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Contentbrocken der Woche: So optimieren Sie Ihr Kontaktformular

27 Aug
Foto: psdesign1 - Fotolia.com

(27.08.2014) Die Kontaktaufnahme des Kunden mit dem Unternehmen, die Anmeldung für einen Service oder die Stellung eines Antrags auf der Website ist häufig das wichtigste Ziel des Unternehmensauftritts im Web. All diese Vorgänge erfordern in der Regel Formulare, doch diese Formulare sind oft nicht ideal gestaltet. Denn nach dem Klick auf den "Kontakt"-Button Ihrer Website, nach Aufrufen des Bestell- oder Anmeldeformulars sitzt der Besucher vor dem Bildschirm und wägt ab: Lohnt sich der Aufwand, das Formular auszufüllen, oder lohnt er sich nicht? So definiert André Morys von der Web Arts AG das Problem "Kontaktformular und Konversion" auf dem Blog konversionsKRAFT. Da effektives Design und Benutzerfreundlichkeit zu den Hauptkriterien des Hessischen Website Awards zählen, sehen wir uns diese Woche die Gestaltung von Kontaktformularen an: Auf fast jeder Website sind sie vertreten, doch nur wenige Websites setzen sie optimal um.

1. Ist das wirklich nötig?

Sind alle abgefragten Felder wirklich notwendig? Je mehr der User ausfüllen muss, desto eher wird er zögern, bevor er entscheidet, dass es ihm wirklich die Kontaktaufnahme wert ist. Kurze Kontaktformulare konvertieren besser als längere (das heißt: Sie werden öfter ausgefüllt!). Fragen Sie sich, ob Sie die abgefragten Informationen wirklich benötigen, um die Anfrage bearbeiten zu können - häufig reichen Nachricht, Kontaktmöglichkeit wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer und der Name aus. Weisen Sie Pflichtangaben eindeutig als solche aus (die Kennzeichnung mit * hat sich hier eingebürgert), und minimieren Sie sowohl die Anzahl der Pflichtfelder, als auch die Anzahl der abgefragten Felder insgesamt.

Hinzu kommt: Nutzer geben Ihnen nur sehr ungern Informationen, wenn ihnen nicht klar ist, wofür Sie als Unternehmen die Daten benötigen. Das Misstrauen gegenüber der Speicherung privater Daten ist im Zuge der anhaltenden Datenschutzdebatten in den Medien nur gewachsen. Ein Hinweis darauf, was mit den Daten geschieht, wenn sie auf Ihrem Server liegen, ist nicht nur durch das Datenschutzgesetz vorgeschrieben, sondern vermittelt auch dem User ein Gefühl von Sicherheit. Wenn Sie erklärend hinzufügen, dass Sie den Wohnort der Person abfragen, weil Sie für die Erstellung Ihres Angebots mit regionalen Anbietern zusammenarbeiten, können die Nutzer das nachvollziehen. Schaffen Sie Relevanz.

2. Ist das wirklich klar?

Screenshot: Kontaktformular auf www.taquiri.de

Nutzer möchten nicht nur wissen, warum Sie Informationen benötigen und was dann mit den Daten passiert. Umso genauer Sie erklären, an wen die Nachricht im Unternehmen geleitet wird und was dann als nächstes passiert, desto wohler fühlt der Besucher sich beim Ausfüllen der Nachricht. Nennen Sie neben dem Formular den Ansprechpartner, der die Kontaktanfrage bearbeitet, unbedingt mit Namen und Funktion, idealerweise mit Bild. Geben Sie Auskunft darüber, wann mit einer Antwort zu rechnen ist. Verdeutlichen Sie, ob es sich um eine E-Mail oder einen Anruf handeln wird - besser wäre allerdings, dem Besucher die Wahl zu überlassen und eine Checkbox anzubieten, mit der um Rückruf gebeten werden kann.

Ebenso sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Nutzer nachvollziehen können, in welcher Form die Daten angegeben werden sollen. Unter "Name" den Vornamen zuerst oder den Nachnamen, und wohin kommt der Doktortitel? Das Geburtsdatum in welchem Format (TT MM JJJJ)? Telefonnummer mit Länderkennung oder ohne? Sie können Beispieleinträge neben den Formularfeldern liefern ("z.B. 01.02.1980"), die Formularfelder in mehrere Einträge herunterbrechen ("Anrede", "Titel", "Vorname", "Nachname") oder die Formatvorgabe ausgegraut im Feld selbst hinterlegen (so wie im Screenshot links). Was dem Besucher unklar ist, lässt sich mit einem Blick auf in der Vergangenheit eingegangene Anfragen feststellen: Wo wurde häufig nicht das eingetragen, was Sie eigentlich abfragen wollten?

3. Sieht es schwierig aus?

Screenshot: Anmeldeformular auf www.tumblr.com

Sie haben Ihr Kontaktformular aufgeräumt und reduziert. Das bedeutet nicht notgedrungen, dass es auch einfach aussieht. Lehnen Sie sich einen Moment lang zurück und fragen Sie sich, ob Sie klare Strukturen ausmachen können, ob das Formular aussieht, als ließe es sich rasch bewältigen. Ein ausgefülltes Kontaktformular, eine abgeschickte Kontaktanfrage schafft ein Gefühl der Befriedigung. Geben Sie Ihren Besuchern das Gefühl, dass hier eine Aufgabe schnell bewältigt wird - "Das wird einfach."

Aufgeräumtes Design heißt: Ordnen Sie die Felder in einer Reihenfolge an, die der Nutzer wiedererkennt - z.B. Postleitzahl in die gleiche Zeile vor den Ort, so wie im Briefkopf, Vorname vor den Nachnamen. Schaffen Sie Übersichtlichkeit: Stellen Sie bei kürzeren Formularen sicher, dass sie komplett auf einer Bildschirmseite angezeigt werden können, so dass der User sich einen Überblick darüber verschaffen kann, wie viel zu tun ist; bei längeren Formularen wie bspw. einem Versicherungsantrag sollten Sie darüber nachdenken, ob es eine Möglichkeit gibt, das Formular in mehrere Schritte und auf mehrere Seiten zu verteilen - so schaffen Sie sich Platz und können das Design auflockern.

Im oben verlinkten Blogpost nennt André Morys das Anmeldeformular von der sozialen Plattform Tumblr als besonders positives Beispiel eines Formulars. Das Anmeldeformular ist schlicht und unkompliziert. In das Design der Website eingebunden, macht es Lust auf den wichtigsten Inhalt der Plattform - nämlich auf Bilder - und hebt den Nutzen einer Anmeldung klar hervor. Es fragt ein Minium an Informationen ab und verspricht, dass man nach dem Klick gleich auf der Plattform loslegen kann. Es warten 200 Millionen Blogs mit 83 Milliarden Einträgen - und es dauert nur 30 Sekunden, um sich zu registrieren.

Hessischer Website Award 2014

Ihre Kontaktformulare sind gar nicht so schlecht, und der Rest Ihrer Website kann sich ebenfalls sehenlassen? Bis zum 15. September können Sie sich noch für den Hessischen Website Award anmelden, der am 7. Oktober auf einer feierlichen Preisverleihung in der IHK Frankfurt vergeben wird.

Autor

Angelika Niere
Referentin

Nach einem Studium der Literaturwissenschaft wurde ich 2009 Referentin des BIEG Hessen. Dort betreue ich unsere Leitfäden und unseren Blog. Meine Schwerpunkte sind Content-Marketing und Storytelling.

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