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Und am Ende steht der Check-Out: die Bedeutung von Zahlungsarten im E-Commerce

24 Apr

Der 23. März 2020 war der Beginn einer neuen Zeitrechnung! Durch den Corona Virus sind unsere bisherigen Gewohnheiten komplett durcheinandergewirbelt worden. Mit dem verkündeten Lockdown wurden vielen stationären Händlern (und auch Gastronomen und anderen physischen Dienstleistern) die Option genommen, weiter stationär ihre Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Nur eine Ausnahme war und ist auch aktuell möglich: der Verkauf via Onlinekanal.

Viele Händler und Dienstleister haben die Idee in die Tat umgesetzt und schnell einen Onlineshop ins Leben gerufen, um die stationären Umsatzverluste teilweise abzufangen. Ein verständlicher und wahrscheinlich auch existenzieller Schritt. Die erste Welle der Ernüchterung ist ebenso schnell gekommen. Zu wenige Kunden suchen, finden und klicken auf die neuen E-Commerce-Shops. Fehlende Bekanntheit, unprofessionelle Produktdarstellung oder schwierige Check-Out-Prozesse sind nur ein kleiner Ausschnitt der Herausforderungen für die neuen digitalen Händler.

In diesem Artikel beschränken wir uns auf den letzten Schritt im Kaufprozess – den Check-Out. Aus Kundensicht ist dieser Prozess sehr emotionslos, aber ein Muss, um die Ware zu erhalten. Aber genau an dieser Stelle kann der Händler fatale Fehler machen. Denn beim Check-Out im E-Commerce sind die angebotenen Zahlungsarten ein wesentlicher Erfolgsfaktor. 72% der Käufer brechen ihren Einkauf ab, wenn die von ihnen favorisierte Zahlungsmittel nicht verfügbar sind.

Zur Auswahl stehen neben der Zahlung per Kreditkarte, dem Rechnungskauf oder PayPal noch einige andere Möglichkeiten. Nachfolgend zeigen wir die wichtigsten Zahlungsarten und geben Ihnen einen Überblick über interessante Sonderangebote von Zahlungsdienstleistern während der Corona-Pandemie.

Die Zahlungsmittel im E-Commerce

Im eCommerce ist bei den Zahlungsverfahren vieles möglich - außer Bargeld. Hört sich banal an, zeigt aber deutlich auf, dass traditionelle, stationäre Händler auf diesem Vertriebskanal gehörig umdenken müssen. Immerhin werden im stationären Handel fast die Hälfte der Bezahlungen bar getätigt. Auch das zweitbeliebteste Zahlungsmittel im stationären Handel kann im Onlineshop nicht genutzt werden: die Girocard (bei vielen Kunden weiterhin als EC Karte bekannt). Hier eine Übersicht von den bekanntesten und wichtigsten Zahlmethoden im E-Commerce.

Kauf auf Rechnung

o   Kunde zahlt erst nach Erhalt der Ware und Qualitätsprüfung

o   Verkäufer hat das Ausfallrisiko/Mahnrisiko

o   Keine Zahlungsgebühren für den Verkäufer

 

Vorkasse

o   Kunde zahlt direkt nach Kauf und hat das Ausfallrisiko, sofern der Händler Ware nicht versendet

o   Zeitlicher Verzug, bis das Geld auf dem Händlerkonto ist

o   Verkäufer hat den Geldeingang, bevor er die Ware versendet - somit risikolos

o   Keine Zahlungsgebühren für den Verkäufer

PayPal

o   Kunde zahlt mit PayPal mittels hinterlegten Konto (entweder Girokonto oder Kreditkarte)

o   Es handelt sich um ein Treuhandsystem. D.h., sollte bei der Kaufabwicklung etwas falsch laufen, erhält der Kunde das Geld zurück

o   Zahlungsgebühren für Verkäufer (0,25€ zzgl. Disagio ab 1,49%)

