Sie sind hier:

5 Fehler bei der Gestaltung der Startseite

28 Mär

(28. März 2017) Die Website-Checks unserer beiden Berater fangen fast immer mit der Startseite an. Ist ja auch logisch – oft ist sie das erste, was die Nutzer von der Website sehen. An wenigen Stellen verlieren Sie mehr Besucher als in den ersten Sekunden, während die Startseite vor den Augen des potentiellen Kunden erscheint. Er entscheidet dann wie der Blitz, ob er auf der richtigen Website gelandet ist, ob man ihm hier bei der Lösung seines Problems helfen kann, ob er sich hier wohl genug fühlt, um noch ein Weilchen länger zu bleiben. Deshalb ist die Optimierung der Startseite – wie ja auch die Optimierung des gesamten Internetauftritts – ein Prozess mit offenem Ende.

Auf der Startseite können Sie leider eine ganze Reihe von Fehlern machen. Hier die fünf größten. Beheben Sie sie so schnell wie möglich!

1. Angebot wird nicht klar kommuniziert

Junge Frau schaut skeptisch auf Laptop-Monitor
Bild: Pixabay.com

Was wird hier überhaupt angeboten? Es gibt Websites, auf denen nicht einmal klar wird, welcher Branche das Unternehmen angehört. Das zeigt sich unseren Beratern leiden immer wieder in den Website-Checks und mir auf den Websites, die sich für den Hessischen Website Award anmelden. Ihnen selbst ist natürlich klar, was sie machen. Aber der neue Besucher muss erst herausfinden, ob er auf der richtigen Website gelandet ist.

Sehen Sie sich Ihre Startseite an. Werfen Sie einen Blick auf Logo, Slogan und Header. Fallen hier vielleicht schon Schlagwörter, die signalisieren, wo der Besucher gelandet ist? Werfen Sie einen Blick auf Ihr Menü, wo z.B. Produktkategorien abgebildet sein könnten. Wenn ich dort die Schlagwörter „Grauburgunder“ und „Trollinger“ lese, weiß ich durch das Menü allein, dass hier Wein verkauft wird. „Unser Unternehmen“ oder „Portfolio“ verrät mir hingegen nichts. Und was bilden Sie auf Ihrer „Bühne“ in der Mitte, im Aufmerksamkeitszentrum ab?

Das alles zusammengenommen sollten dem Besucher klarmachen, was er hier geboten bekommt und – falls es nicht klar aus dem Produkt hervorgeht – an wen sich das Angebot wendet.

2. Kein Alleinstellungsmerkmal

Aber es reicht nicht nur, zu wissen, dass hier Dichtungen an Industrieunternehmen verkauft oder Frankfurter Einliegerwohnungen zur Miete vermittelt werden. Es geht nicht nur darum zu kommunizieren, dass Sie das Problem des Kunden lösen können, sondern auch, warum Sie dafür besonders geeignet sind oder wer bei Ihnen besonders gut aufgehoben wäre. Kommunizieren Sie auch Ihr Alleinstellungsmerkmal: Vielleicht sind Sie deutscher Marktführer im Bereich industrieller Dichtungen, Sie legen einen besonderen Schwerpunkt auf Ihre Serviceangebote oder sind europaweit tätig. Vielleicht sind Ihre Einliegerwohnungen besonders erschwinglich und daher besonders interessant für Studenten oder einkommensschwache Personen. Viele Unternehmer begehen den Fehler, möglichst alle Kunden zugleich ansprechen zu wollen, doch stattdessen verlieren sie Interessenten, weil sie zu unklar kommunizieren.

3. Überladene Designs

Junge Frau vor Laptop versteckt verzweifelt Gesicht
Bild: Pixabay.com

Überladene Startseiten führen ebenfalls zu unklarer Kommunikation. Wenn von allen Seiten zu viele verschiedene Informationen (und bspw. im Design auch zu viele Elemente, Bilder oder Farben) auf den Nutzer einstürmen, geht das Aufmerksamkeitszentrum verloren. Er versucht alle Informationen in sich aufzunehmen und verpasst dabei die wichtigsten. Beweisen Sie Mut zur Lücke und reduzieren Sie die Informationen und Designelemente auf das Nötigste. Arbeiten Sie mit dem Mobile-First-Konzept: Wenn Sie eine Information auf dem engen Display eines Handys weglassen können, darf ruhig hinterfragt werden, warum sie auf der Desktopvariante sichtbar sein soll. Wenn Sie zuerst für die mobilen Endgeräte und erst im zweiten Schritt für den Desktop designen, sind Sie gezwungen, das Wesentliche herauszuarbeiten.


4. Website ist langweilig

Für das menschliche Gehirn sind Websites, die keine Gefühle wecken, bedeutungslos. Wir können nur dann Interesse entwickeln und uns an Internetauftritte erinnern, wenn sie emotional bei uns etwas bewirkt haben. Natürlich sollte das nicht Ärger über die langen Ladezeiten oder Frustration über die schlechte Menünavigation sein! Ihre Website sollte den Kunden warm willkommen heißen. Das gelingt Ihnen durch die Auswahl der richtigen Farben und Designs, emotionalisierte Bilder, liebevolle Produktdarstellungen und indem Sie Servicebereitschaft signalisieren.

5. Website wirkt nicht vertrauenswürdig

In den meisten Fällen haben neue Besucher, die mit Ihrem Unternehmen noch keine Geschäftskontakte hatten, keinen Grund, Ihrem Unternehmen zu vertrauen. Hinter der Website könnte sich eine Briefkastenfirma verbergen, der Unternehmensstandort könnte sich in einem unsicheren Drittland befinden. Im Internet ist es leicht, sich als etwas auszugeben, das man nicht ist. Deshalb ist es wichtig, dem Nutzer von Anfang an das Gefühl zu vermitteln, dass er Ihnen vertrauen kann. Die absoluten Basics auf der Startseite: Geben Sie im Header Ihre Kontaktinformationen an, geben Sie ggf. einen Hinweis auf Ihr Ladengeschäft, und kommunizieren Sie im Onlineshop, welche Zahlmittel hier akzeptiert werden. Auch anerkannte Qualitätssiegel wie bspw. von Trusted Shops leisten ihren Beitrag. Wenn Ihr Angebot besondere Bedenken oder Sorgen im zukünftigen Kunden wecken könnte, dann sollten Sie Ihnen auch von Beginn an entgegenwirken (beim Sieger des Hessischen Website Awards 2015 können Sie sich bspw. ansehen, wie ein Online-Fischhändler erfolgreich Bedenken über die Frische der Produkte aus dem Weg räumt).

Machen Sie den Website-Check!

Für Hilfe mit der Startseite, anderen Elementen der Website oder einfach für das Gesamtpaket können Sie sich als Mitglied der IHK Frankfurt, Hanau, Offenbach oder Fulda unserem Website-Check unterziehen. Dort prüfen unsere Berater Ihren Internetauftritt auf Herz und Nieren – und zwar kostenfrei und neutral. Melden Sie sich an!


Autor

Angelika Niere
Referentin

Nach einem Studium der Literaturwissenschaft wurde ich 2009 Referentin des BIEG Hessen. Dort betreue ich unsere Leitfäden und unseren Blog. Meine Schwerpunkte sind Content-Marketing und Storytelling.

Archiv

Der BIEG Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit unserem monatlichen Newsletter. Wir informieren Sie über aktuelle Veranstaltungen und unsere neuesten Leitfäden!