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Internetrecht – was müssen Unternehmen beachten? (Nachbericht unseres Seminars am 28. Februar)

06 Mär

Welche rechtlichen Anforderungen gelten auf Websites?

Sabine Heukrodt-Bauer von RESMEDIA aus Mainz startete zwar mit der Drohung, sie habe 1,5 Stunden Zeit, um die Teilnehmer zu quälen, aber über 80 Teilnehmer nahmen die Herausforderung an und überschütteten unsere Referentin mit Fragen. Die wichtigsten Facts rund um rechtliche Anforderungen an Ihre Websites/Shops und an Ihr E-Mail-Marketing kurz zusammengefasst:

Das Wort Impressum mit Scrabble-Steinen gelegt

Tipp 1: Impressum

Bauen Sie ein Impressum ein! Dies gilt sowohl für Webseiten als auch für Online-Shops. Folgende Daten sind hier Pflicht:


1.      
Name, Anschrift, Rechtsform, Vertretungsberechtigter

2.       E-Mailadresse

3.       ggf. zuständige Aufsichtsbehörde

4.       Registereintragungen (Handels-, Vereins-,Partnerschafts-, Genossenschaftsregister)

5.       bei bestimmten Berufen Kammer, Berufsbezeichnung und Staat, in dem die Berufsbezeichnung verliehen wurde, berufsrechtliche Regelungen und Info, wie diese zugänglich sind

6.      
Umsatzsteueridentifikationsnummer nach §27a des Umsatzsteuergesetzes oder die Wirtschafts-Identifikationsnummer nach §139c der Abgabenordnung


Wichtig: die Zwei-Klick-Regel. Das heißt, ein Nutzer muss mit nur 2 Klicks auf Ihr Impressum gelangen können. Bauen Sie deshalb am besten einen eigenen Navigationspunkt ein. Der ist gut im Footer aufgehoben. Heukrodt-Bauer empfiehlt: „Finger weg von Impressumsgeneratoren. Sie sind oft fehlerhaft und haften im Zweifelsfall nicht bei einer Abmahnung. Das kann bis zu 700€ Kosten verursachen, und das gönnen wir den Abmahnern doch nicht, oder? ;)“

Tipp 2: Disclaimer

Eine Gruppe grimmig dreinschauender Bankräuber

Ein Disclaimer auf Ihrer Website ist nicht nötig. Der Gesetzgeber regelt ganz klar, dass Sie für Inhalte auf Ihrer Website haften. Ein Schild, das aussagt, dass das deutsche Recht nicht für Sie gilt, hilft Ihnen im Zweifelsfall bei einer Verurteilung wegen Bankraub eben auch nicht weiter. Trotzdem: netter Versuch. ;)

Tipp 3: Datenschutz

Richterhammer und Gesetzestext

Bauen Sie immer einen separaten Navigationspunkt „Datenschutz“ auf Ihrer Website ein. Das ist laut §13 Telemediengesetz Pflicht! Am besten zum Impressum in den Footer packen und nicht irgendwo verstecken, weil der Gesetzgeber klar fordert, dass Nutzer VOR Beginn des Nutzungsvorgangs über den Datenschutz zu informieren ist. Achtung: Personenbezogene Daten dürfen nur erhoben und verwendet werden, wenn das a) gesetzlich erlaubt ist oder b) der Nutzer eigewilligt hat.

Tipp 4: Urheberrecht

Bild einer teilweise geschnittenen Salami

„Stellen Sie sich das Urheberrecht wie eine Salami vor“, so Heukrodt-Bauer. „Derjenige, der die Salami hergestellt hat, ist und bleibt der Urheber. Zwar kann er scheibchenweise Nutzungsrechte vergeben, z.B. die Bildrechte für Printprodukte o.ä., sogar die Vergabe eines exklusiven Nutzungsrechtes ist möglich. Trotzdem verbleibt das Urheberrecht beim Hersteller. Also Achtung bei der Verwendung von Texten, Bildern und Videos. Hier lohnt sich ein genauer Blick in die Nutzungsvereinbarungen!“

Tipp 5: E-Mail-Marketing

Kurz und knapp zusammengefasst: Ein Nutzer muss immer AKTIV zustimmen, bevor Sie ihm einen Newsletter zusenden dürfen. Die Einwilligung sollte immer mit dem Double-Opt-in-Verfahren eingeholt werden. Und bitte: Haken Sie die Checkboxen nicht vorher an!

Tipp 6: Recht im Social Media

Im zweiten Teil klärte Jenny Hubertus von Bartsch Rechtsanwälte die Teilnehmer über rechtliche Fallstricke in den sozialen Medien auf. Viele Unternehmen stellen zwar auf Facebook und Co. vorbildlich viele Informationen zur Verfügung, doch bei den rechtlichen Basics hapere es oft. Hier die Tipps von Frau Hubertus:



Sie wollen noch mehr wissen? Lesen Sie unsere Rechtsleitfäden und browsen Sie den Tag "Onlinerecht" auf unserem Blog!



Autor

Corina Heinz
Referentin

Ich befasse mich seit 2011 mit Online-Marketing, E-Commerce und E-Mail-Marketing. Während meiner Tätigkeit als Social-Media-Account-Managerin betreute ich über 100 Projekte mit dem Schwerpunkt Facebook-Marketing und Content-Erstellung. Als Beraterin im BIEG bündele ich das Praxiswissen aus Social Media, Webdesign und zahlreichen anderen Internet-Marketing-Themen.

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