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Suchmaschinenoptimierung – diese Faktoren sollten Sie kennen

29 Jul

„SEO = Annäherung an einen Idealzustand, den man nie erreicht“ (Lars Müller, Wigital)

So beschreibt unser SEO-Experte das Thema Suchmaschinenoptimierung. Und fängt man an, sich mit dem Thema zu beschäftigen, wird schnell klar: Er hat recht! Kaum denkt man, es gibt nichts mehr zu optimieren, verändert Google wieder seinen Algorithmus und die dazugehörigen Rankingfaktoren. Im folgenden Beitrag erklären wir Ihnen die grundlegenden technischen Aspekte auf und außerhalb Ihrer Website.



Die wichtigsten Onpage-Kriterien (was Sie auf Ihrer Website optimieren sollten)

Die erste Frage bei der Suchmaschinenoptimierung sollte lauten: Ist meine Website überhaupt von Google indexiert? Falls nicht, kann sie nicht von Google gefunden werden. Mit den folgenden Tipps können Sie Google die Arbeit erleichtern:

  • Sitemap.txt: Diese Datei ist eine Art Inhaltsverzeichnis Ihrer Website für Google.
  • Robots.txt: Diese Textdatei dient Google als Anweisung, welche Seiten gecrawlt werden sollen. Wichtig: Darin zur Sitemap.xml verlinken.
  • Meta Robots: Hier können Sie definieren, welche Seiten von Google indexiert werden sollen und welche nicht (z.B. www.musterurl.de/wp/wp-login.php).
  • Google Search Console: Dieses kostenlose Google-Tool hilft Ihnen dabei wichtige Kennzahlen Ihrer Website im Blick zu behalten. Hier sehen Sie beispielsweise auch, welche Unterseiten der Website von Google bereits gecrawlt werden.

Falls Ihre Website bereits von Google indexiert ist, kontrollieren Sie sie inklusive aller Unterseiten auf folgende Kriterien:

Seitentitel

Der Seitentitel erscheint, wenn Sie mit der Maus über den Reiter Ihres Browsers gehen.

  • Der Seitentitel sollte zwischen 55-60 Zeichen liegen. Vorsicht: Entscheidend ist nicht die Zeichenanzahl, sondern die Pixelbreite (wie breit der Seitentitel ist).
  • Der Seitentitel ist für SEO ultimativ wichtig. Relevante Begriffe sollten vorn stehen (z. B. das wichtige Keyword vorn, Markenname hinten).
  • Tipp: Jede einzelne Seite braucht einen individuellen Seitentitel!

Description

Die Description zieht sich Google für die Suchergebnisse. Die Beschreibung ist zwar kein Rankingfaktor, löst aber natürlich den Klickanreiz beim Nutzer aus.

  • Die Description sollte etwa 139 Zeichen (eine SMS) lang sein.
  • Ergänzen Sie die Beschreibung durch Emojis, Handlungsaufforderungen (Call-To-Action) und wichtige Keywords
  • Tipp: Jede einzelne Seite braucht einen individuellen Beschreibungstext!

Seitenstruktur

Eine gute Seitenstruktur macht es der Suchmaschine leichter zu erkennen, um was es auf Ihrer Website geht, bzw. für welches Thema Sie Experte sind.

  • Nutzen Sie H1-, H2- und H3-Überschriften, um zu definieren, ob es sich um Hauptüberschriften oder Zwischenüberschriften handelt.
  • Jede Seite braucht eine H1 – diese Überschrift verrät nicht nur Ihrem Leser, sondern vor allem den Suchmaschinen, worum es auf dieser Seite geht.
  • Nutzer sprechen zukünftig immer mehr mit Ihren Geräten. Das ist auch der Grund, warum FAQ-Bereiche wieder sehr positiv von Google bewertet werden. Das bedeutet für Sie, dass Sie Überschriften so formulieren, wie der Nutzer seine Frage stellt, beispielsweise “Was sind die häufigsten SEO-Fehler?”
  • Tipp: Seitentitel + Description + H1 sollten im schlüssigen Zusammenhang stehen.

Texte

Dass der Besucher Ihrer Website Texte erwartet, versteht sich von selbst. Aber auch der Crawler benötigt Texte, um zu verstehen, worum es auf Ihrer Website geht.

