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Marketing und Kommunikation in der Krise: Blitztipps unserer Experten I

27 Mär

Was ist zu tun in der Krise? Was sollten Sie unbedingt wissen? Was könnte Ihnen jetzt weiterhelfen? Diese Frage haben wir unseren Marketingexperten von nah und fern geschickt. Umgehend traf aus aller Lande eine überwältigende Anzahl hilfreicher, spannender und inspirierender Antworten ein, von denen wir Ihnen heute die erste Runde präsentieren. Nehmen Sie so viel mit, wie Sie brauchen und können!

Führen in Krisenzeiten

Wenn die Welt wankt und Vertrautes entfällt, brauchen die Mitarbeiter Orientierung. Führungskräfte sollten in dieser Zeit klare Strukturen und Zielvorgaben schaffen. Regelmäßige StandUp-Meetings – gerne auch virtuell über Videokonferenzsysteme – synchronisieren das Team und bringen alle auf den gleichen Stand.

Damit Ihr Meeting erfolgreich abläuft:

  • Versenden Sie vorab eine klare Agenda.
  • Beginnen und enden Sie pünktlich. Insbesondere bei Online-Meetings ist es nervig, aufeinander warten zu müssen.
  • Bestimmen Sie einen Moderator und ggf. einen Protokollanten, der die Ergebnisse festhält.
  • Verteilen Sie klare Verantwortlichkeiten und verfolgen Sie die Abarbeitung: Wer macht was bis wann?

Meeting können auch  Spaß machen, wenn Sie...

  1. ...das Meeting mit einer positiven Runde eröffnen:
    Wer hat eine Aufgabe erfolgreich gemeistert?
    Wer hat Dir bei einer Aufgabe geholfen?
    Hast Du etwas Interessantes gelernt?

  2. ... das Meeting regelmäßig unterbrechen!
    Unsere Konzentration bleibt nur eine gewisse Zeit erhalten. Regelmäßige Pausen helfen, uns wieder zu konzentrieren. StandUps-Meeting sind effizient, weil alle Teilnehmer stehen.

  3. ...mit dem ganzen Körper dabei sind:
    Aufstehen und den Körper dehnen motiviert nicht nur den Körper, sondern erfrischt auch den Geist.

  4. ...strategisch platzierte Stille nutzen:
    Manche können gut nachdenken, während andere reden. Andere brauchen aber Stille, um für sich selbst Dinge reflektieren zu können. Man kann z.B. Fakten präsentieren, dann erst um zwei Minuten Stille bitten und dann in die Diskussion einsteigen.

-- Markus Grutzeck, Die Erfolgslotsen

Habits heißt jetzt: Standhalten, Ruhe bewahren, Charakter zeigen

Es ist uns inmitten von Videokonferenzen, Angst um die Existenz und dem Aufstocken der häuslichen Vorräte vielleicht erst halb bewusst: Wir befinden uns in einem historischen Moment.

Zur Bestform auflaufen

Wir erleben das größte Sozialexperiment, das alle, die nicht zur hochbetagten Hochrisikogruppe zählen, je erlebt haben. Wie gut wir durch die Krise kommen, hängt jetzt auch von unserem Habitus ab: unserem Verhalten, unserer Verantwortungsbereitschaft und für viele vielleicht zum ersten Mal: unserer Bereitschaft zu verzichten – nicht so sehr für uns selbst, sondern für die weniger Fitten, die Älteren, die Kränkeren, die Gesellschaft.

Habitus bedeutet im Moment nicht, stilvoll aufzutreten oder sich sicher auf gesellschaftlichem Parkett zu bewegen. Er bedeutet, dass wir charakterlich zu unserer Bestform auflaufen.

Wie Social Distancing uns fit für den digitalen Wandel macht

Es geht jetzt darum, dass wir über uns hinauswachsen. Das Ego kontrollieren. Unseren Beitrag leisten. Die Lage ist ernst. Aber ein hochgefährliches Virus fordert uns heraus, jetzt endlich genau die Fähigkeiten zu entwickeln, die die digitale Transformation treiben werden: Leadership statt Micromanagement. Kooperation statt Silo-Denken. Ruhe statt Aktionismus. Intelligente Improvisation statt kleinliche Bürokratie. Wie wir arbeiten, ob an vorderster Front oder von zuhause aus, entscheidet darüber, wie gut wir mit Corona und nach Corona leben. 

Die Lage ist ernst. Machen wir es gut. Bei allem Schweren befindet sich im Moment jeder von uns in einer steilen Lernkurve. Nach der Krise werden wir besser sein in Leadership, New Work und einem achtsamen Miteinander. Was wir jetzt lernen, wird die digitale Transformation beflügeln. Ich wünsche Ihnen und allen, die Ihnen wichtig sind, für die nächsten Wochen das Allerbeste.

