GESCHRIEBEN VON

Lisa Hery
Beraterin BIEG Hessen
Die Welt der kleinen und mittleren Unternehmen lernte ich bereits im Studium der Betriebswirtschaft kennen, bevor ich praktische Erfahrung im Marketing von KMU gesammelt habe. Im Masterstudium der Sozial- und Kommunikationswissenschaften habe ich mich im Anschluss intensiv mit Unternehmenskommunikation beschäftigt.

Das Pinterest-1×1

Geschrieben von Lisa Hery

Entdecken Sie den Nutzen von Pinterest als Marketingkanal für Ihr Unternehmen! In diesem Leitfaden erfahren Sie, welche Argumente für den Einsatz von Pinterest sprechen und wie Sie den Suchdienst richtig bespielen.

Pinterest bringt Traffic auf Ihre Website

Wenn Sie Pinterest gezielt und sinnvoll einsetzen, wird das die Aufrufe auf Ihrer Website deutlich erhöhen. Das bedeutet automatisch mehr Sichtbarkeit für das Unternehmern. Selbstverständlich erhöhen andere Social-Media-Kanäle ebenfalls die Anzahl der Aufrufe. Doch Instagram, Twitter und inzwischen sogar Google versuchen zunehmend, die Nutzer auf der eigenen Plattform zu halten, anstatt sie auf externe Websites zu schicken. Posts mit direkter Verlinkung auf fremde Seiten werden beispielsweise bei Facebook oder YouTube seltener angezeigt. Zudem muss häufig Geld in die Hand genommen werden, wenn auf diesen Kanälen messbare Erfolge erzielt werden sollen. Auf Pinterest ist das nicht der Fall. Die gefundenen Pins führen den Nutzer auf direktem Weg auf die verlinkte Seite. Das sorgt für mehr Traffic auf den Websites.

Streng genommen ist Pinterest daher kein soziales Netzwerk. Die Plattform bezeichnet sich selbst als „Maschine für visuelle Entdeckungen“. Es handelt sich vielmehr um eine nutzergenerierte Suchmaschine, mit der Inhalte gespeichert werden können. Die Mechaniken entsprechen zwar typischen sozialen Netzwerken – es geht darum, Inhalte zu teilen und im Ranking der Suchergebnisse zu steigen. Auf Pinterest steht allerdings nicht die Community im Vordergrund. Die Möglichkeit, Privatnachrichten an andere User zu schicken, wird nur selten genutzt.

Pinterest ist deutlich langlebiger als Facebook und Co.

Die Halbwertzeit eines Pinterest Pins liegt durchschnittlich bei 3,5 Monaten. Bedeutet: Er verliert erst nach dieser Zeit 50 % seiner Aktivität. Im Vergleich dazu kommt ein Facebook-Post auf 90 Minuten. Auf Twitter sind es gerade mal 24 Minuten. Das heißt, dass Inhalte auf Pinterest wesentlich langlebiger sind.

Pinterest-Nutzer sind Käufer

Pinterest wird von den Usern nicht nur für die Recherche genutzt. Die Suche ist oft sehr konkret. Wenn ein Nutzer das richtige gefunden hat, gibt er meist überdurchschnittlich viel Geld für die in den Pins gezeigten Produkte aus. Warum? Weil Pinterest-Nutzer durchschnittlich hoch gebildet sind und folglich auch über ein hohes Durchschnittseinkommen verfügen. Das Umsatzpotenzial über Pinterest ist deshalb im Vergleich deutlich höher.

Nutzergruppe

Pinterest veröffentlicht im Gegensatz zu Facebook und Co. keine offiziellen Nutzerstatistiken. Mithilfe von Umfragen können Marketingexperten aber eine gute Einschätzung über die Zielgruppen geben:

Weibliche Nutzer in der Mehrzahl

Aktuell gibt es auf Pinterest noch die Besonderheit, dass der Großteil der Nutzer weiblich ist. Im Vergleich: Auf Social-Media-Plattformen liegt die Verteilung bei 50:50, aber es kommen immer mehr männliche Nutzer hinzu. Das Potenzial an Content für männliche Nutzer liegt vor und es ist eine große Chance an dieser Stelle einzusteigen. Männliche Nutzer interessieren sich auf Pinterest für andere Themen. Dies sind vor allem Technologie, Essen & Trinken, Handwerk und Humor.