  • Nutzen Sie Fettungen, Aufzählungszeichen und wie erwähnt, Überschriften und Zwischenüberschriften, um Ihre Texte zu gliedern.
  • Wie sieht es mit Texten zum Aufklappen aus? Grundsätzlich ist diese Funktion für den Leser zwar angenehm, weil er nicht von den Inhalten erschlagen wird. Allerdings zwingen Sie ihn somit auch zur Interaktion (er muss den Text aufklappen). Der Crawler allerdings kann den Text technisch gesehen nicht aufklappen und hat aus SEO-Sicht somit Schwierigkeiten Ihre Inhalte optimal zu erfassen. Deshalb sparsam einsetzen.
  • Tipp: Das Text/Code-Verhältnis spielt ebenfalls eine Rolle. Gerade WordPress-Themes haben viele, teils unnötige Plugins, die nicht nur Auswirkungen auf Ihre Ladezeit haben, sondern mit unnötigem Quellcode auch ihr Text/Code-Verhältnis herabziehen. Schauen Sie sich deshalb genau an, welche Plugins geladen werden und welche Sie wirklich brauchen. Ein guter Wert ist etwa 25% Text.

Keywords

Wenn Sie die richtigen Begriffe auf Ihrer Website nutzen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, bei Google zu Ihren Themen gefunden zu werden. Fragen Sie sich folgendes:

  • Welche Begriffe und Wörter nutzt Ihr Kunde? Nicht immer sprechen Unternehmen und Kunden dieselbe Sprache!
  • Es gibt zwar keine Obergrenze an zu verwendenden Keywords auf einer Website, allerdings muss das Verhältnis Keywords zu Content stimmen. Je mehr Inhalte Ihre Website hat, desto mehr Keywords können Sie natürlich drauf packen.
  • Achten Sie aber darauf Ihre Website inhaltlich nicht zu breit werden zu lassen, nur um mehr Keywords nutzen zu können. Hier gilt: Klasse vor Masse!
  • Es gilt die Regel: Ein relevantes Keyword pro Unterseite
  • Tipp: Google erkennt auch Synonyme. Sie müssen also nicht immer die identischen Begriffe verwenden. Im Gegenteil: Eine zu hohe Keyworddichte bewertet Google eher negativ (“Keyword Stuffing”).

Bilder

Sie verstärken nicht nur die Aussagen Ihrer Texte, Bilder sind auch ein visueller Anker für Ihre Leser und lockern Ihre Texte auf. Die Suchmaschine kann Ihre Bilder zwar nicht sehen, Bilder-SEO spielt für die Sichtbarkeit aber eine zunehmend wichtigere Rolle.

  • Bildanzahl: Eine Website mit Bildern wird grundsätzlich von Google positiv wahrgenommen, weil Sie für den Besucher angenehmer ist, als eine reine Textwüste.
  • Verwenden Sie Meta-Daten wie Alt-Attribute und Alternativtexte: für die Suchmaschine, aber auch für sehbehinderte Menschen sind diese Daten wichtig, um zu verstehen, was auf einem Bild abgebildet ist.
  • Dateiname: schon beim Abspeichern eines Bildes auf Ihrem PC können Sie Ihre Bilder optimieren. Nutzen Sie beim Dateinamen wichtige Keywords, gern auch mehrere, die Sie durch Bindestriche trennen können.
  • Tipp: Achten Sie bei Ihren Bildern auch auf die Größe! Gerade Bilder sind häufig die Ursache für schlechten Ladezeiten. Mit Open Source-Programmen wie beispielsweise Gimp können Sie die Bildgröße komprimieren, ohne Qualität zu verlieren.

Videos

  • Rein technisch versteht Google die Inhalte Ihrer Videos nicht. Entscheidend ist aber, dass Nutzer gerne Videos schauen und Videos die Aufenthaltsdauer Ihrer Besucher erhöhen können. Im Umkehrschluss sinkt dadurch Ihre Absprungrate. Diese Signale versteht Google und bewertet sie positiv.
  • Tipp: Hosten Sie Ihre Videos auf YouTube oder Vimeo, um die Ladezeit Ihrer Website nicht zu beeinträchtigen, und binden Sie die Videos anschließend auf Ihrer Website ein.

