Sie sind hier:

EAT: So beweisen Sie Google Ihre Autorität und Kompetenz

03 Sep

Webdesigner und Suchmaschinenoptimierer hatten in den letzten zehn Jahren mit einer Vielzahl von Google-Updates und Algorithmus-Änderungen zu tun, die sich maßgeblich auf die tägliche Arbeit dieser Dienstleister ausgewirkt hat. Die bekanntesten Google-Updates aus der Vergangenheit namens Panda und Pinguin beschäftigten sich kurz gesagt mit der inhaltlichen Qualität von Webinhalten und der Vertrauenswürdigkeit von Verlinkungen. In der jüngsten Vergangenheit kamen Begriffe wie EAT, das sogenannte Google Medic Update oder auch die Google Quality Guidelines auf. In diesem Artikel möchten wir diese Begriffe näher beleuchten und klären um was es sich dabei genau handelt.

Was sind die Google Quality Rater Guidelines?

Die Google Quality Rater Guidelines sind ein knapp 160 Seiten starkes Dokument von Google mit Richtlinien zur Bewertung der Qualität von Webseiten. Google beschäftigt sogenannte Quality Rater mit der manuellen Bewertung von Webseiten eben auf Basis dieser Richtlinien. Anzumerken ist, dass ein Quality Rater keinen direkten Einfluss auf das Ranking einer Webseite nehmen kann. Es ist trotzdem anzunehmen, dass Google die Erkenntnisse dieser manuellen Webseiten Audits in seinen Algorithmus zur Verbesserung der Suchergebnisse einfließen lässt.

Neben den Aspekten EAT und YMYL, zu den wir gleich noch im Detail kommen, spielen auch technische Aspekte wie Ladezeiten oder Benutzerfreundlichkeit, wie z. B. eine responsive Webseite für mobile Endgeräte eine Rolle in den Richtlinien; diese beiden Themen sind aber seit geraumer Zeit im Bewusstsein von Webdesignern und Suchmaschinenoptimierern fest verankert und werden daher in diesem Beitrag nicht weiter beleuchtet.

Das gesamte Dokument "Google Quality Rater Guidelines" findet man hier, leider nur in der englischen Version: Google Quality Rater Guidelines.

Was bedeutet EAT?

EAT ist ein Begriff, der in den Google Quality Rater Guidelines 119mal in Erscheinung tritt. EAT steht für Expertise, Authoritativeness, und Trustworthiness (E-A-T). Übersetzt heißt das also Expertise (oft bezogen auf den Autor eines Fachtextes), sowie Autorität und Vertrauen (in der Regel bezogen auf Autor und veröffentlichende Webseite gleichermaßen).

Was bedeutet YMYL? Oder anders gefragt: Welche Seiten betreffen die hier beleuchteten Aspekte aus den Quality Rater Guidelines?

Auch die Abkürzung „YMYL“ findet in den Google Quality Rater Guidelines 106mal Erwähnung. YMYL steht für "Your Money or Your Life (YMYL)"-Pages. Hiermit sind vor allem Webseiten gemeint, die sich mit sensiblen Themen wie Finanzen, Gesundheit, Recht, News, Shopping (Onlineshops), Politik, Wissenschaft usw. beschäftigen. Also alles Themen, bei denen Falschnachrichten eine nachteilige Wirkung auf das Leben der Google Nutzer haben könnten. Alle diese Seiten sollten dieses Thema sehr ernst nehmen, da Google die Google Quality Rater Guidelines vor allem erstellt hat, um hier seriöse von unseriösen Anbietern zu trennen.

Webseiten, die sich nicht direkt mit sensiblen Themen aus o. g. Sektoren beschäftigen, sind nach Meinung führender SEO Experten wie z. B. Marie Haynes aus den USA weniger von dieser Thematik betroffen, da bei einer Seite, die sich bspw. mit „harmlosen“ Themen wie Pflanzenpflege, Kosmetik oder Reisetipps beschäftigt, weniger Schadenpotential für den Google Nutzer vorhanden ist.

Was ist das Google „Medic Update“?