-- Dr. Doris Märtin, Kommunikation für Unternehmen

Schneller Tipp für Video-Konferenzen

Falls Du eine schnelle, kostenlose Video-Konferenz-Lösung ohne Registrierung und Abonnement suchst: https://meet.jit.si


Und wer noch datenschutzkonformer arbeiten möchte, betreibt Jitsi einfach auf seinem eigenen Server: https://jitsi.org/downloads/

--- Karl Kratz, Karl Kratz Online Marketing

Krise gibt Auftrieb

Eines wird in der Corona Krise überdeutlich - die Defizite digitaler Transformation. Schulen müssen jetzt mit ihren Schülern kommunizieren und können nur selten auf funktionierende Plattformen wie Moodle zurückgreifen. Der stationäre Handel realisiert, wie wichtig E-Commerce ist. Arbeiten 4.0 steckt nach wie vor in den Kinderschuhen. Gerade der Mittelstand in Deutschland, aber auch die öffentlichen Verwaltungen hängen bei der Digitalisierung deutlich hinterher. Das rächt sich jetzt.

Die Beispiele lassen sich beliebig fortführen. Warum wir digitale Entwicklungen gerne hintanstellen hat viele Gründe. Bequemlichkeit und die Angst vor Veränderung sind sicher nicht unwesentliche Gründe.

Eines scheint sicher - die Digitalisierung wird nach Überwindung der Corona-Krise an Fahrt gewinnen. Viele Unternehmen, sofern sie es können, investieren JETZT in der Krise. Die Einrichtung eines Webshops, die Konzeption einer SEO-Strategie, eine neue Webseite, die passende Social-Media-Strategie - Projekte, die auf den To-Do-Listen unserer Unternehmer nach oben wandern müssen. Da bin ich mir ganz sicher.

-- Prof. Dr. Thomas Bippes, Fakultät für Information, Medien und Design der SRH Hochschule Heidelberg

Kundenkommunikation optimieren

Nachdem die erste Schockstarre überwunden ist, bietet uns Corona auch einige Chancen. Vieles hat sich zwangsläufig und abrupt ins Internet verlagert. Sind Sie hier gut aufgestellt? Nehmen Sie sich die Zeit und stellen Sie Ihre digitalen Touchpoints auf den Prüfstand.

Zum einen mit Blick auf die aktuelle Situation: Wie können Sie jetzt Ihren Kunden helfen? Welche Bedürfnisse gibt es, wo können Sie stärker Präsenz zeigen? Beispielsweise spielt sich jetzt vieles auf Social Media ab. Wir erleben eine Renaissance wertvoller Social-Media-Kommunikation. In Windeseile haben sich Gruppen gebildet, die sich austauschen und Wissen teilen. Aktionen zeigen Zusammenhalt und motivieren. Unternehmen stellen Tools kostenlos zur Verfügung – und vieles mehr. Sind sie bei solchen Dialogen dabei? Als Problemlöser? Mit eigenen Ideen? 

Auch mit Blick auf die Zukunft sollten Sie Ihre Touchpoints neu bewerten. Durchleuchten Sie doch einmal, auf welchen Wegen Kunden vor der Krise zu Ihnen gefunden haben und wie das jetzt aussieht. Und wie wird es in Zukunft sein? Experten meinen, wir werden nie wieder die gleiche Situation wie vor der Krise zurückbekommen. Dieser Meinung bin ich auch. Künftig werden digitale Wege eine viel stärkere Rolle spielen, nachdem sie sich in diesen schwierigen Zeiten als so nützlich erwiesen haben. Also mutig hinein ins Digitale: Bei der Suche nach Neukunden, bei der Ansprache entlang der Customer Journey, bei der Kundenkommunikation und vielleicht auch bei Ihren Produkten und Dienstleistungen.

Corona wird vorübergehen. Die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse wird bleiben und immer mehr Freude machen.

-- Dr. Sabine Holicki, cki.kommunikationsmanagement

Kommunikation ist jetzt wichtiger denn je!

In Anbetracht der aktuellen Ausnahmesituation und der Unsicherheit, wie lange wir noch mit den Auswirkungen des Corona-Virus zu kämpfen haben, ist eines besonders wichtig: Halten Sie die Kommunikation aufrecht!

In schwierigen Zeiten sollten Sie nicht nur handeln, sondern auch darüber berichten. Denn nur, wenn andere davon erfahren, dass auch Sie ungewöhnliche Maßnahmen im Kampf gegen die Krise ergreifen, kann daraus Kreativität entstehen. Schließlich hilft jede einzelne Idee. Natürlich ist es erforderlich, die kommunikativen Maßnahmen an die momentane Situation anzupassen – aber nicht Hals über Kopf, sondern wohlüberlegt. Fragen Sie sich:

  • Welche Botschaften und Inhalte sind aktuell wichtig und richtig?
  • Welche Informationen und Hilfestellungen brauchen Ihre Kunden und Partner derzeit wirklich?
  • Welche Themen werden nach Ende der Krise in den Fokus rücken?

Richten Sie Ihre Kommunikation neu aus, aber sehen Sie von einer typischen Krisenkommunikation ab, wenn dies nicht zwingend erforderlich ist. Nennen Sie die Dinge ruhig beim Namen, aber tun Sie das lösungsorientiert und betreiben Sie positive Kommunikation. Nutzen Sie dafür auch Ihre eigenen Kanäle und intensivieren Sie auf digitalem Weg die Kommunikation mit Ihren Kunden.

