Sie sind hier:

Newsletter-Abonnenten generieren für Einsteiger

23 Mai

Der schönste Newsletter mit den besten Inhalten nützt dem Unternehmen nicht, wenn niemand ihn abonniert. Wo also die Abonennten herbekommen? Das dürfte niemand besser wissen als der Sichtbarkeitsexperte einer E-Mail-Marketing-Agentur. Also haben wir Jannik Nordmeyer von der treaction AG gebeten, die Frage für uns in einem Gastbeitrag zu beantworten. (an)

Für Einsteiger: Newsletter-Abonnenten generieren

Das Thema Abonnenten generieren gehört zu den spannendsten Herausforderungen im Online Marketing.  

Einige Unternehmen interessieren sich gar nicht für das Thema und unterschätzen dabei die Möglichkeiten von E-Mails und E-Mail-Marketing. Newsletter, Transaktionsmails und personalisierte Trigger Mails (anlassbezogene E-Mails) sind äußerst wertvolle Berührungspunkte entlang der Customer Journey. Unternehmen, die die Herausforderung annehmen möchten, tun sich hingegen schwer damit, aktive und wirklich passende Abonnenten für ihr E-Mail-Marketing zu gewinnen.

Bevor wir uns genauer mit dem Thema "Abonnenten generieren" befassen, müssen jedoch ein paar Spielregeln und Grundbegriffe im E-Mail-Marketing geklärt werden.

Foto einer Reihe amerikanischer Briefkästen
Bild: Pixabay



Lustiges Bild zweier strenger Polizisten
Bild: Pixabay

E-Mail-Marketing in Deutschland

Bevor Sie damit beginnen fleißig Abonnenten einzusammeln, sollten wir ein paar Stolpersteine aus dem Weg räumen. Da Sie sich mit Ihrem E-Mail-Marketing vermutlich zum Großteil in Deutschland und Europa bewegen, ist es sehr wichtig auf die lokalen Spielregeln beim E-Mail-Marketing zu achten.

Aus Gewinnspielteilnehmern und Messebesuchern werden Abonnenten, aus Abonnenten werden digitale Datensätze und digitale Datensätze sind bereits jetzt mit äußerster Sorgfalt zu behandeln.

Hinzu kommt, dass sich dieser Sachverhalt in den nächsten Jahren voraussichtlich verschärfen wird. Derzeit gesellen sich DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) und E-Privacy-Verordnung zu den Spielleitern. Bereits jetzt gibt es strikte Regeln und es drohen teilweise empfindliche Geldstrafen durch das Bundesdatenschutzgesetz, das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und das Telemediengesetz.

Das Wichtigste beim E-Mail-Marketing in Deutschland ist das sogenannte Double-Opt-In-Verfahren (abgekürzt DOI) mit einem Nachweis über die Werbeeinwilligung. Egal, für welche Methode zur Leadgenerierung Sie sich entscheiden, die E-Mail-Adresse sollte unbedingt einen DOI-Prozess durchlaufen!

Des Weiteren sollten Sie bei der Wahl der E-Mail-Software für den Massenversand unbedingt auf Datenschutzkonformität achten. Nicht nur deshalb empfiehlt sich die Nutzung eines deutschen Anbieters.

Welche Möglichkeiten zum Abonnentengenerieren gibt es?

Die Generierung von Abonnenten wird im-Online Marketing als Leadgenerierung bezeichnet. Um den Rahmen dieses Beitrags nicht zu sprengen, konzentrieren wir uns auf die Leadgenerierung auf der eigenen Internetseite, welche für die meisten Unternehmen sicherlich am Interessantesten ist.

Die meisten Maßnahmen zur Leadgenerierung können dabei nahtlos in die sozialen Netzwerke übernommen werden und bedürfen keiner eigenen Strategie.

