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"Kleines Team, wenig Budget, von BIEG gekrönte Webseite: Unsere Big Six auf dem Weg zum Website Award"

19 Jun

(19. Juni 2017) Im Vorjahr ging der Hessische Website Award in Silber an die Frankfurter Deutsche Bildung AG. Ihre Website - www.deutsche-bildung.de - setzte sich dank hoher Usability und starkem Content gegen 200 Wettbewerber durch. Da dem Sieg ein großer Web-Relaunch vorausging, haben wir das Unternehmen gebeten, ein paar Praxistipps zu teilen. (an)




Es ist ein bisschen wie bei einer Schwangerschaft: große Vorfreude von Anfang an, aber Einiges muss bis zum großen Tag noch erledigt werden. Dann steht viel Arbeit an, bevor das Baby das Licht der Welt erblicken kann. Und danach: Freude, Erleichterung, Glückseligkeit. Bis es mit der Arbeit weitergeht, kontinuierlich, für die nächsten 18 Jahre, mindestens. Aber wie bei einem Kind ist es auch schön, das Projekt Webseite wachsen zu sehen und mitzubekommen, wie es sich weiterentwickelt, wie man selbst daran teilhaben und es mitgestalten kann. Ok, genug von der Geburtsmetapher. Sie haben schon verstanden: Eine neue Webpräsenz aufzubauen ist viel Arbeit, aber macht auch richtig viel Spaß. Dafür, dass alles möglichst glatt läuft, kann man zum Glück selbst sorgen. So haben wir das gemacht:

1. Konzepte so ausgefeilt wie möglich auf dem Papier

Klar, das Geschehen spielt sich am Ende digital ab. Trotzdem empfehlen wir für das Konzept einen Haufen Flipchart-Papier, auf dem Ideen und Strukturen wachsen. Weil Änderungen hier besonders folgenreich und tricky sind, muss vor allem die Navigation einfach sitzen. Wir haben gemerkt, dass sich gerade auch die digitale Logik mit Stift und Papier gut durchdenken lässt. Was erwartet der User? Wie findet er sich zurecht, wenn er sich zum allerersten Mal mit uns und unserer Studienförderung auseinandersetzt? Wie strukturieren wir die Inhalte? Was erwarten die Nutzer auf der ersten Navigationsebene, was finden sie spielend auch woanders? Welcher Punkt darf ruhig ein Schattendasein im Footer führen? Alle Überschriften und Cluster zu sammeln und dann am Flipchart zu strukturieren hat uns geholfen, scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen und noch einmal neu zu denken. Erst die Gliederung, dann die Inhalte. Und nicht umgekehrt. 

2. Viel Arbeit on top: Ohne ein Plus an Bereitschaft geht es nicht

Wir haben uns viele, auch interne Deadlines für die unterschiedlichen Schritte der Umsetzung gesetzt. Das war zur Abstimmung mit der betreuenden Agentur und dem Webseiten-Dienstleister natürlich auch notwendig und richtig hilfreich. Klar war uns, dass das Projekt mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, als wir es eingeplant hatten. Und damit war auch ein Plus an Zeit verbunden. Es gab viele Tage, an denen wir noch bis tief in den Abend im Büro saßen, während ein Großteil der Frankfurter Geschäftswelt schon beim After-Work-Wein in der Abendsonne am Main und in den Biergärten saß. Aber gerade diese kurze und intensive Phase mit großem Workload hat uns beflügelt, richtig anzupacken und das Projekt gemeinsam zu stemmen. Learning: Rechne viel Zeit ein und nimm das mal zwei.

3. Feedback-Prozess nicht unterschätzen

Genug Zeit einplanen bedeutet auch Zeit zum Überarbeiten, Testen, Ausprobieren – und am besten nicht nur durch die direkt beteiligten Mitarbeiter aus dem Marketing, der IT und der PR, sondern auch und gerade durch Kollegen aus anderen Bereichen. Ist der Aufbau aus Kundensicht sinnvoll? Sind alle Texte soweit verständlich? Funktionieren die Aktualisierung von Daten und der Newsletter-Versand reibungslos? Sieht die Website auch mobil so aus, wie wir das wollen? Das sich immer wieder drehende Feedback-Karussell war ein mühsames Geschäft, aber sicherte die Qualität.

