GESCHRIEBEN VON

Dr. Angelika Niere
Marketing Managerin
Von 2009 – 2021 war Dr. Angelika Niere Referentin und Content Managerin des BIEG Hessen. Heute ist sie Marketing Managerin des Hofheimer Big-Data-Dienstleisters Palturai. Die Spezialität der Marketing-Allrounderin und promovierten Germanistin sind Storytelling und die einfache Präsentation komplizierter Sachverhalte. Sie hat über 200 Fachartikel zu allen Themen des Online-Marketing geschrieben.

Online sichtbar sein – was heißt das?

Geschrieben von Angelika Niere

Wenn Sie keiner kennt, kann auch keiner nach Ihnen suchen. Darin liegt die Herausforderung des Online-Marketing: genau dann mit den passenden Informationen vor Ort zu sein, wenn sich der potentielle Kunde gerade mit dem Problem beschäftigt, das Ihr Angebot für ihn lösen könnte.

Das galt vor einigen Jahren noch als alleinige Aufgabe der Suchmaschinenoptimierung und des Suchmaschinenmarketings. Doch mit dem Internet ist auch die Anzahl der Maßnahmen gewachsen, die Unternehmen ergreifen können, um online neue Kontakte herzustellen. Deshalb ist heutzutage in diesem Zusammenhang von „Sichtbarkeit“ die Rede. Sie müssen genau dann da sein, wenn der Interessent Sie brauchen kann.

Daniel Weichert
Sichtbarkeit im Internet ist der gute Dreiklang aus Suchmaschinen, Werbung und Social Media.
Daniel Weichert, Leiter BIEG Hessen

Customer Journey

Um gezielt Sichtbarkeit aufzubauen, müssen Sie zunächst die „Customer Journey“ Ihrer Kunden identifizieren. Unter diesem Stichwort versteht man die möglichen Wege, auf denen Interessenten mit Ihnen in Berührung kommen könnten: über Suchergebnisse auf Google, Amazon oder im Apple Store, über Twitter-Posts und YouTube-Videos, über Print- oder Onlineanzeigen und so weiter.

Je nachdem, wann in der Customer Journey so ein „Touch Point“ angesiedelt ist, hat die Kundin andere Bedürfnisse. Ganz am Anfang hat sie vielleicht gerade ein vages Interesse am Thema oder macht eine verhaltene Vorrecherche („Wann lohnt sich ein eigener PKW?“, „Internationale Küche im Überblick“, „Bauchmuskeltraining für Einsteiger“). Vielleicht weiß sie noch gar nicht, dass ein Angebot wie das Ihre die Antwort auf ihre Frage darstellen könnte – und ist auch noch gar nicht an einem konkreten Angebot interessiert. Anders sieht es bei der Suche nach „Gebrauchtwagen online kaufen“ aus, die zu einem späteren Zeitpunkt folgen könnte. Und nach dem Kauf steht natürlich das Thema Kundenbindung an.

Am Ende Ihrer Analyse wissen Sie, wo sich Ihr Wunschkunde überall aufhält, und können nachverfolgen, ob Sie an diesen Punkten bereits vor Ort sind – mit den richtigen Anzeigen, auf den richtigen Kanälen, passend zu den richtigen Suchbegriffen. Für KMUs ist ein Einstieg ins Marketing entlang der Customer Journey  hilfreich, um passende Botschaften für potenzielle Kunden zu entwerfen.

Die Customer Journey ist auch für die Suchmaschinen Optimierung essenziell. Achten Sie hier nicht nur auf technische Auswertungen und Zahlen, sondern nutzen Sie SEO entlang der Customer Journey!

Sichtbarkeit messen

Um die Customer Journey kennenzulernen, die konkreten notwendigen Maßnahmen festzulegen und den Erfolg im Anschluss zu überprüfen, müssen Sie Ihre Reichweite messen können. Dabei helfen Ihnen Webanalysetools. Ausgewertet werden können und müssen unter anderem:

Aktivitäten auf Ihrer Website

Nicht nur die Anzahl Ihrer Websitebesucher und was sie dort machen, sondern bspw. auch, wie sie zu Ihnen gefunden haben (Links, Suchmaschinen, Social Media), welche Suchbegriffe sie dabei gegebenenfalls eingegeben haben, ob Ihre Website die gesuchte Information geliefert hat (Stichwort Absprungrate und Verweildauer), ob sie die Website zum ersten Mal besuchen und vieles mehr.

Aktivitäten auf Ihren Social-Kanälen und Marktplätzen

Praktisch jedes große soziale Netzwerke bietet heutzutage eine eingebaute Analysemöglichkeit, die automatisch Abrufzahlen, Klicks und so weiter misst. Wer auf Marktplätzen wie ebay, Amazon oder etsy verkauft, hat Zugriff auf Analysen der internen Suchfunktionen.

Ihr aktuelles Standing auf Google

Dabei helfen kostenfreie Tools wie die Google Search Console oder der Google Keyword Planner (nutzbar nach Registrierung eines ebenfalls kostenfreien Google-Ads-Accounts), aber auch teilweise sehr mächtige und umfangreiche kostenpflichtige Tools wie Sistrix oder Searchmetrics. Messen Sie auch die Aktivitäten und Themenschwerpunkte Ihrer Mitbewerber!

