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"Sichtbarkeit im Internet" am 15. Oktober in Frankfurt: "Entscheidend ist das Wie"

29 Okt

(29.10.2014) Sichtbarkeit im Internet - wie geht das? Und Suchmaschinenoptimierung für Google - wie geht das? Unsere Praktikantin Marla Ghodstinat hat unser Seminar "Sichtbarkeit im Internet" mit Referent Andreas Köninger, Sinkacom AG für Sie zusammengefasst.

Bild: Trueffelpix - Fotolia.com

Sichtbarkeit im Internet 2014: Entscheidend ist das Wie

Achtzig Teilnehmer erwarteten am 15. Oktober in der IHK Frankfurt gespannt den Vortrag von Suchmaschinenexperte Andreas Köninger (Sinkacom AG). Es waren Vertreter kleiner und mittlerer Unternehmen, die sich über das World Wide Web, über Google und die sozialen Netzwerke informieren lassen wollten, um Chancen und Fallstricke zu verstehen.

Das Internet bietet viele Möglichkeiten, sich zu präsentieren: Blogs, Foren, Video, Networking, Suchmaschinen. „Doch nicht die Masse macht den Unterschied, sondern dass Wie: Wie man gesehen wird, ist entscheidend“, erklärt Köninger und warnt vor der falschen Erwartungshaltung: "86 Klicks seit 1990 und trotzdem ein Facebookprofil sind nicht der richtige Weg." Die Website eines Unternehmens wird dann für den User im Internet interessant, wenn sie die richtigen Antworten zu seinen Fragen liefert, wenn sich z.B. sein Keyword in der Überschrift oder im Fließtext wiederfindet. Wenn der Besucher nicht schnell zum Ziel kommt, wird er eine andere Website für die gesuchte Antwort wählen. Entscheidend ist dabei auch, dass die Website von allen Geräten (Desktop, Tablet, Mobil) aus gleich gut zu nutzen ist. Das ist eine Investition in Zeit, Geld und Arbeit, die sich lohnt. So wird die Website im Internet sichtbar.

Ziele für die Sichtbarkeit setzen

Die Sichtbarkeit sagt aus, wie stark, wie häufig und wie populär die Seite in den Suchergebnissen vertreten ist: Sie beschreibt ihr Ranking. Beim Ranking der Seite spielen auch der Wettbewerb mit anderen Unternehmen, die für die gleichen Keywords in der Suchmaschine erscheinen wollen, saisonale Zyklen und externe Faktoren (z.B. IP-Landschaft) eine Rolle. Diese Sichtbarkeit lässt sich messen. Doch was sollte man messen und wie sollte man vorgehen? Relevante Kennzahlen zur Steigerung der Sichtbarkeit sind Besucherquellen, Demografie, Anzahl der Besucher, wiederkehrende Besucher, besuchte Seiten (Klickpfade) oder Sales Funnel, also der Punkt, an dem der User aussteigt. Um diese Kennzahlen zu messen, können sogenannte Trackingpixel auf der Website gesetzt und unterschiedliche Webanalystools genutzt werden. Bekannte Webanalysetools sind Google Analytics, etracker, Econda, Webtrekk oder Piwik. Ist das alles getan, sollten die Ergebnisse interpretiert werden. Welche Unternehmensziele werden verfolgt? Je nach Ziel werden Kennzahlen relevanter als andere, und die neu erworbenen Informationen können genutzt werden, um zu sehen, was optimiert werden muss, damit das Ziel schnellstmöglich erreicht wird.