Opt-in Formulare

Die unkomplizierteste Methode um Abonnenten zu generieren sind sogenannte  Opt-in Formulare sind die kleinen Felder auf Internetseiten, in die Sie Ihre E-Mail-Adresse eintragen können. Diese Formulare befinden sich meistens in der Seitenleiste, einem Pop-up oder im Content. Also die Kästchen, die regelmäßig mit Ihnen „in Kontakt bleiben“ möchten, oder mit denen Sie sich in einen Newsletter eintragen können. Damit ist die Eintragung in ein Opt-in-Formular ein immenser Vertrauensvorschuss, den sie nicht verspielen sollten.

Wichtig für den Erfolg von Opt-in Formularen sind vor allem der Content auf der Seite und die Positionierung und Aufmachung des Formulars. Wenn Sie auf Ihrer Internetseite ausschließlich ein Bild vom Team und ein paar Werbetexte präsentieren und sich das Opt-in-Formular in der Fußleiste befindet und nicht ins Auge sticht, dann dürfte die Anzahl der neuen Abonnenten äußerst überschaubar bleiben.

Lead Magneten

Im-Online Marketing werden Produkte oder Angebote, mit denen man Abonnenten generieren möchte, Lead Magneten genannt. Lead Magneten sind eines der effektivsten Werkzeuge zur Generierung von Abonnenten. Bei einem Lead Magnet tauschen Sie vereinfacht einen Mehrwert für den Besucher gegen seine Kontaktinformationen.

Was eignet sich als Lead Magnet? Ein Lead Magnet besteht meist aus einer Datei oder einem Vorteil und wird im Tausch gegen eine Werbeeinwilligung verschickt. Hier sind der Kreativität eigentlich kaum Grenzen gesetzt. Um den Artikel nicht unendlich lang werden zu lassen, beschränken wir uns auf die gängigsten Lead Magneten.

Visuelle Darstellung der im Text aufgezählten Möglichkeiten
  • Blogbeiträge als PDF anbieten: Wenn Sie auf Ihrer Seite Inhalte haben, die zeitlos sind oder auf die man immer wieder zurückgreift (zum Beispiel Rezepte oder Sportübungen), dann können Sie diese gegen die Eintragung der E-Mail-Adresse als Download anbieten.
  • Content Upgrades als PDF: Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Content Upgrades in Form einer PDF-Datei. Nehmen wir das Beispiel mit den Sportübungen oder einen Beitrag über die Reinigung von Sportwaffen. Hier könnten Sie ein PDF mit einer Pflege-Checkliste, weitere Sportübungen oder einen Trainingsplan anbieten. Wie bei klassischen Blogbeiträgen als PDF gibt es den Downloadlink natürlich nur im Gegenzug für eine bestätigte E-Mail-Adresse.

  • Exklusiver Content: Hierbei handelt es sich ebenfalls um Content, den ein Besucher ausschließlich über den E-Mail Kanal von Ihnen bekommt. Im B2B-Bereich werden hierfür zum Beispiel oft sogenannte Whitepaper genutzt. Ein Beispiel wäre ein Whitepaper einer Anwaltskanzlei zur DSGVO oder ein Whitepaper eines Logistikdienstleisters zu kritischen Faktoren der Logistik im E-Commerce.

  • eBooks: Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form des exklusiven Contents, welcher besonders für B2C Besucher interessant ist. eBooks sind eine großartige Möglichkeit passende Abonnenten zu sammeln. Ein Shop für Wintersport-Equipment könnte zum Beispiel einen Reiseführer für Österreich oder ein eBook über die technischen Finessen beim Skifahren als Lead Magnet nutzen.

  • Webinare: Vor allem im B2B-Bereich ist die exklusive Teilnahme an Webinaren sehr beliebt. Sollten Sie sich für Live-Webinare entscheiden, haben Sie direkten Kontakt zu Ihrer Zielgruppe und gelangen gleichzeitig zu neuen Abonnenten. Achten Sie nur darauf, dass das Ganze nicht zu einer Werbeveranstaltung wird, sondern Sie wirklich konkrete Mehrwerte bieten.

