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Contentbrocken der Woche: Was kostet eine Website?

02 Okt

(02.10.2014) Was kostet ein Auto? Schwer zu sagen. Es kommt darauf an, lautet die richtige Antwort. Soll es ein kleiner VW Polo sein oder doch lieber die Luxusklasse von Mercedes? Benötigen Sie Sitzheizung, Touchscreen-GPS und Leichtmetallfelgen? Ähnlich verhält es sich mit Webseiten. Die Kosten hängen davon ab, was verlangt und benötigt wird. Um die Kosten besser kalkulieren zu können, folgt ein kurzer Überblick zu den Haupt-Kostentreibern:

1. Arbeitsstunden als Kalkulationsgröße

Grundsätzlich richten sich die Kosten einer Website nach den anfallenden Arbeitsstunden. An einem Webprojekt sind fast immer mehrere Fachleute mit unterschiedlichen Skills und Aufgabenbereichen beteiligt. Die jeweiligen Arbeitszeiten hängen ab von den zu bearbeitenden Aufgaben:

Ein Grafiker entwirft das Design.

  • Wie viele Entwürfe werden angefertigt?
  • Individuelles Design oder mit Template als Basis?
  • Wie lange dauern die Vorgespräche, das Briefing, bis grundsätzliche Fragen geklärt sind?
  • Sind Gestaltungsrichtlinien vorhanden (Corporate Design, Firmenlogo, Bilder/Grafiken, selbsterstellte Vorlagen)? Werden alte Inhalte wiederverwendet oder bleiben sogar gleich?
  • Zeit zwischen Ideenfindung bis zur Reinzeichnung. Wie viel Vorarbeit leistet der Auftraggeber? Müssen die Kommunikationsziele erst herausgearbeitet werden?
  • Wie viel Aufwand für die handwerkliche Ausarbeitung? Je komplexer die Gestaltung, desto mehr Aufwand entsteht bei der Ausgestaltung des Designs.

Ein Programmierer schreibt den Code.

  • Programmierung von Formularen
  • Interaktivität
  • Datenbankanbindung
  • Konfiguratoren
  • Animationen
  • Content-Management-System
  • Onlineshopsystem
  • Webanalyse-Tool
  • Multibrowserfähigkeit
  • dynamische Größenanpassung der Inhalte (responsive Webdesign)
  • W3C-konform (Internetstandards)
  • Suchmaschinenoptimierung

Ein Redakteur/Texter bereitet die Inhalte mediengerecht auf.

  • Sind zielgruppengerechte Texte vorhanden?
  • Ist ausreichend Bild- und Fotomaterial vorhanden?
  • Soll die Website später selbst bearbeitet werden können (Content-Management-System)?
  • Mehrere Sprachversionen?
  • Ist der Text suchmaschinenoptiert?
  • Ist der Text mediengerecht umgesetzt (Laufweiten, Absätze, Headlines)?
  • Ein Projektmanager nimmt das erste Briefing mit dem Kunden ab und liefert Ideen. Zudem koordiniert er die einzelnen Aufgaben.
  • Bestehen bereits Vorstellungen über eine benutzer- und zielgruppenfreundliche Gestaltung, Usability, Menüführung etc.?
  • Benötigen Sie konzeptionelle Unterstützung?

Umsetzungsvarianten

Die  Stundenlöhne der beteiligten Fachleute variieren im Schnitt zwischen 70 Euro und 120 Euro. Ein Freelancer, der keine großen Geschäftsräume mit Personal vorhalten muss, liegt wohl eher im unteren Bereich. Der Senior-Projektmanager dürfte ein höheres Gehalt ansetzen. Aber das ist alles sehr pauschal. Hier können noch etliche weitere Faktoren ins Spiel  kommen, die den Preis bestimmen: Wie bekannt ist die Agentur? Wie hat sich die Marke positioniert? Wo ist der Standort? Welche Kunden betreut die Agentur?

Schwarze Schafe

"Webdesigner" kann sich jeder nennen - unabhängig davon, was er kann oder nicht kann. Gelockt wird häufig mit günstigen Preisen oder Pauschalangeboten a la „5 Seiten kosten 500 Euro, 10 Seiten kosten 800 Euro“. Haben Sie schon mal ein Haus gesehen, das ausschließlich nach Quadratmetern abgerechnet wird? Natürlich locken niedrige Kosten. Doch ausschlaggebend sollte das Preis-Leistungsverhältnis sein. Mit einer unprofessionellen Firmenpräsenz lässt sich kein professionelles Geschäft betreiben. Mit dem Gang zu einer ordentlichen Agentur sparen Sie Zeit, Ärger und langfristig Geld. Das spiegelt sich auch in unserer Beratungspraxis wider, in der wir hunderte Fälle beobachtet haben. Die vermeintlich günstigen Angebot entpuppen sich oftmals als:

  • Stangenware (Stichwort "Baukasten"), die sich nicht von der Konkurrenz abhebt
  • zu langsam und unübersichtlich und nicht auf den Kunden abgestimmt
  • schlecht von Suchmaschinen indexierbar, weil z.B. alte Technik (Stichwort "Frameset") eingesetzt wurde
  • unsauber programmiert, so dass jede kleine Wartungsarbeit viel Geld verschlingt

Tipps zur Agenturauswahl

  • Chemie muss stimmen.
  • Räumliche Nähe ist wichtig.
  • 1-2 Referenzen nach Erfahrungen befragen
  • Keine "Umsetzeragentur" oder Ja-Sager auswählen, sondern einen kritischen Partner, der Anregungen (agenturspezifisches Wissen) einbringt.
  • Maximal mit drei Agenturen Termine vereinbaren

Gehen Sie nicht schon mit konkret ausgearbeiteten Vorstellungen über das Webprojekt in den Termin. Sie haben ein Problem (Ersteindruck der Website, Kunden gewinnen etc.) und die Agentur kennt den Lösungsraum dafür.

Weitere Tipps zur Agenturauswahl finden Sie in unseren Leitfäden Die Auswahl der richtigen Internetagentur und In fünf Schritten zum Website-Relaunch

Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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