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Contentbrocken der Woche: Tipps für die Websiteoptimierung, Teil II

30 Mai

(30.05.2014) Bereits letzte Woche haben wir mit Ihnen Tipps und Tricks zur Websiteoptimierung geteilt, doch so schnell ist das Thema nicht erschöpft. Deshalb geht es heute im zweiten Teil um gute Nutzerführung.

 

Gliederung

Intuitiv muss der Besucher verstehen, wie er sich auf Ihrer Website zurecht findet. Bilden Sie das mentale Modell Ihrer Zielgruppe ab, raten Experten. Führen Sie ihn mit einer geschickten Menüstruktur und gebräuchlichen Begriffen bequem und schnell an die gewünschten Informationen. Was in der Theorie so einfach klingt, wird in der Praxis leider allzu oft falsch umgesetzt. In der Praxis zeigt sich allerdings immer wieder: zu viele Menüpunkte, keine logisch konsistenten Menüs, keine Priorisierung und viel zu generische Menüs.

Die Wahrnehmungspsychologie lehrt uns, dass der Mensch nur sechs bis sieben Dinge gleichzeitig wahrnehmen kann. Bei starker Konzentration oder in besonderen Gemütszuständen (zum Beispiel unter Alkoholeinfluss) reduziert sich das auf nur drei Dinge. Für Ihre Menüstruktur folgt daraus: Beschränken Sie sich bei jeder Menüebene auf sechs bis sieben Menüpunkte. Zugegeben, die Umgestaltung einer komplexen Struktur verbraucht eine Menge Hirnschmalz, aber der Besucher wird es Ihnen danken.

Ein anderes Thema betrifft die logische Klammer beziehungsweise die inhaltliche Konsistenz eines Menüs. Häufig treffen wir auf regelrechte Sammelsurien an unterschiedlichen Menübegriffen. Da werden zusammengeworfen: Startseite mit Leistungen oder Kontakt mit Produkten und AGB. Trennen Sie Wichtiges von Unwichtigem und schaffen Sie visuelle Hierarchien. Folgende Menüpunkte müssen in der Regel nicht im Hauptmenü stehen: Startseite, Über uns, Newsletter, Kontakt oder Impressum. Es reicht, sie in ein zweites Menü, häufig auch Metanavigation oder globales Menü genannt, zu platzieren. Generische Menüs sind ein weiteres Feld für Optimierung. Wenn wir uns noch einmal die Funktion eines Menüs vor Augen führen, einen Überblick über die Inhalte zu geben, sind wir dann wirklich schlauer bei „Start, Leistungen, Produkte, Service, über uns und Kontakt“? Es geht besser. Bekennen Sie Farbe im Menü: Holen Sie die Produkte oder Leistungen auf die oberste Ebene und zeigen Sie auf Anhieb, was Sie zu bieten haben: Schrauben, Nägel, Werkzeuge, Reparatur. So wird Ihre Website konkreter, gibt einen besseren Überblick und erhält frei Haus mehr Relevanz für den Besucher.

Führung

In guten Ladengeschäften steht kein Besucher lange orientierungslos in der Gegend herum. Entweder erkennt er sofort, wo er die gesuchten Freizeithemden blau-weiß kariert findet, oder eine nette Verkäuferin spricht ihn an und führt ihn zum Ziel. Gute Webseiten machen es ähnlich. Streng genommen können Sie den Besucher Ihrer Website nicht führen, wie Sie es wollen. Schließlich kann dieser nach Lust und Laune klicken. Aber Sie können Anreize setzen und Sackgassen vermeiden. Bieten Sie dem Besucher an sämtlichen Stellen der Webseite mindestens eine Handlungsoption an. In der Regel wird diese gestaltet in Form eines Action-Buttons. Durch den Button wird der Besucher animiert und aufgefordert zu klicken. Vermeiden Sie dabei den Begriff „mehr“. Der Besucher klickt umso eher, je besser er versteht, was er nach dem Klick zu erwarten hat. Arbeiten Sie mit aussagekräftigen Buttons: „zu den Seminaren“, „jetzt kaufen“ oder „rufen Sie mich an“.

Klickanreize können auch gesetzt werden, indem die archaischen Entscheidungsmuster des Menschen angesprochen werden. Das sind zum Beispiel der Herdentrieb und die Verknappung. Tausend Schäflein können nicht irren. Wenn Sie dem Besucher glaubhaft aufzeigen, dass auch andere geklickt, abonniert oder gekauft haben, erhöhen Sie die Klickwahrscheinlichkeit. „2.500 Personen haben unseren Newsletter bereits abonniert“ klingt eben besser als gar nichts darüber zu schreiben. Dass ein knappes Gut wertvoll ist (universelles ökonomisches Prinzip) hat sich herum gesprochen. Dennoch führt es – richtig eingesetzt – zu höheren Klickraten: „Nur noch drei auf Lager“ oder „Angebot gilt nur heute“. Letztendlich müssen Sie entscheiden, ob Sie auch diese Keulen schwingen. Denn zweifelsfrei ist es auch eine moralische Frage, mit welchen „psychologischen Tricks“ Sie den Kunden für sich gewinnen.

 

 

Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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