Paypal plus

o   Erweiterung zu PayPal Basis. Kunde kann direkt über 1-Klick via PayPal zahlen und muss seine Lieferadresse nicht eintippen, da PayPal Plus dies dem Händler übermittelt

o   Zahlungsgebühren für Verkäufer (0,25 zzgl. Disagio ab 1,49%)

Kreditkarten (zwischen 1%-3% Disagio)

o   u.a. Visa, Mastercard, American Express (Verfügbares Kreditlimit pro Monat, Abbuchung erfolgt 1x im Monat)

o   Debitkarten (Guthabenbasis, d.h. die Zahlung erfolgt sofort bei vorhandener Kartendeckung)

o   3-D-Secure-Verfahren, d.h. der Kunde erhält eine TAN via SMS und muss diese zur Autorisierung eingeben. Somit ist das Betrugsrisiko stark reduziert, wenn die Karte von Dieben eingesetzt wird, da die versendete TAN nicht vorhanden ist

o   Zahlungsgebühren für Verkäufer (zwischen 1%-3% Disagio)

Klarna

o   SofortKauf : Kunde kann per 1-Click kaufen. Das Girokonto oder die Kreditkarte wird hinterlegt. Zahlungsgebühren für Verkäufer (0,20€ + 1,35%Disagio)

o   Auf Rechnung: Im Check-Out kann der Kunde das Klarna Produkt auswählen. Vorteil für den Verkäufer: Klarna überweist den Rechnungsbetrag sofort, das Ausfallrisiko/Mahnwesen wird von Klarna übernommen. Zahlungsgebühren für Verkäufer (1,69€ +3,25% Disagio)

o   Ratenkauf: Im Check-Out wird dem Kunden ein Ratenkauf (z.B. Laufzeit 24 Monate) angeboten und auch eine sofortige Kreditentscheidung

Nachnahme

o   Kunde zahlt bei Übergabe vom Paketdienstleister. Diese Zahlmethode wird immer seltener eingesetzt und genutzt

o   Zahlungsgebühren für Verkäufer (5,60€)

Sofortüberweisung

o   Das Verfahren ermöglicht die sofortige und direkte Bezahlung von Online-Einkäufen vom eigenen Bankkonto über das autorisierte und bewährte PIN-/TAN-Verfahren. Jedoch kann der Kunde die Buchung nicht mehr zurückziehen.

o   Zahlungsgebühr für Verkäufer (0,25€ + 1,35% Disagio)

SEPA Lastschrift

o   Der Kunde bezahlt, indem er eine Überweisung per Online-Banking erledigt. Das Verfahren ermöglicht die sofortige und direkte Bezahlung von Online-Einkäufen vom eigenen Bankkonto über das autorisierte und bewährte PIN-/TAN-Verfahren.

o   Jedoch kann der Kunde die Buchung innerhalb 6 Wochen rückbelasten.

o   Zahlungsgebühr für Verkäufer (0,10 - 2€ + 1,3% Disagio)

Payment Link

o   Sehr gut geeignet für Verkauf via Telefon oder Social-Media-Kanäle.

o   Kunde erhält nach Kauf einen Payment Link zugesendet. Auf dieser Seite kann er sein Zahlmittel auswählen und die Zahlung ausführen.

o    Der Paymentlink kann via SMS, Chat, eMail an den Kunden übermittelt werden.

o   Zahlungsgebühr für Verkäufer (abhängig vom eingesetzten Zahlmittel)

Google/Apple Pay

o   Kunde muss sich bei den jeweiligen Anbietern registrieren und seine Kreditkarte hinterlegen. Nicht alle Banken beteiligen sich bisher an diesen Systemen.

o   Bestätigung erfolgt hier über die Gesichtserkennung (Face-ID) oder Fingerabdruck (Touch-ID) des Mobiltelefons

o   Zahlungsgebühr für Verkäufer (wie Kreditkarte zwischen 1%-3% Disagio)

Amazon Pay

o   Kunde muss sich bei Amazon registrieren und seine Bankdaten hinterlegen. Danach kann der Kunde bequem auf Amazon, aber auch bei anderen Onlinehändlern bezahlen

o   Zahlungsgebühr für Verkäufer (0,35€ + 1,9% Disagio)

Paydirekt

o   Deutsches Zahlungssystem aus einem Bankenkonsortium (u.a. Sparkasse, Volksbanken). Ist wie PayPal eine Art Treuehändlersystem, jedoch geringere Händlerakzeptanz bis jetzt. Kunden zahlen einfach und direkt von Ihrem Girokonto.

o   Zahlungsgebühr für Verkäufer (0,35€ + 1,9% Disagio)

Was sind in Deutschland beliebte Zahlungsverfahren?

