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Teilnehmerstimme Website-Check: 'Wie bei Dieter Bohlen!'

21 Feb
Website-Check-Besucher starrt entsetzt auf schlechte Website
Bild: Daniel nanescu - spitshire.com

(21.02.2017) Unsere geliebten Websitechecks - Fluch und Segen zugleich! Es ist ja nicht so, dass wir unsere Teilnehmer nicht warnen! Nein, nein: In unserer Vermarktung heißt es immerhin: „In der Beratung wird mit offenem Visier gesprochen“. (Ich kann mich auch an eine Variante „Ziehen Sie sich ein dickes Fell an“ oder so ähnlich erinnern). Wie auch immer. Feststeht, dass es unser Job ist, im Rahmen der Websitechecks 45 Minuten lang - „Feuer frei!“ - die Bereiche der Website zu identifizieren, in denen noch reichlich Verbesserungspotenzial steckt. Von uns gibt es also ausschließlich Kritik zu hören, natürlich nur konstruktive. Dass das mitunter unangenehm oder anstrengend für ein Unternehmen sein kann, ist ja klar. Aber „Wie bei Dieter Bohlen!“? Also bitte! ;-)

Am 15. Februar war es mal wieder soweit in der IHK Frankfurt: Einen ganzen Tag lang Webseiten checken. Die sechs Slots waren wie immer ausgebucht und wir waren sehr gespannt auf die Unternehmen.

Termin Nr. 1 war kein Websitecheck im klassischen Sinne. Wir kamen gar nicht bis zur Website, da sich das Gespräch bis zum Ende über das Produktportfolio, ich nenne es mal eine „eierlegende Wollmilchsau“, drehte. Wir sprachen mit einem Existenzgründer, der mit seinen IT-Dienstleistungen einen ganzen Bauchladen aufmachte. Und bevor wir über Websitestrukturen sprechen, müssen wir erst die Unternehmensstrukturen verstehen, was in diesem Fall nicht ganz einfach war. Der Teilnehmer bedankte sich herzlich bei uns für das Feedback und meinte dann grinsend: „Das ist ja wie bei Dieter Bohlen!“. Wir sehen ihn dann zum Recall wieder!

Im Anschluss besuchte uns ein Innarchitekturbüro. Die Website machte an und für sich einen guten Eindruck. Zumindest im Check vor dem Termin. Als wir dann hörten, dass das Büro mit internationalen Auszeichnungen überschüttet wird und auch sonst zur Topliga zählt, relativierte sich unsere Einschätzung. Ein Premium-Unternehmen braucht eine Premium-Website! Und das war sie leider bei Weitem nicht.

Die Empfehlung zur nächsten Fotografen-Website könnten wir zusammenfassen mit „Von allem mehr“. Es ging um Foto-Erlebnistouren, die mit deutlich zu wenigen Inhalten aufbereitet wurden. Uns fehlten tiefere Einblicke über Bildwelten und Videos, wir wollten mehr Teilnehmerstimmen und beschreibende bzw. erklärende Texte. Immerhin war der Aufbau der Website sehr ordentlich.

Danach kam der Geschäftsführer einer großen, europaweit agierenden Klinikgruppe zu uns. Auf der Website fiel sofort auf, dass sämtliche Inhalte, von Text bis Bild, sehr ichbezogen daher kamen. Sehr viel Wir, sehr wenig Du. Auch waren die Texte viel zu akademisch getextet. In Ergänzung mit den generischen Bildwelten ging die Website doch sehr auf Distanz zum Besucher, wirkte seelenlos und steril. Unser Tipp, sich die Kundenbrille aufzusetzen, bedeutet nicht nur, das Unternehmen und sein Angebot aus dieser Perspektive zu sehen, sondern auch Texte aus den Sprachwelten der Kunden zu texten.

Nach den Terminen waren dann zwar unsere Stimmen etwas heiser und wir etwas ermattet, aber sechs Unternehmen um einige Anregungen reicher. Gespannt sind wir auf jeden Fall auf die Umsetzung der Verbesserungsvorschläge. Wir sehen uns im Recall!


Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit über 10 Jahren berate ich kleine und mittlere Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. In den bislang knapp 1.500 Beratungsfällen lag der thematische Schwerpunkt bei Onlinemarketing-Strategien und Website-Konzepten. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

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