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5. Keine Seele

Die Neurowissenschaft lehrt uns: Was keine Emotionen auslöst, ist für uns sinn-, wert- und bedeutungslos. Emotionen spielen nicht nur beim Kauf von Produkten, sondern auch bei der Wahrnehmung von Webseiten eine wichtige Rolle. Schließlich werden Webseiten wahrgenommen wie Menschen. Wir entwickeln eine Beziehung zur Website, die zum Beispiel gekennzeichnet sein kann durch Harmonie, Respekt oder Langeweile. Viele Webseiten sind klar strukturiert und technisch sauber, versprühen aber den Charme und das Temperament einer Excel-Liste. Schlechte Voraussetzung für eine gute Beziehung zwischen Website und Besucher!

Definieren Sie zunächst den Charakter Ihrer Website: welche Werte sie vertritt, wie organisiert sie ist, wie sie sich verhält und welche mentalen Fähigkeiten sie besitzt. Im zweiten Schritt übersetzen Sie diese Eigenschaften webgerecht in Elemente, Funktionen und Designs der Website.

Wie funktioniert das? Ein Beispiel: Ist die Wertehaltung des fiktiven Charakters modern und zukunftsorientiert, bekommt unser Webdesign einen futuristischen Anstrich. Beschreiben wir die innere Organisation als strukturiert, klar und direkt, übertragen wir diese Eigenschaften auf Navigation und Suchfunktion. Einen Charakterzug, den wir als hilfsbereit und freundschaftlich definieren, findet in der Website die Umsetzung durch zusätzliche Services, wie beispielsweise einem Rückrufservice oder einem Live-Chat. Bei den mentalen Fähigkeiten kann ein inspirierender Charakter mit einer ausgeklügelten Cross-Selling-Funktion umgesetzt werden.

 

  • Auch der Charakter der Website wird von ihren Bildwelten geprägt. Immerhin nehmen Websitebilder in der Regel viel Fläche in Anspruch. Charakter und Individualität zeigen Sie mit eigenen Fotos. Diese sind zwar aufwändig in der Produktion, aber deutlich besser als das meiste, was Sie in Bilddatenbanken finden. Die sogenannten Stock-Fotos sind zwar professionell, aber austauschbar und seelenlos. Im besten Fall dienen sie Ihnen als Vorlage für eigene Aufnahmen.



6. Gnadenlos überladen

Don’t make me think – ohne Überlegen das Ziel erreichen, das wäre schön! Schließlich arbeitet unser Gehirn ökonomisch. Sein oberstes Prinzip: Es möchte Energie sparen. Je weniger Energie beim Websitebesuch verbraucht bzw. umgewandelt wird, umso besser fühlt sich der Mensch. Sie sind also gut beraten, Ihren Besuchern das Denken abzunehmen. Bösen Zungen raten zur Optimierung für den „typischen“ RTL2-Zuschauer. Sie sollten es Ihren Besuchern also so einfach wie möglich machen!

Einen besonders hohen Energieverbrauch produzieren überladene Webseiten. Sie kennen das doch auch: Sie besuchen eine Website zum ersten Mal und werden von der Fülle an Informationen völlig erschlagen. Zu viele Bilder, Texte und sonstige Elemente kämpfen um Ihre Aufmerksamkeit. Fehlende visuelle Hierarchien setzen dem Ganzen dann noch die Krone auf. Schnell weg hier!

 

  • Bringen Sie Ordnung auf Ihre Website! Sie dürfen Ihren Besuchern nicht mit komplexen Strukturen oder zu vielen Elementen und Funktionen überfordern. Erinnern Sie sich an die Empfehlung der Wahrnehmungspsychologie: Maximal 6 - 7 Elemente können wir gleichzeitig erfassen.

  • Bleiben Sie sparsam und gehen Sie ruhig ins Vertikale, wenn Sie viele Inhalte haben, statt sie auf engem Raum zu stauchen. Durch die tägliche Smartphone-Nutzung ist der Besucher Scrollen bzw. Wischen gewohnt.

  • Beachten Sie die Gesetze der Grafikgrammatik: Ähnliches teilt sich Größe, Farben und Formen, Wichtiges steht oben und links. Gleiches gehört gruppiert etc.



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Cover des BIEG-Leitfadens Die 7 Website-Suenden

Autor

Daniel Weichert
Fachlicher Leiter

Seit 15 Jahren berate ich Unternehmen für mehr Erfolg im Internet. Meine thematischen Schwerpunkte sind Online-Marketing, E-Commerce und Social Media. Studiert habe ich BWL und E-Commerce an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Letzte Aktualisierung: Januar 2020

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