Was Sie messen sollten und welche Zahlen für Sie relevant sind, ergibt sich aus dem Ziel, das Sie mit Ihrem Unternehmen verfolgen. Diese Ziele müssen anhand der Analysedaten nachvollziehbar sein: die Anzahl der Retweets, die Sie gerne auf Twitter erreichen würden, die Anzahl der gewünschten Website-Besucher, die Konversionsrate (die anzeigt, wie viele der Besucher dann auch einen Kauf abschließen) und so weiter. Messen und steuern Sie Ihren Websiteerfolg!

Google und seine Freunde

Auch wenn das Thema Sichtbarkeit viel größer geworden ist, spielt die Suchmaschine immer noch eine erhebliche Rolle, denn kein anderer Knotenpunkt wird von mehr deutschen Nutzern aufgesucht, wenn sie online etwas erfahren wollen – über 90% von ihnen nutzen Google. Aber hinter Google verbirgt sich viel mehr als seine Suchfunktion.

Google ist nicht nur mit Services wie Google My Business, Gmail, der Google-Map und dem Vertrieb verschiedener Endgeräte steter Begleiter im Alltag von Internet- bzw. Handynutzern; der Google-Konzern ist auch unter anderem im Besitz der Videoplattform YouTube. Viele Google-Kanäle laufen auf der Suchergebnisseite der klassischen Google-Suche zusammen: In der „organischen“ Suchergebnisliste erscheinen nicht nur passende Websites, sondern auch Unternehmensporträts und Kartenausschnitte, Videos, Bilder und News. Bei Wissensfragen gibt Google auch gerne mal Direktantworten aus, die z.B. von Wikipedia gezogen werden. Hinzu kommen bezahlte Werbeanzeigen. Um in diesem bunten Mischmasch möglichst weit oben sichtbar zu werden, müssen Sie viele verschiedene Maßnahmen ergreifen. Aber darin liegen natürlich auch große Chancen!

Wenn Sie Ihr Google Wissen ausbauen möchten, sollten Sie die wichtigsten Suchmaschinenoptimierungs-Faktoren kennen. Lesen Sie anhand von einem Praxisbeispiel wie Sie in drei Schritten zur SEO-Strategie kommen. Last, but not least können wir Ihnen nur raten sich, gerade als Einsteiger, mit Google Ads zu beschäftigen.

Stellen Sie auch sicher, dass Sie technisch sauber arbeiten und es Google und anderen Internetdiensten leicht machen, Ihre Websites auszulesen.

Die richtigen Keywords und Themen

Ganz egal, auf welcher Plattform Sie unterwegs sind, ob Sie Anzeigen schalten oder auf die Macht Ihrer Inhalte vertrauen: Sie werden immer nur dann an der passenden Stelle in Erscheinung treten, wenn Sie den Algorithmus davon überzeugen können, dass Sie die ideale Antwort auf die jeweilige Suchanfrage liefern.

Dank Ihrer Analysen wissen Sie, welche Anfragen häufig in den Suchschlitz getippt werden und für Sie interessant sind. Doch anstatt sich auf die Optimierung von Texten auf einzelne Suchanfragen zu beschränken, sollten Sie mit der Kenntnis über Ihre Customer Journey im Hinterkopf in Maßstäben von Themenfeldern denken, die Sie bespielen wollen. Sie müssen verstehen, welche Probleme und Fragen Ihre potentiellen Kunden umtreiben und die Sprache der Suchenden sprechen. In anderen Worten: Sie müssen Content Marketing betreiben. Zu wissen, wie man Kunden mit Gefühl und System gewinnen kann, ist hier das A und O.

YouTube
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Content bleibt King!

Linkaufbau und Social Media

Natürlich können und müssen Sie auch an anderen Stellen im Internet sichtbar werden. Besonders wichtig sind neben den vielen sozialen Netzwerken je nach Branche auch Bewertungsportale, Preissuchmaschinen und relevante Websites zu verwandten Themen. Derartige Aktivitäten nimmt Google als sogenannte „Social Signals“ wahr, und Links, die von anderen Seiten auf Ihre verweisen, zählen als Hinweis, dass sich hier guter, relevanter Content verbirgt. Aber es geht eigentlich darum, nicht nur „für Google“ sichtbar zu werden, sondern für den Menschen. Er soll Gelegenheit erhalten, Sie an möglichst vielen Stellen zu entdecken. Und Sie können davon ausgehen: Wenn der Verweis auf Ihre Websites und Angebote an einer bestimmten Stelle echten Internetnutzern weiterhilft, freut das beide – Mensch und Maschine.

Verschaffen Sie sich einen Überblick und machen Sie sich mit den ersten Schritten in sozialen Medien vertraut, achten Sie beim Linkaufbau auf „gute“ Links und achten Sie beim Posten auf Instagram auf dessen Einflüsse auf das Suchmaschinen-Ranking.

So manch einer empfindet das Thema Sichtbarkeit im Bereich B2B als besonders schwierig. Wenn es Ihnen auch so geht, können Sie sich die Aufnahme von unseren kostenfreien Webinar ansehen. Vielleicht kann Ihnen die Aufzeichnung des Seminars B2B-Marketing Teil 1: Mehr Power für Ihr digitales Marketing! eine Last von der Schulter nehmen – Es ist nämlich gar nicht so schwierig, wie viele denken.