  • Videokurse: Sehr aufwendig, aber in manchen Fällen durchaus lohnenswert. Egal, ob im B2C- oder B2B-Bereich, wenn ein exklusiver Videokurs einen echten Mehrwert bietet und technisch machbar ist, stellt er einen guten Lead Magneten da. Möglichen Themen wären zum Beispiel Videos zum Thema Angeln oder eine Videoserie über Kommunikationsstrategien in geschäftlichen Verhandlungen.

  • Textversionen: Ebenfalls interessant für die Leadgenerierung sind Testversionen oder die zeitlich begrenzte Nutzung Ihrer Produkte. Denkbar sind hier zum Beispiel ein Probetraining, eine längere Probefahrt oder eine verlängerte Testphase Ihres Produktes. Natürlich gibt es diese exklusiven Vorteile nur gegen Eintragung in Ihre E-Mail-Liste.

  • Coaching oder Beratung: Warum nicht ein Coaching oder eine Beratung für neue Abonnenten anbieten? Solche Maßnahmen müssen natürlich mit Bedacht gewählt werden, aber sie sind eine super Möglichkeit direkten Kontakt zu potenziellen Kunden zu bekommen und passgenaue Abonnenten zu generieren. Wer zum Beispiel ein Geschäft für Mittelalter-Mode betreibt und eine Typberatung anbieten möchte, also eine vermutlich eher kleine Zielgruppe mit geringerer Nachfrage anspricht, hat hiermit eine gute Möglichkeit Abonnenten und Neukunden zu gewinnen.

  • Gutscheine: Gutscheine oder Bonus-Codes sind ebenfalls eine gute Möglichkeit Abonnenten zu generieren. Reine Interessenten werden durch Ihr E-Mail-Marketing und die weiteren Berührungspunkte eventuell zu Neukunden. Und wenn nicht, haben Sie immerhin einen neuen Abonnenten in Ihrem Newsletter.
  • Gewinnspiele: Sehr beliebt zur Generierung von Reichweite in sozialen Netzwerken und auch sehr beliebt zur Generierung von E-Mail-Adressen und Abonnenten. Das Problem? Bei Gewinnspielen ist die Streuwirkung ziemlich groß. Gewinnspiele sollten aus diesem Grund mit Vorsicht eingesetzt werden, damit Sie am Ende nicht überwiegend Abonnenten haben, die sich nicht mit Ihren Produkten oder Dienstleistungen identifizieren können. Hier sind die möglichen Preise und Kanäle ein entscheidender Faktor. Wer ein iPhone X verlost und eigentlich mit Tiernahrung handelt, holt sich mit einem solchen Gewinnspiel sehr große Streuverluste in Form von Menschen ohne Tiere in die Liste.

Welcher Fehler sollten Sie beim Abonnentengenerieren vermeiden?

B2C versus B2B

Viele Unternehmen unterscheiden bei der Leadgenerierung nicht ausreichend zwischen B2C- und B2B-Märkten. Im B2B-Bereich ist das Grundvertrauen in ein Opt-in-Formular oder einen Newsletter meistens etwas höher. Die Personen hinter dem Angebot sind kein Geheimnis, es gibt Ansprechpartner, XING-Profile und einen geschäftlichen Konsens.

Im B2C-Bereich ist das Vertrauen hingegen geringer und viele Strategien beinhalten verstärkt Komponenten wie „Trust Signale“ oder „Social Proof“. Den Nutzern ist die Gefahr von Spam im privaten Postfach hier wesentlich präsenter, was ihrer Motivation sich in eine E-Mail-Liste einzutragen nicht gerade zuträglich ist. Diese Unterschiede sollten Sie bedenken, wenn Sie sich mit dem Thema Abonnenten generieren beschäftigen.

