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Der Microbloggingdienst Twitter hat sich lange zum Alltagsbestandteil der Nutzer entwickelt: Meldet der Dorfbahnhof Verspätungen, zücken sie das Smartphone und schauen nach, ob der RMV eine Streckenstörung getweetet hat. Ebenso wenden viele sich am Flughafen anklagend mit einem „Was jetzt?“ an den Twitter-Account der Lufthansa, wenn der Flug abgesagt wird. Die Bundeskanzlerin twittert. Die regionalen und überregionalen Medien twittern. Aber vor allem: Ihr Kunde twittert vielleicht auch. Und da fast 80% der Twitternutzer angeben, dass sich ihr Eindruck von einem mittelständischen Unternehmen verbessert hat, seit sie auf Twitter mit ihm interagiert haben, sollten gerade kleine und mittlere Unternehmen den Einsatz der verhältnismäßig unaufwendigen Social-Plattform als Marketingmaßnahme in Betracht ziehen. Natürlich müssen sie ihn sorgfältig vorbereiten. Und richtig umsetzen. Und verstehen, wann und wie Twitter ihnen überhaupt nutzen kann.



Wie funktioniert Twitter?

Twitter ist eine Microblogging-Plattform, die es Ihnen ermöglicht, Kurznachrichten mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen öffentlich zu posten. Diese sogenannten Tweets können Sie auch von anderen Nutzern übernehmen und auf Ihrem eigenen Profil „retweeten“, oder  Sie können mittels eigenem Tweet darauf antworten. Auch Tweets mit Bild sind möglich. Indem Sie Ihren Tweets sogenannte Hashtags hinzufügen – mit # gekennzeichnete Schlagwörter –, machen Sie sie für Nutzer auffindbar, die sich alle Tweets eines bestimmten Hashtags anzeigen lassen. Idealerweise sammeln Sie auf Twitter viele interessierte Follower, also Nutzer, die Ihren Account abonnieren, so dass Ihre Nachrichten im Feed des Followers angezeigt werden, sobald er sich auf Twitter einloggt.

Twitter als Marketingplattform

Twitter ist eines der größten sozialen Netzwerke – es wird von 310 Millionen Personen aktiv genutzt, darunter rund 12 Millionen Deutsche. Es ist auch eine der schnelllebigsten Plattformen: Innerhalb von Minuten kann sich ein Tweet verbreiten oder versacken. Die große Stärke von Twitter besteht in der Kundennähe, im direkten Kontakt und in den Networking-Möglichkeiten. Sie können sich Ihren Followern mit Ihrem Expertenwissen und mit Ihren Services anbieten: Entweder als direkte Kontaktmöglichkeit für Bestandskunden oder durch mehrwertige Informationen, die Sie auf 140 Zeichen komprimiert – eventuell mithilfe von weiterführenden Links – der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen oder Hilfesuchenden auf Eigeninitiative anbieten. Einzelne Tweets können und sollten sorgfältig formuliert und optimiert werden, die Twitter-Aktivitäten zudem täglich überwacht. Doch der Zeitaufwand hält sich im Vergleich mit anderen Plattformen in dem Moment deutlich in Grenzen, in dem Sie eine klare Vorstellung von Ihren Twitter-Maßnahmen haben – idealerweise in Form eines Redaktionsplans – und systematisches Monitoring betreiben. Durch Management-Tools wie die kostenfreie Hootsuite fällt es leichter, relevante Accounts und Hashtags zu verfolgen und Retweets oder Klicks auf Links zu tracken. Hinweise auf neue Beiträge im Unternehmensblog oder Produktaktualisierungen im Shop können auch automatisiert werden und verringern den Aufwand. Doch Achtung: Rein automatisierte Accounts werden nicht gut angenommen und verspielen Twitters großes Sympathiepotential.