-- Sandy Wilzek, Möller Horcher

Jetzt vorbereiten, später durchstarten

1. Zeit die Daten in Ihrem Unternehmen strategisch auszurichten: Eine Datenstrategie hilft mehr aus Ihren Daten zu machen und diese gezielt für Umsatzsteigerung und Produktentwicklung zu nutzen. Prüfen Sie, welche Daten vorliegen, welche Daten ungenutzt brach liegen und wo unnötig Doubletten bestehen. Vermeiden Sie dabei Datensilos und verknüpfen Sie Ihre Daten geschickt miteinander. Dadurch können Sie zum Beispiel Marketing-Prozesse verbessern, Prozesse automatisieren und Zeit sparen oder ganz neue Produkte erschaffen.

2. Nur 1 von 10 Unternehmen nutzt Google Analytics wirtschaftlich. Nutzen Sie die Zeit in der Krise, um Nutzen aus den Daten Ihrer Webseitenbesucher zu ziehen. Analytics-Daten werden zu oft nur gesammelt und nicht analysiert. Werden die Conversions („Zielvorhaben“) korrekt gemessen? Welche Marketing-Kanäle bringen profitabelsten Traffic auf Ihre Webseite? Wie können Kontaktformulare und Bestellprozesse verbessert werden?

3. Wann haben Sie zuletzt geprüft, welche Inhalte Ihrer Webseite auch bei Ihrer Zielgruppe ankommen? Führen Sie einen Content-Audit durch und prüfen Sie mit Google Analytics die Leistung Ihrer Unterseiten. Fragen Sie sich zum Beispiel, welche Unterseiten zu Bestellungen oder Kontaktanfragen führen. Fragen Sie sich, welche Ihrer SEO-Einstiegsseiten funktionieren. In Google Analytics ist dazu vor allem die Ausstiegsrate („% Ausstiege“) eine spannende Kennzahl. Diese misst, auf welchen Unterseiten die Besucher Ihre Webseite verlassen. Die Absprungrate zeigt Ihnen, welche Unterseiten ohne einen weiteren Klick verlassen werden.

4. Digitalisieren Sie Ihre Prozesse! An vielen Unternehmen ist Home Office erst durch die Krise möglich geworden. Denken Sie darüber nach, Webinare anzubieten oder Ihre Produkte auch online zu verkaufen. Vielleicht haben Sie nun die Chance aus Ihren Erfahrungen ein E-Book zu machen oder dem papierlosen Büro näher zu kommen.

-- Tobias Looschelders, Digital Insight

Mensch bleiben

Momentan erleben wir viele Unternehmen, die mit Ihrem Engagement in die Krise kommunikativ eingreifen. Ich finde es persönlich etwas bedenklich, als Marke Kapital daraus zu schlagen zu wollen. 

Also mal ganz konkret: Warum genau ist jetzt die im Penny-Werbespot gefeierte Kassiererin besser als die Kollegin von Aldi oder Edeka??

Ein viel stärkeres Signal wäre es, wenn sich in dieser Krise einmalig Wettbewerber solidarisch dazu zusammenschließen würden, um gemeinsam zu kommunizieren.

So bleibt nur der Eindruck, dass hier wieder einzelne Marken um Anteile fighten und ihnen dazu sogar eine Krisenlage angemessen scheint.

Insofern wären Marken- und wetttbewerbsübergreifende Botschatften und Maßnahmen in so einer beispiellosen Krisensituation sicherlich angemessener als ein "kommunikativer Ego-Trip".

Schade - aber vielleicht erleben wir dieses "Marketing-Wunder" noch... In der Krise gibt es keine Grenzen und: Nur gemeinsam bewegen wir alle mehr, um eine grössere Katastrophe für unser Land abzuwenden.

 Dazu zählen sicher auch Marketing- und Kommuniaktionsmassnahmen.

-- Klaus Schwope, Nutcracker Premium-Erklärvideos

Keimfreie Druckstücke

Auch an Drucksachen können Keime und Viren anheften und sich weiter verbreiten, gerade wenn Druckstücke durch mehrere Hände gegeben werden. Um diese Kette zu unterbrechen gibt es ganz neu einen hygienischen Lack der 99,5 % der Keime, Bakterien und Viren abtötet. Ein Informations-Chart zur Erklärung der Wirkungsweise finden Sie hier

Daher hygienischen Lack nutzen für saubere Kommunikation!

-- Anika Wuttke, creart

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Autor

Dr. Angelika Niere
Referentin

Seit 2009 betreue ich im BIEG Hessen unsere kostenfreien Informationmaterialien: unsere Leitfäden und Checklisten, unseren Blog und unseren Podcast. Im Laufe der Jahre habe ich im Bereich Online-Marketing über 200 Fachartikel verfasst. Als promovierte Literaturwissenschaftlerin befasse ich mich intensiv mit Content-Marketing und Storytelling.

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