Die sogenannten Google „Medic Updates“ vom 13.08.2018 und 08.10.2018, aber vermutlich auch die Google Core Updates vom 18.03.2019 und 06.05.2020 sind die Updates, wo die Umsetzung der in den Quality Rater Guidelines nachzulesenden Richtlinien in der Praxis zur Umsetzung im Algorithmus kam. Wie das aussehen kann, wenn eine Seite von einem „Medic Update“ beeinflusst wird, ist hier gut am Beispiel des Sichtbarkeitsindex zu sehen.

Bsp. einer Webseite, die negativ vom Medic Update betroffen ist:


Bsp. einer Webseite, die vom Medic Update profitiert hat:

EAT in der Praxis

Wie stellt Google fest, ob eine Webseite die Richtlinien erfüllt und mit welchen Maßnahmen kann man Google signalisieren, dass die eigenen Inhalte vertrauenswürdig, fachlich korrekt und aus einer autoritären, legitimen Quelle stammen?

EAT in der Praxis umzusetzen, ist ein hochindividueller Prozess. Hierfür bedarf es einer sorgfältigen Analyse der betreffenden Webseite und des jeweiligen Themas der Webseite sowie einer guten Planung und korrekten Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen. Kurz gesagt: Alles, was dazu beiträgt, die fachliche Expertise eines Autors, die Vertrauenswürdigkeit einer Webseite, den Wahrheitsgehalt der Aussagen auf einer Webseite, mit nachprüfbaren Nachweisen zu untermauern, sollte auf der Webseite transparent gemacht werden.

Google gibt Auskunft darüber, welche Merkmale „High Quality Websites“ aufweisen sollten:

Praktische Beispiele von Seiten mit befriedigendem Main Content sind laut Google (Links zu Screenshots):

Als praktische Beispiele für „High Quality“ Seiten führt Google folgende Beispiele an, in Klammern jeweils das EAT-Hauptmerkmal:

  • News (ausreichende Textmenge in hoher inhaltlicher Qualität)
  • Humor (positive Reputation, hohe Expertise gemessen am Thema der Seite)
  • Blog-Artikel (positive Online-Reputation des Blogs und hochqualitativer Inhalt)
  • Onlineshop / Produkt: (gut zusammengefasste, komprimierte Produktbeschreibung, gute Shop-Reputation)
  • Foren (ausreichende Textmenge in hoher inhaltlicher Qualität mit Relevanz zum Forumsthema)

In den Quality Rater Guidelines finden sich viele weitere Beispiele für „Highest Quality“ Seiten wie auch für „Low Quality“ Seiten und weitere Abstufungen. Wer sich ein tieferes Bild machen möchte, kann sich die Richtlinien hier ansehen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „normale“ Webseitenbetreiber dem Thema EAT deutlich weniger Aufmerksamkeit widmen müssen als Webseitenbetreiber aus den Bereichen Finanzen, Gesundheit, Recht, News, Shopping (Onlineshops), Politik, Wissenschaft usw. Zudem ist zu erkennen, dass es kein Patentrezept zur Optimierung des Faktors EAT gibt und jede Webseite anhand der Kriterien aus den Google Richtlinien für sich bewertet werden muss, um geeignete Maßnahmen ableiten zu können.

Unklar ist, wie stark Google im Vergleich zu klassischen SEO Faktoren wie Technik, Onpage, Content, Nutzersignale und Verlinkungen einer Webseite den Faktor EAT wertet. Klar ist aber, dass Vertrauen im Netz von Google ganz groß geschrieben wird und Webseitenbetreiber aus den o. g., sensiblen Branchen gut beraten sind, sich mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen.

Gastautor

Dennis Lai

Dennis Lai ist seit 2008 Geschäftsführer der Frankfurter Webdesign Agentur Drela GmbH und beschäftigt sich neben der Entwicklung von Webseiten mit der Erzeugung von digitaler Reichweite über Maßnahmen zur qualitativen Verbesserung von Internetauftritten.

https://www.drela.de/

Archiv

Der BIEG Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit unserem monatlichen Newsletter. Wir informieren Sie über aktuelle Veranstaltungen und unsere neuesten Leitfäden!