Sie sind hier:

Suchmaschinenoptimierung 2019: Hoffnung ist keine Strategie

02 Apr

Im Suchmaschinenuniversum hat sich in den letzten Jahren so einiges getan. Wo vorher Tricks wie „weiße Schrift auf weißem Grund“ oder der massive Einsatz von Keywords für eine verbesserte Auffindbarkeit reichten, müssen Unternehmen sich heute tatsächlich mit dem Kunden auseinandersetzen, um bei ihm über Google sichtbar zu werden.

Warum wir nicht nur Google glücklich machen sollten

In jeder Beratung zum Thema „Suchmaschinenoptimierung“ prallen unweigerlich zwei Welten aufeinander: die Google-Welt bzw. was der Unternehmer darunter versteht und die Kundenwelt. Stets soll nur Google glücklich gemacht werden – mit dem Ziel die eigene Unternehmenswebsite möglichst weit nach oben auf Googles organischer Trefferliste zu platzieren. Gerne vergessen wird dabei aber folgendes: Google versucht seinem Kunden, sprich dem Suchenden, das bestmöglichste Ergebnis zu liefern. Und das hat unweigerlich mit dem Inhalt, der Nutzerführung und dem Erleben auf Ihrer Website zu tun. Eine Website, die inhaltsleer ist oder nur hohle Unternehmensphrasen abbildet, bietet dem potentiellen Interessenten höchstwahrscheinlich nicht die Lösung seines Problems. Aber was passiert wenn ein User nicht das findet was er sucht? Im Normalfall sieht das so aus: Ein User kommt über Google auf Ihre Website, findet nicht das Gesuchte und klickt auf dem Browser den gefürchteten Zurück-Button. Im Hintergrund passiert jetzt aber folgendes: Google erhält das Signal, dass Ihre Website offensichtlich nicht die vom Besucher gesuchte Antwort geliefert hat. Passiert dies öfter, rutscht Ihre Website im Google-Ranking langsam immer weiter nach unten. Aber warum weiß Google so genau, wie sich Ihre Besucher verhalten? Google hat ein riesiges „Datenliefersystem“. Etwa 45% der deutschen Internetnutzer nutzen Google Chrome als Standard-Browser. Hinzu kommt, dass ein Großteil von Webseiten Google Analytics zur Webanalyse nutzt. Google hat also einen ziemlich genauen Überblick über die Performance Ihrer Website und ob Suchende hier finden was sie suchen.

Der Kunde steht im Zentrum der Optimierung

Stellen Sie sich vor, Sie betreten ein Fachgeschäft, das Schaufenster wirkte vielversprechend und dann das: Platte Werbesprüche des Verkäufers und mangelndes Interesse an Ihren Bedürfnissen sorgen für den wachsenden Wunsch, den Laden schnellstmöglich zu verlassen. Nichts anderes passiert im Web. Deshalb sollte nicht Google, sondern Menschen das Zentrum Ihrer Suchmaschinenoptimierung bilden. Übersetzt heißt das vor allem: Stellen Sie relevante Inhalte unter Einbindung der Kundenbedürfnisse bereit. Wenn Sie es schaffen Ihre Besucher zufrieden zu stellen und Ihnen eine gute Erfahrung auf Ihrer Website zu bieten, wird Ihnen das von Google und Co. hoch angerechnet und hat, wie wir wissen, langfristig positive Auswirkungen auf Ihr Google-Ranking. Fragen Sie sich also: Welches Problem oder welchen Wunsch hat mein Kunde, den ich lösen kann? Beantworten Sie seine typischen Fragen und zeigen ihm, dass Sie ihn verstanden haben. Im besten Fall tun Sie das mit gut strukturierten Texten, Bildern und ergänzenden Videos. Eben alles so, als würden Sie den Kunden vor Ort beraten.

Das gilt übrigens auch für Social Media. Schaffen Sie es in Facebook, Instagram & Co, relevante Inhalte für Ihre Fans und Follower bereit zu stellen, steigt die Chance auf Interaktionen wie Likes oder Shares. Zwar haben diese keinen direkten Einfluss auf Ihr Google Ranking, aber Google bewertet diese sogenannten „Social Signals“ durchaus wohlwollend.

K.O.-Kriterium Ladezeit

Lange Ladezeiten sind für jeden mobilen Nutzer der „Nerv-Faktor“ Nummer eins. Gerade die Generation Z hat eine geringe Toleranz für eine schlechte Benutzererfahrung. Rund 60% dieser User verwenden keine Apps oder Webseiten, wenn sie zu langsam sind.

Mit dem kostenlosen Google Tool „Test My Site“ können Unternehmen überprüfen, wie sich die mobile Ladezeit verhält und was sie optimieren können. Oft sind es einfache Dinge wie die Komprimierung von Bildern oder der Einsatz von Browser Caching. Denken Sie auch an folgende Dinge: Ist Ihre Navigation gut strukturiert? Haben Sie Klickflächen statt Klicklinks?  Das alles hat Einfluss auf das mobile Nutzererlebnis und entscheidet über Kauf/Nichtkauf Ihrer Produkte und Dienstleistungen.

Für die Experten unter den Lesern: Ja, SEO hat mehr Aspekte als Inhalte und Struktur. Selbstverständlich gehören Themen wie Backlinks und technische Aspekte genauso zur Suchmaschinenoptimierung. Bei all diesen detailverliebten Optimierungsarbeiten vergisst man aber gerne schnell mal denjenigen, um den es eigentlich gehen sollte. Den, der durch sein Kaufverhalten dafür sorgt, dass wir uns überhaupt mit SEO beschäftigen dürfen: den Kunden.

Fünf Tipps zur Suchmaschinenoptimierung

1.      Kundenzentrierte SEO-Optimierung

2.      Relevante, mehrwertige Inhalte

3.      Einfache Navigations-Struktur

4.      Ladezeit optimieren

5.      Mobile Bedienbarkeit

 

Weitere Tipps gibt's in unseren SEO-Seminaren, das nächste mal am 15. April 2019 in der IHK Frankfurt zum Thema Google Ads.


Autor

Corina Heinz
Referentin

Ich befasse mich seit 2011 mit Online-Marketing, E-Commerce und E-Mail-Marketing. Während meiner Tätigkeit als Social-Media-Account-Managerin betreute ich über 100 Projekte mit dem Schwerpunkt Facebook-Marketing und Content-Erstellung. Als Beraterin im BIEG bündele ich das Praxiswissen aus Social Media, Webdesign und zahlreichen anderen Online-Marketing-Themen.

Archiv

Der BIEG Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit unserem monatlichen Newsletter. Wir informieren Sie über aktuelle Veranstaltungen und unsere neuesten Leitfäden!