Wie nutzen Menschen das Web? Die Mehrzahl aller Nutzer bewegt sich mithilfe von Suchmaschinen durch das Internet und klickt dabei entweder auf organische Suchergebnisse oder auf Anzeigen, die kostenpflichtig geschaltet wurden. Auch direkte Zugriffe auf Websites und Verweise haben einen großen Anteil. Offline-Kampagnen, Bannerwerbung und Social Media machen nur einen winzigen Teil aus. Und beim Ranking der meistgenutzten Suchmaschinen in Deutschland im Juni 2014 gewann Google mit 95% Marktanteil deutlich. Aber wie funktioniert Google? Herr Köninger erklärt Google an einem lebensnahen Beispiel: „Mein Dachfenster ist kaputt, kennst du jemanden, der mir helfen kann?“, fragt man den Nachbarn und erhält die Antwort: „Ja, der Karl Heinz, ruf den mal an." So wie der freundliche Nachbar gibt auch Google nur eine Empfehlung ab. Die Suchmaschine geht davon aus, dass eine Website dann eine hohe Qualität hat, wenn andere Websites häufig auf sie verweisen. Deshalb wird sie empfohlen und häufig angeklickt, also lässt auch Google sie im Ranking aufsteigen, denn sie ist relevant. Für das Ranking sind jedoch über zweihundert Faktoren wichtig. Ein Bruchteil davon sind die Faktoren der Suchmaschinenoptimierung. Doch diese Faktoren können von den Unternehmen beeinflusst werden. Sie setzen sich zusammen aus Onsite-Faktoren, also Maßnahmen, die direkt auf der Website getroffen werden, wie die Platzierung von Keywords, und Offsite-Faktoren. Offsite-Faktoren wie Linkaufbau machen hier 80 % aus.

 

Sichtbarkeit mit Google Adwords erzeugen

Eine gute Position mit Google AdWords hilft ebenfalls bei der Sichtbarkeit. Im Gegensatz zu den organischen Suchergebnislisten sind diese Anzeigen kostenpflichtig. Die Anzeigenposition ergibt sich aus dem Gebot, das das Unternehmen individuell für jedes Keyword, das es bespielen will, steuern kann, und dem Qualitätsfaktor. Den Qualitätsfaktor ermittelt Google bei jeder Suchanfrage neu, die "beste" Anzeige erscheint dann in einer besseren Position. Für die Erfolgsmessung von Google AdWords ist Google Conversion Tracking & Analytics zu empfehlen. Aber Achtung: Es gibt jeden Tag "News" - so auch in AdWords. Kürzlich wurde von Google eine Umstellung der Keyword-Optionen vorgenommen. Positive Veränderungen z.B. sind die neue Möglichkeit, in AdWords darauf hinzuweisen, das bestimmte Produkte lokal beim Händler verfügbar sind, und die Tatsache, dass das dynamische Remarketing bald für alle Branchen verfügbar sein wird. Bei dieser Option können Unternehmen AdWords schalten, die sich speziell an Nutzer wenden, die ihre Website früher schon besucht haben. Momentan ist diese Option nur für Einzelhändler verfügbar.

 

Die richtige Online-Marketing-Strategie

Bei der Auswahl der richtigen Plattform sollte zuerst die Frage nach der Zielgruppe geklärt werden. Wer jetzt zu dem Ergebnis kommt: „Ach, eigentlich verkaufen wir an alle“, dem würde Herr Köninger Naivität unterstellen. Es ist so gut wie unmöglich, alle gleichmäßig anzusprechen. Es muss klar werden, mit wem genau man primär seine Aufmerksamkeit teilen möchte. Ist das Produkt ein Treppenlift, so handelt es sich bei der Zielgruppe um 60 plus: Instagram wäre dann zum Beispiel nicht die richtige Werbefläche, denn diese Plattform ist bei jungen Nutzern beliebt. In diesem Beispiel wäre es von Nutzen, Links auf die Website auf den Internetauftritten etwa von Apotheken oder Physiotherapeuten zu hinterlegen. Hingegen kann ein Video über die Benutzerfreundlichkeit des Produkts das Gesprächsthema Nummer Eins beim nächsten Kaffeetreff der Herrschaften werden und kostenlose "Werbung" durch Mundpropaganda bekommen. Der entscheidende Faktor im Social Media Marketing besteht darin, die Stärken der Kanäle individuell zu nutzen. Nicht zu vergessen ist, dass Social Media nur der Favorisierung von Produkten und Unternehmen, der Entwicklung des Kaufwunsches und als Kaufanstoß dient. Alles steht und fällt mit der eigenen Website. Ist sie nicht technisch wie inhaltlich einwandfrei, sieht Köninger keinen Sinn darin, sich mit dem Rest zu befassen.

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