4. Hauptziel im Blick behalten

Was präsent sein muss: Das Ziel der Webseite mit dem damit verbundenen Call-to-Action. In unserem Fall: Studentische User sollen sich für unsere Förderung bewerben. Tragen alle Haupt- und Unterseiten dazu bei? Versteht der Besucher unmittelbar, was er tun soll, und wenn ja, wie? Wir haben an vielen Stellen „Jetzt bewerben“-Buttons angebracht, auf jeder relevanten Unterseite die wichtigsten Fakten zur Studienförderung genannt und Links zu weiteren Informationen eingebaut, die auf den Weg zum Ziel führen.

5. Liebe zum Detail lohnt sich

Die Qualität eines Produktes erkennt man an den Details, deshalb haben wir darauf großen Wert gelegt. Dazu gehörte auch, dass wir uns gegen Stock-Fotos entschieden haben und durch ein Projekt mit Fotografie-Studenten einen tollen Pool an individuell zu unserem Unternehmen und zu unserer CI passenden Bildern bekommen haben, die es sonst nirgends zu sehen gibt. In einem Meeting haben wir konsequent über jedes Foto diskutiert, eine besser passende Version gefunden und immer wieder hinterfragt, ob das auch wirklich die beste Option für unser Ziel ist. Außerdem haben wir viel Zeit in die Texte gesteckt und auch hier gefeilt, bis wirklich alles knackig und passend klang. Gelegentliche „Daran feilen wir später, wenn die Webseite erst mal steht“-Gedanken haben wir im Team abgeblockt, auch wenn die Versuchung manchmal groß war, wenn eine Unterseite einfach nur fertig werden sollte. Denn: Übergangslösungen halten sich nicht nur in Wohnungen hartnäckig und nach dem Livegang einer Webseite ist man wieder mit anderen Dingen beschäftigt. Wir wollten aber keine halben Sachen.

6. SEO nicht vergessen

Analog zu den Texten war es auch schon beim Konzept der Webseite extrem wichtig, auf SEO-Aspekte zu achten. Für uns war relevant, dass nach den Stichworten „Studienkredit“ und „Studienfinanzierung“ viel öfter gesucht wird als nach „Studienförderung“, was unserem Angebot besser entspricht. Aber Google hat die Macht, deshalb haben wir eigene Unterseiten zu den beiden häufiger gesuchten Stichworten erstellt und werden somit auch angezeigt, wenn man danach gesucht hat. Und auch jetzt noch haben wir ein Auge darauf, dass Keywords in Überschriften auftauchen und wir immer wieder Artikel schreiben, die für unsere Zielgruppe interessant sind, um auch bei Google höher im Ranking aufzutauchen. Vorübergehende Einbußen in der Sichtbarkeit gab es deswegen, weil wir nicht genügend redaktionellen Content, von dem wir sehr viel haben, gleich mit umgezogen haben. Da wissen wir heute mehr. 

 

Last but not least: So ausgefuchst ein Konzept und die Umsetzung auch sein mögen, sollte man sich nicht darauf ausruhen. Das Angebot kann sich ändern, die Unternehmensziele und -richtlinien, die Marschrichtung oder das Wording können angepasst werden – dementsprechend verhält es sich auch mit der Webseite. Es lohnt sich, immer mal wieder zu hinterfragen, ob einzelne Seiten, Botschaften und Beiträge noch aktuell, stimmig und übersichtlich sind, oder ob nachjustiert werden muss.

 

Wer gewinnt den Hessischen Website Award 2017?

Vielleicht Sie? Gut möglich. Das kann aber nur dann gelingen, wenn Sie sich auch für den Wettbewerb anmelden. Der Sieger in Gold erhält 5000 Euro und einen Pokal; die besten Drei werden bei der feierlichern Preisverleihung im Oktober geehrt. Hier geht es zur Anmeldung!

Gastautor

Anna Petrig

Anna Petrig hat Germanistik, Kunstgeschichte und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt studiert, nachdem sie ein journalistisches Volontariat gemacht hat. Seit 2013 arbeitet sie im Team der Deutschen Bildung als Werkstudentin im Bereich PR und Kommunikation, wo sie vielfältigen Content rund um Studium, Karriere und Persönlichkeitsentwicklung erstellt.

http://www.deutsche-bildung.de

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