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3. Passiv wie ein Prospekt

Eine Stärke des Internets ist seine Interaktivität. Nutzer können vielerorts selber Inhalte erstellen, häufig in Form von Meinungen, Eindrücken und Rezensionen. Sie können sogar mit wenigen Klicks ihre eigene Website erstellen – denken Sie nur an Blogdienste wie Tumblr oder Wordpress. Auf Unternehmenswebseiten fängt die Interaktivität bereits damit an, wo wie geklickt wird: Es können Inhalte vertieft, ein Download eingeleitet oder direkt ein Produkt bestellt werden.

Leider stoßen wir in unseren Beratungen immer wieder auf Webseiten, die sich so passiv präsentieren wie Prospekte. Sie motivieren ihre Besucher nicht zum Klicken, sondern münden nach Abhandlung der Inhalte in Sackgassen.

Hier fehlt nicht nur jegliche Vertriebswürze, Sie zwingen die Besucher auch zum Nachdenken: Was ist als nächstes zu tun? Diese Überlegung produziert – wenn auch nur in kleinen Dosen – negative Emotionen.

Versuchen Sie Ihren Besucher zu führen, indem Sie Klickanreize schaffen! Wir sprechen im Interaktionsdesign von Webseiten von den sogenannten Call-2-Action-Buttons. Das sind Klick-Elemente, die aussehen wie Schalter und sich mit einer besonderen Farbe vom Rest der Webseite optisch hervortun.

 

  • Definieren Sie für Ihre Interaktionsflächen eine Farbe, die sich über die gesamte Website zieht. So lernt der Besucher: „Alles, was orange ist, löst eine Aktion aus“.

  • Auf den Buttons stehen Handlungsoptionen wie „herunterladen“, „kontaktieren“ oder „kaufen“. Benennen Sie die Handlungsaufforderung möglichst konkret. Statt einem „mehr“ ist ein „zu den Produktfeatures“ aussagekräftiger. Damit senken Sie das Klickrisiko des Besuchers, weil er weiß, was er mit dem Klick auslöst.

  • Auf jeder Seite muss mindestens eine Aktion angeboten werden. So stellen Sie sicher, dass es keine Sackgassen gibt und der Besucher niemals gelangweilt aufgibt.



4. Unklare Navigation

Ähnlich einem Baumarkt benötigt auch eine Website eine Beschilderung. Nur so erkennt der Kunde, wo er abbiegen muss, damit er findet, was er sucht. Manche Website bieten dank allgemeingültiger Menüpunkte wie „Produkte“, „Services“, „Über uns“ und „Kontakt“ keine Hilfestellung. Im Baumarkt wäre das Schild „Produkte“ ja auch nicht hilfreich. Stattdessen wäre Ihnen sicher Klartext lieber: „Haus & Garten“, „Bad & Küche“ und so weiter. 

 

  • Bauen Sie Ihr Hauptmenü inhaltlich mit den Themen auf, die der Besucher momentan unter „Leistungen“ findet. So kann er sich schnell orientieren und erhält eine Übersicht über Ihr Angebot.

  • Für klare Hierarchien platzieren Sie die restlichen Menüpunkte an anderer Stelle. Mittlerweile üblich für Menüpunkte wie „Über uns“ oder „Kontakt“ ist die Platzierung in einem sogenannten Footer am Seitenende. Dieser ist eine Art Servicezentrale oder Infopoint der Website. Hier werden wichtige Kontaktinformationen wie Formulare oder Social-Media-Auftritte verlinkt und Klickideen für den längeren Aufenthalt auf der Seite platziert.

  • Der Umfang des Menüs ist ein weiterer Stolperstein. Aus den Erkenntnissen der Wahrnehmungspsychologie wissen wir, dass ein Mensch selbst unter Idealbedingungen nur 6 - 7 Informationen auf einmal wahrnimmt. Deshalb sollten Sie auch nicht mehr Menüpunkte verwenden. Schließlich soll es möglich sein, das Menü schnell zu überfliegen.



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Cover des BIEG-Leitfadens Die 7 Website-Suenden

Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit 15 Jahren berate ich Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. Meine thematischen Schwerpunkte sind Online-Marketing, E-Commerce und Social Media. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Letzte Aktualisierung: Januar 2020

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