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LinkedIn-Anzeigen im B2B-Umfeld

19 Nov

LinkedIn ist ein soziales Netzwerk mit Fokus auf Geschäftskontakte und Teil von Microsoft. Lange Zeit galt XING in Deutschland als wichtigstes Online-Netzwerk für Unternehmer, jedoch blieb der wirkliche Durchbruch oder die Anwendbarkeit für viele Betriebe aus. Im Jahr 2020 ist LinkedIn in Deutschland Marktführer und bietet Unternehmern und Geschäftsführern deutlich mehr Möglichkeiten als XING.

Gleichzeitig fällt auf, dass das Design von LinkedIn optisch immer frischer wirkt und näher am Design des privaten Netzwerks Facebook ist. Mit einem Klischee möchte ich auch zu Beginn aufräumen: Linkedin ist nicht nur für Anwälte, Ärzte oder Geschäftsführer interessant. Mittlerweile findet man aus allen Branchen wertvolle Kontakte von der Geschäftsführung bis in den Fachkräfte-Bereich. So bin ich selbst z.B. mit über 2.000 Handwerksunternehmern vernetzt oder man findet über 2.400 Kältetechniker in Deutschland.

Ein paar aussagekräftige Vorteile und Gründe, warum man sich als Unternehmer unbedingt damit beschäftigen sollte:

  • Gelungene Suchfunktion für Zielkontakte sowohl nach Berufsbezeichnung, Region oder Branche 
  • Menschen sind offen für neue Geschäfte und Partnerschaften
  • Nachrichten landen direkt im Postfach der gewünschten Person und man umgeht das Vorzimmer ● Gleichzeitig kann man qualifizierte Bewerber für Stellen finden
  • Hochwertige Inhalte, keine Tier-, Baby- oder Partyfotos

Da ich diesen Artikel als Performance Marketer schreibe, möchte ich natürlich einen Fokus auf die bezahlte Werbung in LinkedIn richten. Die Werbemöglichkeiten haben in den letzten 24 Monaten stark zugenommen und wurden kontinuierlich verbessert. Viele Unternehmen berichteten mir jedoch, dass LinkedIn Werbung “teurer” sei als auf Facebook, Instagram oder Google. Genau auf diesen Punkt möchte ich eingehen:

Unterschiede zu anderen Plattformen und Formate

LinkedIn wird bewusster genutzt als z.B. Facebook und Instagram. Dies führt dazu, dass Nutzer nicht so häufig online sind wie in den privaten Netzwerken, dafür jedoch mit höherer Aktivität. Die Werbeplattform funktioniert auch auf LinkedIn durch Auktionen. Möchte man nun auf die gleiche Person werben, so ist die Wahrscheinlichkeit höher sie auf Facebook zu treffen. Die Werbung ist also günstiger.

Dennoch kann die Werbung auf diesen Plattformen durch die oberflächliche Konsumentenhaltung untergehen. Auf LinkedIn wird die Ausspielung pro Person vielleicht etwas mehr kosten, dafür aber bewusster gesehen. Ziel ist es hier einen guten Kontakt zu finden statt 1.000 "Fans", die keine Kunden oder Mitarbeiter werden.

LinkedIn und andere soziale Netzwerke spielen Werbung zu einem großen Teil mitten im Newsfeed mit Bildern oder Videos aus. Kleine Nebenformate mit reinem Text nehmen immer mehr ab.

Aus meiner Sicht liegt die große Chance jedoch in einem Format, welches unter allen sozialen Netzwerken einzigartig ist: der gesponserten Nachricht. Das Business-Netzwerk wird aktiv genutzt, statt konsumiert, und Menschen tauschen sich intensiv durch Nachrichten aus. Diese Funktion ist zudem mit dem E-Mail-Postfach verknüpft. LinkedIn möchte, dass wir miteinander Geschäfte machen und legt gleichzeitig Wert auf Qualität. Deshalb werden gesponserte Nachrichten nur alle 5 Tage pro Person versendet und haben einen hohen Vertrauenswert für den Empfänger. Das führt zu Öffnungsraten von über 60%. Welcher andere Brief oder welche E-Mail erreicht A) einen Geschäftsführer und wird B) auch noch geöffnet?

(z.B. mit dem Hinweis "gesponsort")

Die gesponserten Nachrichten sind zusätzlich eines der günstigsten Werbeformate und liegen bei 15-25ct pro Nachricht. Mit niedrigen 3-stelligen Beträgen kann man hier schon wertvolle Bewerber oder Geschäftskontakte sammeln.

Ein weiter Werbevorteil liegt im "Targeting", wie wir Online Marketer sagen, das heißt die Auswahl der Zielgruppe. LinkedIn ermöglicht die spezifische Ansprache von Berufen, Geschäftsfeldern oder detaillierten Kenntnissen des Berufslebens. Kennt man bei Facebook viele private Interessen, so geben Personen bei Linkedin viele Erfahrungen und Kenntnisse preis, die man als Werbetreibender gezielt ansprechen kann.

Beispielsweise:

  • Geschäftsführer aus der Baubranche mit mindestens 10 Mitarbeitern und Kenntnissen im Baurecht
  • Programmierer mit speziellen Kenntnissen in C++
  • Heimleitungen von Pflegeeinrichtungen

 

 

(Bsp. Direkt auf dem Anzeigenmanager in LinkedIn)


Grundlegend gibt es zwei Anwendungsfälle, in denen ich LinkedIn Werbung stark empfehlen würde. Das erste Szenario ist die B2B-Kundenwerbung. Viele Kontakte, die man sogar auf Messen schwer getroffen hätte, sind hier möglich, und man kommt schnell in den persönlichen Austausch.

Der zweite Fall ist die Mitarbeitersuche. Die genauen Kenntnisse oder Jobbezeichnung erlauben es über gesponserte Nachrichten direkt als Geschäftsführer auf eine Stelle aufmerksam zu machen. Für den Bewerber ist das ein Zeichen der Wertschätzung und er wird sich mit der Karriereseite inklusive der Stelle im Hintergrund befassen.

Wichtiger Hinweis: Bitte verlinken Sie in der Anzeige immer auf eine externe Seite, welche Ihnen gehört, z.B. die Karriereseite innerhalb Ihrer Website, damit der Kandidat später durch sogenanntes Re-Targeting als Websitebesucher ein zweites Mal angesprochen werden kann.

Welche Nachteile wir entdecken konnten: LinkedIn und gesponserte Nachrichten sind nicht für das "Massengeschäft", günstige Produkte oder E-Commerce geeignet. Wenn Sie hochpreisige Dienstleistungen oder erklärungsbedürftige Produkte haben sowie eine B2B-Zielgruppe, sind hier jedoch genau richtig.

Gastautor

Christian Keller

Christian Keller ist Experte für Online-Vermarktungsprozesse. Bereits im zarten Alter von 15 Jahren hat er seine eigene Online Marketing Agentur „Kellerdigital“ gegründet und hilft Unternehmern dabei Ihren Umsatz durch gezielte Online-Marketing-Prozesse nachhaltig zu erhöhen. Gleichzeitig unterstützt er seine Kunden während dieser Wachstumsprozesse auch bei der Findung von qualifiziertem Fachpersonal, um das Wachstum bewältigen zu können.

https://www.kellerdigital.de

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