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Neulich beim Website-Check: Reale und digitale Identität synchronisieren

07 Okt
Foto: Marek - Fotolia.com

(07.10.2014) In der Beratungspraxis der letzten 10 Jahre haben wir bei hunderten Website-Checks die Erfahrung gemacht, dass das Selbstbild des Unternehmens und durchaus auch die Wahrnehmung in der realen Welt teils diametral von der digitalen Identität abweichen. Das ist schade. Denn: Markenführung verlagert sich immer stärker ins Internet. Viele Kunden lernen ihre Unternehmen und Produkte erst im Internet kennen, bevor es zu einem realen Kontakt kommt. Und Sie wissen ja, der erste Eindruck zählt und ist nicht mehr auszulöschen. Insofern ist die Wahrnehmung der Unternehmenswebsite von fundamentaler Bedeutung für die Wahrnehmung des Unternehmens. Im schlimmsten Fall betreiben Unternehmen Antiwerbung – sie verwässern Ihr Markenbild mit einer schlechten Unternehmenswebsite. Das darf nicht sein!

Ein aktuelles Beispiel. In unseren Website-Check kam die Geschäftsführerin eines Premium-Friseursalons: „Wir sind die beste Adresse!“ – so der Anspruch. Ein versierter Architekt mit dem Hang zum künstlerischen war für die wunderschöne Gestaltung und Inneneinrichtung des großen Friseursalons zuständig. Optisch wirklich malerisch inszeniert, voller Atmosphäre! Für die Kunden bot der Salon allerhand an Services: Vom Einkaufsservice bis zum Shuttleservice. So weit, so gut. Dann kam die Website an die Reihe. Vom Anspruch des Friseursalons ließ sich leider kaum etwas erkennen. Optisch aufgesetzt wie ein 1:1-Baukasten, in der Farbgebung langweilig und ohne grafischen Anspruch und obendrein noch ohne emotionale Bildwelten – vielmehr nur kleine Bilder und viel zu viel Text. Gott sei Dank war die Navigation weitgehend verständlich, lediglich ein Link zu den Öffnungszeiten und zur Anfahrt fehlte, bzw. waren diese Informationen sehr versteckt platziert worden. Potential verschenkt - leider. Natürlich muss bei der Analyse einer Website auch der betriebswirtschaftliche Aspekt berücksichtigt werden: Was bringt die Website? Was darf sie kosten? Aber unabhängig davon muss ein Premiumanspruch auch in der digitalen Welt „premium“ umgesetzt werden. Sonst verwässert das Markenbild. Wir raten in den Fällen knapper Budgets dann eher zu kleinen Premiumseiten ohne viele Inhalte (im Extremfall zu nur einer Seite mit Öffnungszeiten und Kontaktdaten) als zu einer umfangreichen Seite ohne grafische Klammer und mit Baukastenlook.

Anspruch und Realität klaffen oftmals weit auseinander. Leider auch bei Webseiten. Aus gutem Grund reden wir in den ersten 10 Minuten eines Website-Checks gar nicht über die Unternehmenswebsite. Vielmehr sprechen wir über das Unternehmen: über Geschäftsmodell, Markenbild, Zielgruppe, Stärken und Wettbewerbsumfeld. Nur mit diesem Wissen im Hinterkopf ergibt ein Website-Check wirklich Sinn. Ohne zu wissen, wie ein Unternehmen aufgestellt ist, wie es mit den Kunden spricht, wie sein Anspruch ist etc., lässt sich eine Website nur schwer überprüfen. Klar, Dinge wie Nutzerführung, Textmengen, grafisches Konzept, Inhalte etc. können auch unabhängig davon beurteilt werden. Aber: Um die Identität der Marke, in all ihren Ausprägungen, auch glaubhaft und vor allem deckungsgleich zur Realität in der digitalen Welt abzubilden, muss tiefer gebohrt werden.

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Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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