Veranstalter am Ende des Tages. (Foto: Jochen Müller)



Website Day am 12. Juni in der IHK Frankfurt

Nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung: Habe wir in diesem Event gezeigt, mit welchen Strategien und taktischen Maßnahmen die eigene Marke im Web sichtbarer wird, dreht sich in unserem nächsten Event alles rund um die eigene Website! Seien Sie dabei, wenn es am 12. Juni in der IHK Frankfurt heißt: „Besucher zu Kunden machen!“.


Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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