22.05.2026

Schneller zu gutem Content mit KI: Die wichtigsten Learnings aus dem Livestream

Künstliche Intelligenz ist längst im Arbeitsalltag angekommen – gerade im Marketing, bei Texten, Bildern und Social Media. Im Livestream des BIEG Hessen zeigte Wolfgang Jung, wie Unternehmen KI sinnvoll einsetzen, ohne in die Falle von austauschbarem „KI-Slop“ zu geraten. Der Fokus lag dabei weniger auf einzelnen Tools wie ChatGPT oder Claude, sondern auf der Frage: Wie arbeitet man richtig mit KI zusammen?

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Gute Ergebnisse entstehen durch gute Prompts

Der wichtigste Punkt des gesamten Vortrags: Schlechte KI-Ergebnisse liegen oft nicht an der KI, sondern an unklaren Anweisungen. Wolfgang Jung verglich das mit einem Besuch in der Apotheke: Wer nur sagt „Ich brauche Medizin“, bekommt keine passende Lösung.

Je präziser der Prompt, desto besser das Ergebnis. Besonders hilfreich ist dabei eine feste Struktur für Prompts. Jung empfiehlt eine einfache Blaupause:

  • Zweck (Purpose)
  • Rolle der KI
  • Objekt bzw. Thema
  • Modus oder Format
  • Parameter
  • Tonalität

Aus „Schreibe etwas über Zahnpflege“ wird so ein klar definierter Auftrag mit Zielgruppe, Stil und gewünschtem Ergebnis.

KI funktioniert besser mit Kontext

Ein zentraler Hebel für hochwertige Inhalte ist zusätzlicher Kontext. Statt nur eine Website zusammenfassen zu lassen, sollte man ergänzen, für wen die Zusammenfassung gedacht ist.

Im Beispiel des Vortrags führte derselbe Inhalt zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen:

  • einmal allgemein,
  • einmal speziell für Weiterbildungsentscheider in mittelständischen Unternehmen.

Die Qualität stieg sofort deutlich. Genau deshalb lohnt es sich, PDFs, Webseiten, Produktinformationen oder bestehende Texte als Grundlage hochzuladen.

KI sollte, wie ein digitaler Praktikant behandelt werden

Wolfgang Jung empfahl einen Perspektivwechsel: KI sei nicht einfach nur ein Tool, sondern eher ein „digitaler Praktikant“. Dieser braucht klare Aufgaben, Feedback und Kontrolle.

Deshalb gilt im gesamten Prozess: Kompetenz vor KI.

Kein KI-generierter Inhalt sollte ungeprüft veröffentlicht werden. Gerade bei Stellenanzeigen, PR-Texten oder Social Posts entstehen sonst schnell austauschbare Inhalte ohne eigene Identität.

Ein Content-Stück kann für viele Zielgruppen angepasst werden

Ein großer Vorteil von KI liegt in der Skalierung von Kommunikation. Ein einmal erstellter Inhalt kann schnell für verschiedene Zielgruppen umgeschrieben werden:

  • Kunden
  • interne Teams
  • Partner
  • Lieferanten
  • Social Media
  • Pressearbeit

Im Vortrag wurde gezeigt, wie dieselbe Information einmal formell für Kunden und einmal locker für Mitarbeitende formuliert wurde – ohne den Inhalt neu schreiben zu müssen.

Projekte und Erinnerungen sparen enorm Zeit

Besonders praktisch sind die Projektfunktionen moderner KI-Tools. Dort lassen sich Inhalte, Chats und Regeln thematisch bündeln.

Beispiel:

  • Im gesamten Unternehmen wird geduzt.
  • In einem speziellen Projekt für Geschäftsberichte wird gesiezt.

Die Projektlogik überschreibt dann automatisch die allgemeinen Einstellungen. Dadurch entstehen konsistente Inhalte ohne ständige Wiederholungen im Prompt.

Zusätzlich empfahl Jung, die Erinnerungsfunktion zu aktivieren, damit die KI langfristig aus den bisherigen Arbeitsweisen lernt.

KI kann weit mehr als Texte schreiben

Der Livestream zeigte außerdem, wie breit moderne KI inzwischen eingesetzt werden kann:

  • Bilder generieren
  • Videos erstellen
  • PDFs analysieren
  • Fachsprache vereinfachen
  • Daten auswerten
  • Social-Media-Ideen automatisieren
  • sogar programmieren

Besonders spannend: KI-Agenten arbeiten inzwischen teilweise selbstständig und erledigen komplette Recherche- oder Organisationsaufgaben.

Datenschutz und Kennzeichnung bleiben Pflicht

Neben allen Chancen wurde auch klar auf Risiken hingewiesen. KI kann Daten missbrauchen, Inhalte halluzinieren oder rechtliche Probleme verursachen.

Wichtig deshalb:

  • sensible Daten anonymisieren,
  • private Chats nutzen,
  • KI-generierte Bilder kennzeichnen,
  • Nutzungsrechte der verwendeten Tools prüfen.

Gerade die neue Kennzeichnungspflicht für KI-Bilder wird Unternehmen künftig stärker beschäftigen.

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© Wolfgang Jung