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Freiheitsgrade in der Webseitengestaltung

22 Mär
Cartoon mit Schriftzug "Now we know what not to do"
Bild: cartoonresource - Fotolia.com

(22.03.2016) „Wenn Sie missionieren wollen, gehen Sie in die Kirche!“, lautete die Antwort eines Webexperten auf die Frage, wie eigensinnig Strukturen auf einer Website sein dürfen. Werbe- und Webagenturen missionieren gerne. Die wollen natürlich zeigen, welch kreative Bedien- und Navigationskonzepte sie zu entwickeln im Stande sind. Dass sich die Besucher erst mit der Navi rumschlagen müssen, bevor sie sich auf die Inhalte konzentrieren können – den eigentlichen Grund der Besuche – fällt da nicht so stark ins Gewicht, so zumindest die Hoffnung der Kreativen. Oftmals höre ich aber auch in unserer Beratung von ganz normalen Kunden: „Ich muss mich doch von meinen Wettbewerbern abgrenzen!“ Hm, ja klar, aber bitte nicht mit eigenwilligen Navigationskonzepten, sondern über die Inhalte! In 99 Prozent der Fälle lautet ein guter Rat: „Don’t make me think.“ Nachdenken bedeutet Anstrengung und diese produziert Stress und damit negative Emotionen, wenn auch in homöopathischen Dosen. Also halten Sie sich an die gewohnten Strukturen!

Am Beispiel eines Autos wird das schnell klar: Selbst bei einem Markenwechsel bleiben die wesentlichen Bedienelemente des neuen Fahrzeugs an der gleichen Stelle. Es wäre ja auch fatal, wenn Bremse und Gas vertauscht wären! Bei Dingen wie z.B. dem Zündschloss ist das hingegen nicht mehr so selbstverständlich. Porsche hat sein Zündschloss links (zumindest bei einigen Modelle). Damit kann der Fahrer noch leben. Auf Webseiten übertragen bedeutet dies: Die kritischen Bedien- und Orientierungselemente sollten dort stehen, wo sie der Besucher erwartet. Sonst produzieren Sie Fragezeichen oder stiften zumindest ein unwohles Gefühl. Und das wollen Sie ja wohl nicht!

Was bedeutet das konkret? Menüstrukturen befinden sich in der Regel im Kopfbereich horizontal angeordnet oder links in vertikaler Anordnung (was seltener der Fall ist). Aus den Bedienmustern mobiler Endgeräte, insbesondere der Smartphones, findet sich immer öfter auch auf den Desktop-Webseiten rechts oben sogenannte Hamburger-Icons (drei horizontale Striche), hinter denen sich das eigentliche Menü verbirgt. Die kommen dann zum Einsatz, wenn möglichst wenig von der emotionalen Bildwelt ablenken soll.

Eine weitere Konvention für Webseiten ist die Position des Firmenlogos. Im Gegensatz zur Printwelt befindet es sich links oben auf Webseiten und ist mit der Startseite verlinkt. Ausgedruckte und abgeheftete Rechnungen lassen sich schnell mit dem Daumen überfliegen – deshalb ist das Firmenlogo hier rechts oben, denn es hat eine andere Funktion: schnelle Auffindbarkeit. Da wir Webseiten nicht mit dem Daumen überfliegen, sondern schnell Orientierung suchen („Wo sind wir hier gelandet?“), befinden sich die Logos auf Webseiten in der besagten linken oberen Ecke. Das liegt auch daran, dass wir in unserem Kulturkreis von links nach rechts lesen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Halten Sie sich an die gewohnten Bedienmuster und Strukturen auf Webseiten und fördern Sie damit die Konzentration der Besucher auf die eigentlichen Inhalten.

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Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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