Passgenauigkeit

Ein weiterer Fehler bei der Leadgenerierung ist die fehlende Passgenauigkeit zwischen Lead Magnet und Intention des Besuchers. Nehmen wir einen kleinen Versandhandel für handgemachte Küchenmesser aus Japan. Die Internetseite besteht aus einem kleinen Shop, allgemeinen Informationen über das Unternehmen und einem Blog. Auf dem Blog geht es vor allem um das Kochen und die Pflege der hochwertigen Messer.

Ein Reiseführer für Japan wäre mit großer Wahrscheinlichkeit für beide Intentionen wenig relevant und würde somit nicht gut konvertieren. Ein Kochbuch wäre hingegen für beide Besuchertypen interessant und damit grundsätzlich ein guter Lead Magnet. Entwickelt man jedoch Lead Magneten für die unterschiedlichen Intentionen der Besucher (Kochen und Pflege der Messer), würde das die „Conversions“ deutlich verbessern.

Achten Sie also unbedingt auf die Intention des Besuchers, wenn Sie einen Lead Magneten entwerfen.

Lange Formulare

Der häufigste Fehler, der in der Praxis immer wieder auftritt, sind jedoch zu lange Formulare. Nichts ist hinderlicher als zu lange Opt-in-Formulare. Die Anzahl der Kontaktfelder hat immensen Einfluss darauf, wie stark ein Formular konvertiert.

Wenn die Telefonnummer und der Name des Haustieres für Ihr E-Mail-Marketing nicht relevant sind, dann fragen Sie diese Informationen nicht ab. Jedes Feld kostet Sie Abonnenten! Verstehen Sie mich nicht falsch. Wenn Sie einen Shop für Haustierzubehör betreiben, können Sie aus der Art und dem Namen des Haustieres eine spannende E-Mail-Kampagne machen, aber eben nur dann. Das Gleiche gilt für die Telefonnummer. Wenn die Telefonnummer kein fester Bestandteil Ihres Marketings ist, fragen Sie sie bitte nicht in einem Opt-in-Formular ab.

Wie sollte es weitergehen?

Haben Sie Zeit, Energie und Geld in die Generierung eigener Abonnenten gesteckt, haben Sie schon einen wertvollen Beitrag zu ihrem E-Mail-Marketing geleistet. Damit diese Mühe nicht umsonst war, sollten Sie stets relevante und interessante Inhalte an Ihre Abonnenten verschicken. Nichts ist ärgerlicher, als mit viel Geduld Abonnenten zu generieren und diese dann mit einer zu aggressiven E-Mail-Strategie zu vergraulen.

Lassen Sie sich Zeit und testen Sie verschiedene Inhalte, Versandzeitpunkte und Strategien. So können Sie langsam das optimale Konzept für Ihre Zielgruppe entwickeln und haben auch langfristig einen interessanten Marketingkanal.



Wer sich noch mehr Tipps zum Thema abholen will, kann das am 12. Juni auf unserem Website Day in der IHK Frankfurt und am 23. August auf dem E-Mail-Marketing Day in der IHK Offenbach tun. Oder vielleicht sieht Ihre Website jetzt schon ziemlich gut aus - dann bewerben Sie sich doch ab dem 1. Juni für den Hessischen Website Award 2018. (an)


Gastautor

BIEG-Gastautor Jannik Nordmeyer - treaction AG
Jannik Nordmeyer

Jannik Nordmeyer ist seit 2013 verrückt nach Suchmaschinenoptimierung und allem, was dazugehört. Aktuell ist er bei der treaction AG für den Bereich SEO verantwortlich. Die treaction AG ist Experte für E-Mail-Marketing und Marketing Automation für Onlineshops.

http://treaction.de

Archiv

Der BIEG Newsletter

Immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit unserem monatlichen Newsletter. Wir informieren Sie über aktuelle Veranstaltungen und unsere neuesten Leitfäden!