Hohe Wachstumsrate unter Millennials

Im Vergleich mit sozialen Kanälen ist Pinterest unter Millennials eine der am schnellsten wachsenden Plattformen. Unter den 18- bis 29-jährigen steigt die Akzeptanzrate besonders schnell. In den USA überbietet die Anzahl der Nutzer-Accounts inzwischen fast Instagram.

Generation X auf Pinterest-Vormarsch

Das Durchschnittsalter von Pinterest-Nutzern liegt aktuell bei 40 Jahren. Das ist besonders interessant für Unternehmen, die ihre eigene Zielgruppe über herkömmliche Social-Media-Kanäle schwieriger erreichen.

In 6 Schritten zum professionellen Profil

1. Kostenloses Pinterest-Unternehmenskonto einrichten

Selbst wenn Sie bereits über ein privates Profil verfügen, sollten Sie ein Unternehmenskonto einrichten oder den privaten Account in den Kontoeinstellungen auf Business umstellen. Der Business-Account ist mit einem Analyse-Tool, dem sogenannten Pinterest Analytics ausgestattet, das Auswertungen zu den wichtigsten Kennzahlen ermöglicht.

2. Nutzername erstellen

Die Verwendung des Unternehmensnamens ist sinnvoll. Es sollte der gleiche Name sein, der auch in anderen Netzwerken wie Facebook oder Twitter verwendet wird.

3. Profilbild hochladen

Das Profilbild sollte einen Wiedererkennungswert haben, z. B. das Firmenlogo abbilden. Aber auch ein Personenfoto ist gut geeignet. Menschen sehen gerne andere Menschen an – das weckt Vertrauen.  Das Wichtigste bleibt aber der Wiedererkennungswert.

In der Profilansicht kann auch ein Titelbild angezeigt werden. Pinterest erstellt diese Titelbilder automatisch auf Basis einer existierenden Pinnwand, die Sie über den Editier-Button oben rechts auswählen. Nutzen Sie diese Möglichkeit unbedingt, um die Attraktivität Ihres Profils zu steigern.

4. Profiltext schreiben

Im Profiltext sollte lebendig beschrieben werden, für was das Unternehmen steht. Eine knackige Kurzbiographie mit wichtigen Keywords und einer Handlungsempfehlung, z. B. „Folge uns jetzt und gestalte dein Leben aufregend“. Der Text darf nur 160 Zeichen lang sein.

5. Pinterest-Profil mit Website und Netzwerken verknüpfen

Unter Kontoeinstellungen/Verifizieren können Sie die eigene Website und andere Netzwerke – wie Twitter, Instagram und Co. – verknüpfen. Dann erscheinen klickbare Links auf den Seiten, und beim Pinnen wird automatisch gefragt, ob der Pin auch auf den verknüpften Kanälen geteilt werden soll.

6. Pinnwände erstellen

Das Ziel besteht darin, maximal sichtbar zu werden. Im ersten Schritt gilt es daher, Inhalte auf dem eigenen Profil zu sammeln. Dazu sollten mehrere Pinnwände – auch Boards genannt – angelegt werden. Eine neue Pinnwand ist mit einem Klick erstellt. Eine größere Herausforderung ist es, die richtigen Themen für Pinnwände zu finden. Themen wie „Damenmode“, „Weihnachten“ oder „Fahrräder“ sind viel zu generisch. Es gilt: Pinnwände sollten sehr spezifisch die Themen der Zielgruppe widerspiegeln. Nischenspezifischere Boards wären beispielsweise:

  • Weihnachts-Dekoration für das Wohnzimmer
  • Fahrrad: sicher unterwegs
  • Sommerröcke: Trends 2020

Je besser die Boards organisiert und je spezifischer die Nische dargestellt ist, umso besser erreichen Sie Ihre Zielgruppe. Mit den Pinnwänden positionieren Sie sich als Experte zu dem Thema bei der eigenen Zielgruppe und werden gefunden. Wenn Sie zu Beginn noch über eine geringe Anzahl an Pins verfügen, können Sie fremde Pins verwenden. Erstellen Sie am Anfang mindesten 10 Pinnwände. Solange diese Boards noch nicht mit Pinns gefüllt sind, können Sie die Pinnwand als geheim kennzeichnen. Sie sind dann noch nicht öffentlich sichtbar. Für den Anfang ist eine Verteilung von 80/20 also 80 % fremde und 20 % eigene Pins völlig in Ordnung. Nach ein paar Wochen und Monaten sollte Sie mehr und mehr eigene Pins einstellen.

