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Welche Eigenschaften beeinflussen die Qualität von Backlinks?

Wer hat wie, wo und wann (eventuell auch wie oft) auf eine Website verlinkt? Jeder dieser Aspekte beeinflusst Googles Qualitätseinschätzung der verlinkten Webpräsenzen. Den Grad dieser Beeinflussung schätzt die SEO-Fachwelt nach wie vor als erstaunlich hoch ein – nicht zuletzt weil hochrangige Google-Vertreter nie ausdrücklich dementierten, dass Links für den Suchalgorithmus von Bedeutung sind.

Unverändert gilt also: Google ist permanent auf Linksuche. Dazu besteht seit dem Penguin 4.0-Update (2016) jederzeit die Gefahr, dass sich fragwürdige Links negativ auf Platzierungsergebnisse auswirken.

Folglich ist wichtig zu wissen: Welche Gesichtspunkte berücksichtigt Google, wenn es um die Bewertung einzelner Links geht?

A) Wichtige Qualitätsmerkmale von linkempfangenden Webpages („Linkzielen“)

1. Seitenqualität: Wann können Backlinks als Empfehlung überzeugen? Ganz klar: wenn sie auf buchstäblich empfehlenswerte Inhalte zeigen! Der Arbeit im Bereich Offpage sollte daher die Optimierung im Bereich Onpage vorangehen – es sei denn, der eigene Content genügt ohnehin schon höchsten Besucher- und Suchmaschinenansprüchen.

2. Linkzahl: Die Zahl der von außen eingehenden Links erlaubt Google Aufschluss über die Aktivität, Vernetztheit und Interaktionshäufigkeit einer Website. Hunderte oder tausende Links allein sind für Top-Platzierungen indessen kein Garant mehr. Vielmehr ist in erster Linie darauf zu achten, dass die Links natürlich – also nicht eingekauft – wirken.

3. Zuwachsrate: Analog verhält es sich mit der Linkzuwachsrate. Viel hilft nicht immer viel, weil ein unrealistisch hohes Wachstumstempo Googles Misstrauen weckt. Was nun realistisch wäre? Das hängt unter anderem von Inhalt, Alter und Zielgruppe der linkempfangenden Webpage/Website ab.

4. Verhältnis von Startseiten-Links zu Unterseiten-Links: Meist verweisen Links eher auf die Startseite einer Website. Allerdings kann auch eine 70-Prozent-Quote an Unterseiten-Links normal sein – je nach Branche. Onlineshops zum Beispiel verzeichnen mehrheitlich Verweise, welche direkt zu Produkt- oder Kategorie-Unterseiten führen. Als ausgewogenes Mischverhältnis zwischen Startseiten- und Unterseiten-Links wird gerne 60:40 angegeben.

B) Wichtige Qualitätsmerkmale von linkgebenden Webpages („Linkquellen“)

1. Seitenqualität: Die Überzeugungskraft eines Links ist abhängig von der Qualität der Seite, auf welcher der Link platziert wurde. „Qualität“ ist jedoch in diesem Zusammenhang ein dehnbarer Begriff. Zweifellos bieten Webpages mit überdurchschnittlich hochwertigen und informativen Inhalten eine hohe Qualität. Dass die verlinkende und die verlinkte Seite thematisch verwandt sind, kann aber ebenso ausschlaggebend sein.

2. Backlinkprofil der linkgebenden Website: Eine Seite, die Links aufweist, wird meist ihrerseits von außen verlinkt. Ein zentraler Aspekt! Die Offpage-Werte einer Seite nehmen maßgeblichen Einfluss darauf, welche Linkstärke (auch: Link Equity oder Link Juice) sie an externe Ziele weitergibt. In Merksatzform ausgedrückt: Ihre Website sollte Backlinks am ehesten von solchen Websites gewinnen, welche selbst eher hochwertige Backlinks gewinnen.

