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Wie setze ich eine App um?

Am Anfang steht immer die Idee für eine App. Aber die Idee ist nicht erfolgsentscheidend. Man benötigt konzeptionelle und gestalterische Fähigkeiten und viel Zeit, um aus einer Idee ein herausragendes Nutzererlebnis zu formen.

Schreiben Sie zunächst die Idee auf und holen Sie gegebenenfalls einen Fachmann an Bord. Denn in der Konzeptionsphase entscheidet sich bereits, ob die Anwendung Erfolg haben wird oder nicht. Verzichten Sie aber in dieser frühen Phase auf die Gestaltung von Screens, Logos etc. Beschäftigen Sie sich nur mit dem Konzept und den Abläufen, die ein Nutzer in der App durchspielt. Bedenken Sie auch alle Fehlermeldungen, die auftreten könnten, und versuchen Sie möglichst konsequent zu konzipieren, indem Sie beispielsweise Hinweise der App immer auf die gleiche Weise und am gleichen Ort darstellen – dies spart auch Umsetzungskosten.

Nun treffen Sie inhaltliche Überlegungen: In welchen Sprachen soll die App zur Verfügung gestellt werden, und soll der Nutzer die Sprache wechseln können? Ist auch der Inhalt an Sprachen gebunden oder wird lediglich die Nutzeroberfläche übersetzt? Ergibt es Sinn, auf Hoch- und Querformat zu arbeiten, oder soll die App die Ansicht auf ein Format begrenzen?

Parallel dazu oder kurz nach der Konzeptionsphase konzentrieren wir uns auf die Gestaltung. Hier geht es um Farbgebung, Schriften und alles, was mit dem Design zu tun hat. Wenn man verschiedene Varianten der Gestaltung im Kopf hat, bietet sich die Entwicklung von Sample Screens an.

Am Ende der Designphase müssen Konzept und Design der App zusammengeführt werden, indem man entweder jeden Screen durchgestaltet oder Elemente wie Buttons, Überschriften, Textlinks, Fließtexte usw. einzeln definiert. Optional kann kurz vor der Implementierung der App noch ein sogenannter Dummy angefertigt werden. Auch hierbei gibt es verschiedene Varianten wie Papierprototypen bestehend aus ausgedruckten Screens oder kleinen Webseiten, mit denen man sich schon einmal durch statische Screens klicken kann. Entscheidend ist jedoch, dass man mit dem Klickdummy einen Eindruck bekommt, wie sich die Nutzung der App „anfühlen“ wird und ob alles wirklich nutzerfreundlich und selbsterklärend ist.

Sie definieren Ihre Parameter – wie Betriebssystemkompatibilität, den Gerätefokus (Tablets, Smartphones, SmartTVs, Spielekonsolen) und ob die App nativ oder webbasierend sein soll. Überlegen Sie außerdem, wie die App zur Verfügung gestellt werden soll. In welche Stores möchten Sie sie anbieten und haben Sie selbst ein Verkäufer-Account oder soll die umsetzende Partei im Store genannt werden? Was soll sie kosten? In welchen Ländern soll sie angeboten werden? Welche Texte nutzen Sie auf der Store-Seite Ihrer App, um sie den Nutzern schmackhaft zu machen?

Es ist wichtig zu wissen, dass es sich bei der Realisierung von Apps um ein sogenanntes Wasserfallmodell handelt. Das bedeutet zum einen, dass Entscheidungen, die früh in der Projektphase getroffen wurden, unwiderruflich sind, zum anderen aber auch, dass die Umsetzung denkbar einfach und schnell vonstatten geht, wenn in der Konzept- und Designphase alles vollständig definiert worden ist.


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Cover des BIEG-Leitfadens Apps für kleine Unternehmen

Gastautor

Sebastian Fritzsche

Sebastian Fritzsche gründete 2008 die Digital-Agentur Pixelstein in Hanau und ist bei verschiedenen Weltkonzernen sowie mittelständischen Unternehmen als Berater tätig. Er realisierte mit seinen Team in den letzten 9 Jahren hunderte digitale Projekte von Apps, über Webportale bis hin zu interaktiven Messeständen. Seine Kernkompetenz liegt im Bereich von Apps.

Letzte Aktualisierung: Januar 2020

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