10.02.2026

LinkedIn-Unternehmensprofil: Pflicht oder Zeitverschwendung?

Viele kleine und mittlere Unternehmen fragen sich: Lohnt sich ein Unternehmensprofil auf LinkedIn überhaupt, wenn Reichweite meist über Menschen entsteht und Ressourcen knapp sind? Im Expertenvideo mit Daniel Weichert und LinkedIn-Trainerin Resi Steinbauer wird klar: Ja, es lohnt sich – aber nicht als Reichweitenmaschine, sondern als strategische Basis.

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1) Rechne mit wenig organischer Reichweite – und plane entsprechend

Resi sagt deutlich: Unternehmensprofile haben organisch kaum noch Sichtbarkeit. Selbst mit Followern erscheint Content selten im Feed. Wer erwartet, dass die Unternehmensseite allein „Reichweite macht“, wird enttäuscht. Konsequenz: Die Seite nicht als Hauptmotor sehen, sondern als Fundament.

2) Unternehmensprofil trotzdem einrichten – als auffindbare Homebase

Auch wenn die Reichweite gering ist, bleibt die Seite wichtig als zentrale Anlaufstelle: für Kunden, Interessenten, Bewerber und auch Mitarbeiter. Menschen wollen schnell prüfen können, wofür ein Unternehmen steht, was es anbietet, welche Werte dahinterstehen und was aktuell passiert. Außerdem brauchen Mitarbeiter eine Seite, die sie in ihren Profilen verlinken können.

3) Die Seite als Content-Hub nutzen – mit klarer Kontrolle

Der Vorteil gegenüber persönlichen Profilen: Das Marketing-Team kann Botschaften, Themen und Tonalität steuern. So entsteht ein verlässlicher Rahmen, der auch intern hilft: Mitarbeiter sehen, welche Themen gesetzt werden und wie man über das Unternehmen sprechen kann. Gerade wenn nicht jeder Zeit hat, selbst Beiträge zu schreiben, ist diese Orientierung wertvoll.

4) Nicht den „Unternehmensflyer“ posten, sondern relevanten Content

Ein häufiger Fehler: Unternehmensseiten werden mit Pressemitteilungen, Produkt-News und internen Updates befüllt – also wie ein Prospekt. Das interessiert außerhalb der eigenen Organisation oft kaum jemanden. Resis Empfehlung: Im Kern darf es derselbe Content-Mix sein wie bei Personenprofilen – verständlich, klar, mit Nutzen und einem Blickwinkel, der für die Zielgruppe relevant ist.

5) Qualität vor Quantität: Lieber selten gut als oft egal

Ob zweimal im Monat oder einmal im Monat: Entscheidend ist nicht die Frequenz, sondern die Substanz. Ein guter Beitrag pro Monat ist besser als vier schwache Posts, die nach Standard-PR oder nach „KI-Text“ wirken. KI kann als Werkzeug helfen, aber das Ergebnis sollte nach dem Unternehmen klingen und echten Mehrwert liefern.

6) Wenn Ressourcen knapp sind: Personenprofile liefern die Reichweite

Wenn nur wenig Kapazität vorhanden ist, sind persönliche Profile meist der schnellere Weg zu organischer Reichweite – besonders über Führungskräfte oder sichtbare Experten im Unternehmen. Aber: Wenn nur eine Person postet, zeigt das oft nur einen Ausschnitt der gesamten Kompetenz. Idealer ist das Zusammenspiel: Unternehmensseite als Basis plus ausgewählte Personenprofile als Reichweiten- und Distributionskanäle.

7) Distribution aktiv angehen: Community Management und optional Paid

Der zweite große Fehler ist „posten und hoffen“. LinkedIn belohnt Austausch: kommentieren, Diskussionen anstoßen, sichtbar sein bei relevanten Profilen und Themen – auch als Unternehmensprofil. Und wenn organisch wenig geht, kann Paid helfen: ein schlankes, cleveres Setup statt großer Budgets. Resi nennt Beispiele von punktuellem Push (einige hundert Euro für einen Beitrag) bis hin zu rund 1.000 Euro pro Monat – abhängig von Ziel, Zielgruppe und Lernkurve.

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© Theresa Steinmüller