3. Eigenschaften des Links: Die Beschaffenheit der Links selbst spielt eine große Rolle. Beispielsweise sollten die Linkbenennung und die per Link empfohlene Ziel-Seite zueinanderpassen. Überdies sollte inhaltlich plausibel erscheinen, weswegen ein Link an genau dieser Stelle (im Text oder generell auf der Page) eingebunden wurde. Google achtet sehr genau auf Kontexte. Ob ein Link in seine Umgebung passt, lässt sich derweil mit einer simplen Frage prüfen: Erscheint der Link mir als menschlichem Leser an dieser Stelle sinnvoll und hilfreich? Bejaht ein Mensch die Frage, tut es in der Regel auch ein Google-Bot.

Das Thema Linkbenennung (der Fachmann spricht vom „Linktext“ oder „Ankertext“) verdient gesonderte Erwähnung. Als am wenigsten problematisch gilt, wenn die Benennung dem Namen der verlinkten Domain entspricht („Marken-Linktext“). Nichtsdestotrotz sollte man – in Maßen – Diversität schaffen: Da Google aus dem Linktext Schlüsse über die verlinkte Seite zieht, ist der gelegentliche Einsatz umsatz- und klickrelevanter Begriffe („Money-Keywords“) ebenso sinnvoll. Genauso in den Mix gehören neutrale Linktexte wie „hier“ oder „klick“, da diese recht gebräuchlich sind.

Schließlich ist die „Linkstatus“ genannte HTML-Auszeichnung „nofollow“ zu nennen. Dieses zusätzliche Link-Attribut teilt Google mit: 1. An die Zielseite soll keine Stärke weitergegeben werden. 2. Bitte ignoriere den Linktext und die (semantische) Linkumgebung. Obwohl es sich dabei zweifelsohne um eine Abschwächung handelt, darf man nicht vergessen: Auch nofollow-Links vererben vermutlich Autorität und können den Besucherstrom ankurbeln. Ferner wäre ein Linkprofil ohne nofollow-Links heutzutage sehr unnatürlich.

4. Sparsamkeit in Sachen Verlinkung: Eine einzige Quelle enthält unzählige Links oder verlinkt sogar viele Male auf ein und dieselbe Website? Beides beeindruckt Google wenig und wirkt womöglich sogar verdächtig. Vernünftiger sieht es aus, wenn genau der eine richtige Link an genau der richtigen Stelle platziert ist. Ein Querverweis wirkt im Regelfall desto wertiger, je wählerischer und sparsamer die zugehörige Quelle generell mit Links verfährt.

Im Umkehrschluss heißt das: Ihre eingehenden Links sollten von möglichst vielen Webadressen stammen, die voneinander unabhängig sind. Diesbezüglich heißt es aufpassen: Sogar völlig unterschiedliche Websites könnten ein zusammengehöriges Netzwerk bilden und denselben Urheber haben. Einen Hinweis hierauf geben etwa Registrantendaten oder IP-Adressen von Websites. Solchen Mustern sollte man also regelmäßig nachgehen – ein kostenloses Tool für Stichproben findet man unter http://whois.domaintools.com.

Gastautor

Christian Stenger

Als SEO Offsite Consultant der Online Marketing Solutions AG konzentriert sich Christian Stenger aktuell auf Suchmaschinenoptimierung mit und ohne Links. Allgemein liebt er Digital Marketing: Seine Erfahrungen als Texter, Lektor, Konzepter, Mediengestalter und Literaturwissenschaftler zahlen sich hier gleicherweise aus.

http://www.omsag.de

Gastautor

Carsten Schuwerack

1996 gründete Carsten Schuwerack eins der ersten Internet-Gaming-Cafés Deutschlands. Seit je gehört sein Herz dem Digital Marketing, was er momentan in der Online Marketing Solutions AG als Leiter der Abteilung SEO-Offsite unter Beweis stellt. Unermüdlich teilt er auch auf Twitter, was ihn fachlich begeistert und antreibt.

http://www.omsag.de

Erstellt: März 2019

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