Der kreative Teil: Relevante Inhalte pinnen

Damit das Profil einen professionellen Eindruck macht, sollten im ersten Schritt mindestens fünf Pins auf jedes Board gepinnt werden, damit die Vorschaubilder der Pinnwände nicht so leer aussehen. Pinnwände werden gefüllt, indem Sie im ersten Schritt:

  • Bilder von der eigenen Website hochladen und auf das passende Board pinnen,
    Grafiken oder Bilder pinnen, die Ihnen im Netz begegnet sind und thematisch gut ins Themengebiet der Pinnwand passen,
    die besten Bilder, die Sie auf Pinterest finden, weiterpinnen.

Wie erstelle ich gute Pins?

Darauf sollten Sie achten:

  • Qualitativ hochwertige Bilder: Bei Pinterest dreht sich alles um die Bilder. Damit Ihre Bilder gemerkt, und gerepinnt werden, sollten sie ästhetisch, in einer hohen Auflösung und mit guter Beleuchtung sein. Große Schrift und knallige Farben erzeugen viel Aufmerksamkeit.
  • Hochkantformat verwenden: Das ideale Seitenverhältnis von Pinterest Grafiken liegt bei zwei zu drei – 600 x 900 Pixel.
  • Die richtige Schriftart: Infografiken sollten immer mit gut lesbarer und anschaulicher Schrift ergänzt werden.
  • Tonalität und Bildbeschreibung: Die Bilder stehen zwar im Vordergrund, die Beschreibung sollte aber nicht vernachlässigt werden. Wählen Sie eine Tonalität, die authentisch und persönlich Ihr Unternehmen widerspiegelt und zugleich die entscheidenden Keywords enthält.

Nutzen Sie zum täglichen Pinnen Planungstools wie das Smart Schedule von Tailwind (kostenfrei bis zu 100 vorausgeplanten Pins). Binden Sie den „Merken Button“ auf Ihre Website ein. Immer, wenn ein Nutzer den Butten klickt, wird der Link auf der Pinnwand eines Nutzers hinterlegt. Mit kostenlosen Bildbearbeitungstools wie Canva oder PIXLR können Sie sehr schnell hochwertige Grafiken erstellen. Um die Vorteile von Rich Pins – wie bessere Suchergebnisse und automatische Aktualisierung – zu nutzen, müssen die Rich Pins für die entsprechende Website beantragt werden. Eine ausführliche Anleitung dafür gibt es im Hilfecenter von Pinterest.

  1. Nutzen Sie zum täglichen Pinnen Planungstools wie das Smart Schedule von Tailwind (kostenfrei bis zu 100 vorausgeplanten Pins).
  2. Binden Sie den „Merken Button“ auf Ihre Website ein. Immer, wenn ein Nutzer den Butten klickt, wird der Link auf der Pinnwand eines Nutzers hinterlegt.
  3. Mit kostenlosen Bildbearbeitungstools wie Canva oder PIXLR können Sie sehr schnell hochwertige Grafiken erstellen.
  4. Um die Vorteile von Rich Pins – wie bessere Suchergebnisse und automatische Aktualisierung – zu nutzen, müssen die Rich Pins für die entsprechende Website beantragt werden. Eine ausführliche Anleitung dafür gibt es im Hilfecenter von Pinterest.

Suchmaschinenoptimierung für Pinterest

Wie andere Kanäle verfügt auch Pinterest über einen Algorithmus, der die Inhalte auf der persönlichen Startseite – in Pinterest Home Feed genannt – steuert. Im Gegensatz zu vielen Plattformen gilt hier jedoch das Prinzip „best first“. Anstelle der neusten Inhalte tauchen im Home Feed die Inhalte auf, die am besten zu den Suchanfragen des Benutzers passen, also genau wie bei Google.

Aus diesem Grund ist es so entscheidend, dass Sie die richtigen Keywords einsetzen. Generell sind Long-Tail-Keywords, also die Aneinanderreihung von mehreren Wörtern besser geeignet als generische Begriffe.

In 5 Schritten zu erfolgreichen Keywords

1. Gehirn einsetzen

Bevor Sie mit einer aufwendigen Suche beginnen, überlegen Sie sich nach welchen Begriffen Ihre Zielgruppe auf Pinterest suchen könnte. Denken Sie an wichtige Lebensereignisse, Jahreszeiten und Feiertage. Begriffe wie „gesund“, „Ernährung“ oder „Ideen“ spielen auf Pinterest eine große Rolle. Auf diese Weise lassen sich bereits ganz einfach relevante Schlagwörter zusammentragen.