Nachdem wir jetzt eine Reihe von Zahlungsverfahren kennengelernt haben, möchte ich Ihnen auch ein Schaubild zu der Nutzung von Zahlungsverfahren in Deutschland liefern. Es zeigt auf, dass in Deutschland aus Kundensicht vier Zahlungsverfahren als sehr wichtig eingestuft werden.

Quelle: ibi research 2020



Interessante Corona-Angebote bei den Zahlungsdienstleistern

Wie aus der bisherigen Ausführung zu erahnen ist, kann das Thema Check-Out sehr komplex werden. Das haben in der aktuellen Situation auch die Zahlungsdienstleister erkannt. Deshalb bieten sie spezielle und unkomplizierte Lösungen an. Fast alle bieten einen einfachen Online Shop Baukastensystem an und dabei sind viele Zahlarten angebunden und sofort einsetzbar. Nachfolgend ein kurzer Überblick zu diesen Angeboten:

o   Onlineshop von SUPR

o   Keine Grundgebühren

o   Keine Einrichtungsgebühren

o   PayPal, Klarna (Sofort), SEPA, VISA, Mastercard

o   Online-Shop-Baukasten (One Stop Shop)

o   Keine Einrichtungsgebühren

o   Rechnung, Vorkasse, PayPal, SEPA, VISA, Mastercard

o   Grundgebühr mtl. 29,90€

o   One Page Shop

o   Keine Einrichtungsgebühr

o   3 Monate keine mtl. Grundgebühr

o   PayPal, Klarna Sofort, VISA, Mastercard, AMEX

o   Keine Einrichtungsgebühr

o   3 Monate keine mtl. Grundgebühr

o   Vorkasse, PayPal, SEPA Klarna Sofort, Mastercard

o   Keine Einrichtungsgebühr

o   Keine Grundgebühren

o   Rechnungskauf, SEPA, VISA, Mastercard

Fazit – Der Check-Out ist im eCommerce erfolgskkritisch

Setzen Sie bei ihrem Check-Out-Prozess auf Spezialisten, um dieses Thema mit den besten Erfahrungswerten für sich zu nutzen und die Kaufabbruchquote zu reduzieren. Sicherlich können Sie auch den Check-Out-Prozess selbst managen und auch mit jedem Payment-Anbieter einen eigenen Akzeptanzvertrag unterzeichnen. Vielleicht werden Sie so etwas günstigere Konditionen erhalten. Aber in der Gesamtbetrachtung wird es höchstwahrscheinlich teurer für Sie, als auf die Convenience-Lösungen von den Zahlungsdienstleistern zu setzen. Auch der Faktor Zeit soll nicht außer Betracht gelassen werden. Letztendlich bietet es Ihnen erhebliche Vorteile. Wie sie jetzt erfahren haben, sollten Sie von Anfang an das das Thema Check Out mit Priorität verfolgen.

 

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Gastautor

Alexander Süßel
AS-auf-Zeit

Alexander Süßel ist seit 2007 als Digital Consultant aktiv. Die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten in den Bereichen User Engagement, Loyalty & CRM sind seine Fokusthemen. Diese Expertise hat er u.a. bei Loyalty Prime, Wirecard, Department One, Brand Loyalty sowie Sensorberg als IT Projektleiter und Business Development Manager eingebracht. In seinem aktuellen Projekt www.mittelstandsfan.de unterstützt er den Mittelstand mit seiner digitalen Expertise.

http://www.as-auf-zeit.de

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