User Experience

Ein wichtiges Kriterium, anhand dessen Google Ihre Website bewertet, hängt mit der Nutzererfahrung, auch User Experience genannt, zusammen.  Google bewertet sie vor allem anhand folgender Punkte:

  • Pagespeed: wie schnell ist Ihre Website? Das können Sie hier testen
  • Core Web Vitals: Sie bestehen aus drei Werten, mit denen die Erfahrung Ihrer Nutzer mit der Webseite gemessen werden. Die drei Werte sind LCP, FID und CLS.
  • Mobile Friendly: wie mobil-freundlich verhält sich Ihre Website? Gerade bei älteren Webseiten sollten Sie darauf einen kritischen Blick werfen.

Offpage Optimierung (was Sie außerhalb Ihrer Website optimieren müssen)

Backlinks

Backlinks sind Links von anderen Webseiten, die auf Ihre Website verlinken. Suchmaschinen nehmen diese Links wie eine Art “Empfehlung” wahr, abhängig davon, von welcher Website diese Links stammen.

  • Achten Sie beim Aufbau von Backlinks auf ein langsames, normales Verhalten. Vermeiden Sie Links von Linkfarmen oder gekaufte Backlinks. Das plötzliche Wachstum von Links wirkt unnatürlich auf Google und wird abgestraft. Backlink-Aufbau ist deshalb eine sehr langfristige Sache.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Backlinks, da es auch toxische Links gibt, die das Ranking Ihrer Website negativ beeinflussen können.
  • Tipp: Achten Sie darauf, dass Links von unterschiedlichen Domains kommen und die Links nicht nur auf Ihre Startseite führen. Bestenfalls verweisen sie auf verschiedene Unterseiten (sogenannte Deeplinks).

Social Signals

  • Nutzen Sie Social Media, um die Reichweite Ihrer Website zu erhöhen. Inwiefern diese Social Signals ins Ranking einfließen verrät Google leider nicht.
  • Fakt ist aber, dass vermehrt Inhalte von Sozialen Netzwerken im Suchergebnis dargestellt werden. Tweets von Twitter werden seit neustem sogar wieder von Google indexiert.
  • Nutzen Sie auf Ihrer Website den Open Graph: Dieser dient dazu Ihre Inhalte auf Social Media möglichst leicht und optimal zu teilen. Zum Beispiel zieht sich Facebook bei der Angabe eines Websitelinks automatisch das hinterlegte Vorschaubild + den definierten Teasertext.
  • Tipp: Nutzen Sie den Facebook Debugger um die Vorschau Ihrer Links zu testen.

SEO-Ranking optimieren - wie sehen die nächsten Schritte aus?

Sie haben nun Ihre Website kritisch beäugt und einiges nachgearbeitet? Gut! Denn alle diese Faktoren haben Einfluss auf Ihr Ranking. Aber wie gehen Sie nun weiter vor?

  • Unser Tipp: Untersuchen Sie Ihre Website und finden Sie heraus, welche Rankingpositionen Ihre Website schon innehat.
  • Identifizieren Sie Unterseiten, die es schon unter die Top-10 geschafft haben. Das gibt Ihnen einen guten Hinweis darauf, wo vielleicht “Low-Hanging-Fruits" lauern, denn oft ist es leichter eine schon gut gerankte Seite auf Seite 1 zu bringen, als eine Seite ohne Ranking ganz von vorn zu optimieren.
  • Achten Sie darauf, ob gerankte Seiten auch die für Sie relevanten Seiten sind (Seiten mit denen Sie gefunden werden wollen). Leider zeigt die Erfahrung, dass hier Wunsch und Wirklichkeit nicht immer übereinstimmen.
  • Tipp: Sollten Sie zu Ihren relevanten Keywords nicht gefunden werden, hilft nur Content aufzubauen und die oben genannten Kriterien zu beachten.

Nützliche SEO-Tools

Sie haben noch Fragen? In unseren SEO-Leitfäden finden Sie viele Themen leicht und übersichtlich erklärt.

Veranstaltungstipp

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Autor

Corina Heinz
Referentin

Corina Heinz befasst sich seit 2011 mit Online-Marketing, E-Commerce und E-Mail-Marketing. Während ihrer Tätigkeit als Social-Media-Account-Managerin betreute sie über 100 Projekte mit dem Schwerpunkt Facebook-Marketing und Content-Erstellung. Als Beraterin im BIEG bündelte sie von 2016-2021 das Praxiswissen aus Social Media, Webdesign und zahlreichen anderen Online-Marketing-Themen.

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