2. Interne Suche von Pinterest nutzen

Als nächstes können Sie die Guided Search (s. Abbildung Guided Search) nutzen, um relevante Begriffe zu generieren. Das funktioniert, indem Pinterest die besonders häufig genutzten Begriffe anzeigt. Sie müssen dann nur noch den passenden Vorschlag anklicken und können mit dieser Methode relevante Long-Tail-Keywords zusammenstellen.

3. Synonymsuche

Im dritten Schritt suchen Sie nach Synonymen. Am besten funktioniert das über die Eingabe des Keywords in der Google-Suche. Sammeln Sie einfach Wörter mit gleicher Bedeutung. Unter „Ähnliche Suchanfragen zu …“ ganz unten auf der Ergebnisseite zeigt Google weitere Begriffe an, die relevant sein können.

4. Recherchetools

Setzen Sie außerdem Tools zur Generierung von Keywords ein, z. B. https://www.pinterestkeywordtool.com

5. Google-Trends

Außerdem ist es sinnvoll, auf trends.google.de immer einen Überblick über saisonale Trends zu haben und diese nach Möglichkeit einzubauen.

Hier sollten Sie Ihre Keywords platzieren:

  • Im Pinterest-Namen (Business Account notwendig)
  • In der Kurzinfo
  • Pinnwand-Titel
  • Pinnwand-Beschreibung
  • Pin-Beschreibung
  • Beitragstitel

Kleines Pinterest-Lexikon

Diese Begriffe sollten Sie kennen:

  • Pinterest = Pin + Interest: Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen pin („anheften“, „Stecknadel“) und interest („Interesse“). Er regt zu Wortspielen wie „Pin your interest!“ oder „How pinteresting“ an. Denn auf Pinterest ist der Nutzer aufgefordert, Pinnwände zu verschiedenen Interessen zu erstellen und die gefundenen Inhalte darauf zu speichern, sie also „anzupinnen“.
  • Pin: Als Pin wird der Inhalt auf Pinterest bezeichnet. Meist ist das ein Bild, es kann sich aber auch um ein Video handeln. Pins sind in der Regel mit Webseiten verknüpft.
  • Pinnwand: Die gemerkten Pins werden Pinnwänden zugeordnet und so nach Themen sortiert. Jede Pinnwand benötigt einen Titel. Im Englischen heißen die Pinnwände Pinboards.
  • Repin: Wenn sich jemand einen bereits vorhandenen Pin merkt, wird er auf einer eigenen Pinnwand gespeichert. Es entsteht ein Repin. Das Repinnen ist also wie das Teilen auf Facebook oder Retweeten auf Twitter. Je öfter ein Pin gemerkt wird, desto besser entwickelt sich sein Ranking.
  • Rich Pins: Rich Pins sind Pins, zu denen in den Metadaten Zusatzinformationen hinterlegt wurden. Die verknüpfte Website kann sie direkt auslesen und den Rich Pin automatisch aktualisieren, wenn sich Websiteinhalte verändern. Rich Pins können als Produkt-Pin, Artikel-Pin oder Rezept-Pin ausgewiesen werden.

Fazit

Pinterest hat sich in Deutschland etabliert. Laut dem Pinterest-Anzeigenmanager nutzen in Deutschland 7 Mio. Menschen jeden Monat Pinterest. Ein weiteres Wachstum ist zu erwarten. Seit Februar 2019 besteht auch die Möglichkeit, bezahlte Werbung auf Pinterest zu buchen und professionelle Werbekampagnen zu erstellen. Aktuell nutzt schon eine große Anzahl an Unternehmen diesen neuen Ansatz. In Zukunft werden die Pinterest-Anzeigen wahrscheinlich eine immer größere Rolle einnehmen. Bei Ihren Pinterest-Aktivitäten sollten Sie dies in der kommenden Zeit im Blick haben.

Vergessen Sie bei all der Arbeit nicht die Ergebniskontrolle. Überwachen Sie Ihre Ziele mit dem integrierten Tool Pinterest Analytics, um eine Übersicht über Ihren Aufwand und den Nutzen zu behalten.

Pinterest ist eine nützliche Plattform, um mit geringem Aufwand viele potenzielle Käufer auf Ihre Website zu locken. Für erkennbaren Erfolg müssen Sie bislang über kein großes Marketingbudget verfügen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf!