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Online sichtbar sein – was heißt das?

07 Okt

Wenn Sie keiner kennt, kann auch keiner nach Ihnen suchen. Darin liegt die Herausforderung des Online-Marketing: genau dann mit den passenden Informationen vor Ort zu sein, wenn sich der potentielle Kunde gerade mit dem Problem beschäftigt, das Ihr Angebot für ihn lösen könnte. Das galt vor einigen Jahren noch als alleinige Aufgabe der Suchmaschinenoptimierung und des Suchmaschinenmarketings. Doch mit dem Internet ist auch die Anzahl der Maßnahmen gewachsen, die Unternehmen ergreifen können, um online neue Kontakte herzustellen. Deshalb ist heutzutage in diesem Zusammenhang von „Sichtbarkeit“ die Rede. Sie müssen genau dann da sein, wenn der Interessent Sie brauchen kann. 

Customer Journey

Um gezielt Sichtbarkeit aufzubauen, müssen Sie zunächst die „Customer Journey“ Ihrer Kunden identifizieren. Unter diesem Stichwort versteht man die möglichen Wege, auf denen Interessenten mit Ihnen in Berührung kommen könnten: über Suchergebnisse auf Google, Amazon oder im Apple Store, über Twitter-Posts und YouTube-Videos, über Print- oder Onlineanzeigen und so weiter. Je nachdem, wann in der Customer Journey so ein „Touch Point“ angesiedelt ist, hat die Kundin andere Bedürfnisse. Ganz am Anfang hat sie vielleicht gerade ein vages Interesse am Thema oder macht eine verhaltene Vorrecherche („Wann lohnt sich ein eigener PKW?“, „Internationale Küche im Überblick“, „Bauchmuskeltraining für Einsteiger“). Vielleicht weiß sie noch gar nicht, dass ein Angebot wie das Ihre die Antwort auf ihre Frage darstellen könnte – und ist auch noch gar nicht an einem konkreten Angebot interessiert. Anders sieht es bei der Suche nach „Gebrauchtwagen online kaufen“ aus, die zu einem späteren Zeitpunkt folgen könnte. Und nach dem Kauf steht natürlich das Thema Kundenbindung an. Am Ende Ihrer Analyse wissen Sie, wo sich Ihr Wunschkunde überall aufhält, und können nachverfolgen, ob Sie an diesen Punkten bereits vor Ort sind – mit den richtigen Anzeigen, auf den richtigen Kanälen, passend zu den richtigen Suchbegriffen.

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Sichtbarkeit messen

Um die Customer Journey kennenzulernen, die konkreten notwendigen Maßnahmen festzulegen und den Erfolg im Anschluss zu überprüfen, müssen Sie Ihre Reichweite messen können. Dabei helfen Ihnen Webanalysetools. Ausgewertet werden können und müssen unter anderem:

  • die Aktivitäten auf Ihrer Website: Nicht nur die Anzahl Ihrer Websitebesucher und was sie dort machen, sondern bspw. auch, wie sie zu Ihnen gefunden haben (Links, Suchmaschinen, Social Media), welche Suchbegriffe sie dabei gegebenenfalls eingegeben haben, ob Ihre Website die gesuchte Information geliefert hat (Stichwort Absprungrate und Verweildauer), ob sie die Website zum ersten Mal besuchen und vieles mehr.
  • die Aktivitäten auf Ihren Social-Kanälen und Marktplätzen: Praktisch jedes große soziale Netzwerke bietet heutzutage eine eingebaute Analysemöglichkeit, die automatisch Abrufzahlen, Klicks und so weiter misst. Wer auf Marktplätzen wie ebay, Amazon oder etsy verkauft, hat Zugriff auf Analysen der internen Suchfunktionen.
  • Ihr aktuelles Standing auf Google: Dabei helfen kostenfreie Tools wie die Google Search Console oder der Google Keyword Planner (nutzbar nach Registrierung eines ebenfalls kostenfreien Google-Ads-Accounts), aber auch teilweise sehr mächtige und umfangreiche kostenpflichtige Tools wie Sistrix oder Searchmetrics. Messen Sie auch die Aktivitäten und Themenschwerpunkte Ihrer Mitbewerber!

Was Sie messen sollten und welche Zahlen für Sie relevant sind, ergibt sich aus dem Ziel, das Sie mit Ihrem Unternehmen verfolgen. Diese Ziele müssen anhand der Analysedaten nachvollziehbar sein: die Anzahl der Retweets, die Sie gerne auf Twitter erreichen würden, die Anzahl der gewünschten Website-Besucher, die Konversionsrate (die anzeigt, wie viele der Besucher dann auch einen Kauf abschließen) und so weiter.

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Google und seine Freunde

Auch wenn das Thema Sichtbarkeit viel größer geworden ist, spielt die Suchmaschine immer noch eine erhebliche Rolle, denn kein anderer Knotenpunkt wird von mehr deutschen Nutzern aufgesucht, wenn sie online etwas erfahren wollen – über 90% von ihnen nutzen Google. Aber hinter Google verbirgt sich viel mehr als seine Suchfunktion. Google ist nicht nur mit Services wie Google My Business, Gmail, der Google-Map und dem Vertrieb verschiedener Endgeräte steter Begleiter im Alltag von Internet- bzw. Handynutzern; der Google-Konzern ist auch unter anderem im Besitz der Videoplattform YouTube. Viele Google-Kanäle laufen auf der Suchergebnisseite der klassischen Google-Suche zusammen: In der „organischen“ Suchergebnisliste erscheinen nicht nur passende Websites, sondern auch Unternehmensporträts und Kartenausschnitte, Videos, Bilder und News. Bei Wissensfragen gibt Google auch gerne mal Direktantworten aus, die z.B. von Wikipedia gezogen werden. Hinzu kommen bezahlte Werbeanzeigen. Um in diesem bunten Mischmasch möglichst weit oben sichtbar zu werden, müssen Sie viele verschiedene Maßnahmen ergreifen. Aber darin liegen natürlich auch große Chancen!

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Stellen Sie auch sicher, dass Sie technisch sauber arbeiten und es Google und anderen Internetdiensten leicht machen, Ihre Websites auszulesen:

Die richtigen Keywords und Themen

Ganz egal, auf welcher Plattform Sie unterwegs sind, ob Sie Anzeigen schalten oder auf die Macht Ihrer Inhalte vertrauen: Sie werden immer nur dann an der passenden Stelle in Erscheinung treten, wenn Sie den Algorithmus davon überzeugen können, dass Sie die ideale Antwort auf die jeweilige Suchanfrage liefern. Dank Ihrer Analysen wissen Sie, welche Anfragen häufig in den Suchschlitz getippt werden und für Sie interessant sind. Doch anstatt sich auf die Optimierung von Texten auf einzelne Suchanfragen zu beschränken, sollten Sie mit der Kenntnis über Ihre Customer Journey im Hinterkopf in Maßstäben von Themenfeldern denken, die Sie bespielen wollen. Sie müssen verstehen, welche Probleme und Fragen Ihre potentiellen Kunden umtreiben und die Sprache der Suchenden sprechen. Sie müssen in anderen Worten Content Marketing betreiben.

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Linkaufbau und Social Media

Natürlich können und müssen Sie auch an anderen Stellen im Internet sichtbar werden. Besonders wichtig sind neben den vielen sozialen Netzwerken je nach Branche auch Bewertungsportale, Preissuchmaschinen und relevante Websites zu verwandten Themen. Derartige Aktivitäten nimmt Google als sogenannte „Social Signals“ wahr, und Links, die von anderen Seiten auf Ihre verweisen, zählen als Hinweis, dass sich hier guter, relevanter Content verbirgt. Aber es geht eigentlich darum, nicht nur „für Google“ sichtbar zu werden, sondern für den Menschen. Er soll Gelegenheit erhalten, Sie an möglichst vielen Stellen zu entdecken. Und Sie können davon ausgehen: Wenn der Verweis auf Ihre Websites und Angebote an einer bestimmten Stelle echten Internetnutzern weiterhilft, freut das beide – Mensch und Maschine.

So manch einer empfindet das Thema Sichtbarkeit im Bereich B2B als besonders schwierig. Wenn es Ihnen auch so geht, kann unser kostenfreies Webinar am Mittwoch, den 24. November 2021 Ihnen vielleicht eine Last von der Schulter nehmen: B2B-Marketing Teil 1: Mehr Power für Ihr digitales Marketing! Es ist nämlich gar nicht so schwierig, wie viele denken. 

Autor

Dr. Angelika Niere
Referentin

Seit 2009 betreue ich im BIEG Hessen unsere kostenfreien Informationmaterialien: unsere Leitfäden und Checklisten, unseren Blog und unseren Podcast. Im Laufe der Jahre habe ich im Bereich Online-Marketing über 200 Fachartikel verfasst. Als promovierte Literaturwissenschaftlerin befasse ich mich intensiv mit Content-Marketing und Storytelling.

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